Beiträge von xoduz

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    Original geschrieben von Sencer
    Das nennt sich Tautologie. Wenn du moralisch so definierst, dass es religiöse Elemente zwingend beinhaltet, und dann später schließt, dass zu diesem moralischen Handeln Religion notwendig wäre, dann hast du dich einmal im Kreis gedreht, aber keinerlei Aussage über irgendwas getroffen. Eine Vermischung von alltagsverständnis von Moral und religiösem Verständnis von Moral ist nichts weiter als ein rhetorischer Trick (ähnlich wie mit "Es ist nur eine Theorie" der Kreationisten).


    In diesem Fall nicht. Wenn ich davon ausgehe, dass Moral die in diesem Lande vertretenen Moralvostellungen bezeichnet und davon einige eben rein kirchlicher Natur sind, dann sind diese natürlich von der Kirche beeinflusst und natürlich auch bereits durch die Definition enthalten - das macht die Aussage ja aber nicht schlechter.
    Deine Aussage war doch


    Zitat

    Für kaum eine Verhaltensweise von Menschen die als moralisch angesehen wird , bei der man zwingend einen kirchlichen oder religiösen Einfluß braucht um sie zu erklären.


    Da hierzulande die genannten kirchlichen Vorgänge als moralisch angesehen werden, ist Deine Aussage zumindest im Kleinen widerlegt. Auch die Wikipedia-Definition widerspricht mir ja nicht.
    Soll jetzt aber hier nicht die große Rolle spielen.


    Zitat

    Einigen wir uns darauf, dass man nicht mit Gewißheit sagen kann, wie es ohne Religion ausgesehen hätte, denn das wäre reine Spekulation.


    Gerne.




    Bezüglich Klimawandel ist nicht alles so gegessen, wie Du das hier darstellst.
    Gegessen ist vielleicht für Eishockeyfans der Fakt, dass ein Klimawandel stattfindet - wie viel der Mensch dazu beigetragen hat, dass ist nicht gegessen.



    Wo Du jetzt bzgl. Verzerrung von Debatten durch die Medien hinwillst verstehe ich nicht ganz - meine ursprüngliche Aussage war vor allem, dass die Moral im Allgemeinen nicht sinkt, sondern das nur so wahr genommen wird, weil breitere Medienpräsenz da ist.
    Und da hinein passt der Klimawandel natürlich insofern, als viele Menschen bspw. die Fluten in Bayern diesen Sommer dem Klimawandel zurechnen - weil er in den Medien breitgetreten wurde. Dass da aber nicht unbedingt ein kausaler Zusammenhang besteht, scheint da nicht zu stören.

    Zitat

    Original geschrieben von Jochen


    Aber ich bin liberal genug, anzuerkennen, wenn das für andere genauso ist, wie Du findest, daß es nicht sein darf.


    Na gut, wenn derjenige das für sich so hält, ist mir das egal. Wenn das aber in der Schule so gepredigt bzw. dargestellt wird, dann darf das wirklich nicht sein.
    Hat aber meiner Meinung nach nichts mit liberal zu tun.


    Zitat

    Ein Problem kriege ich nur, wenn missioniert wird. Des mog i goar net. ;)


    Siehst Du, jetzt hast Du verstanden, worüber sich die Leute in bzw. gegenüber den USA aufregen. Denn genau das passiert dort ..


    ;)

    Jochen: Der Grundsatz der Debatte war ja, dass in den USA eben nicht jeder glauben können soll was er möchte, sondern dass eine religiöse Ansicht von vielen als der Evolution gleichberechtigte Theorie gelehrt werden soll.
    Von mir aus soll gerne jeder glauben was er möchte - nur behaupten, dass sein Glauben höher - oder auch nur gleich - stünde mit Wissenschaft, das darf nicht sein.

    Zitat

    Original geschrieben von Sencer
    Für kaum eine Verhaltensweise von Menschen die als moralisch angesehen wird , bei der man zwingend einen kirchlichen oder religiösen Einfluß braucht um sie zu erklären.


    Man braucht ihn nicht - aber er spielt eine Rolle.
    Meiner Meinung existieren doch viele Verhaltensweisen, die als moralisch angesehen werden und von der Kirche wenn nicht erfunden, so doch über lange Zeit vertreten worden sind. Ganz trivial seien da mal die kirchlichen Regeln selbst erwähnt: Seine Kinder taufen lassen, kirchliche Hochzeit, Beerdigung etc., Beichten - das sind alles Verhaltensweisen,die von einem guten Teil der Bevölkerung als moralisch wahrgenommen werden.


    Dass es etliche Tierarten gibt, die monogam leben, beweist insofern nicht viel, als es auch Tierarten gibt, die das eben nicht tun. Bei homosexuellen Pinguinen kenne ich mich soo gut nun auch wieder nicht aus.
    Aber gut, vielleicht war Treue kein gutes Beispiel.


    Zitat

    Du scheinst ja selber mit manchen Wissenschaften auf Kriegsfuß zu stehen. Auch bei der Klimaerwärmung gilt ähnlich wie bei der Evolutionstheorie, dass es im Rahmen der Wissenschaft keine größeren Kontroversen zu diesen Thema gibt. Die Kontroversen finden in den Medien und in der Politik statt, wo unterschiedliche Interessen (teilweise eben finanzielle) aufeinander treffen.


    Was meinst Du "mit auf Kriegsfuß stehen"? Ich stehe mit manchen Theorien auf Kriegsfuß, ja. Mit der Wissenschaft an sich eher nicht.
    Zur Klimaerwärmung gibt es durchaus eine Kontroverse, dass die Diskussion darum auch und insbesondere in den Medien stattfindet, heisst ja nicht, dass sie unter Wissenschaftlern schon gegessen wäre.
    Weil aber heutzutage die Medien sehr viel präsenter sind als noch vor gar nicht so langer Zeit, werden derartige Diskussionen von einer breiteren Menge wahrgenommen und u. U. auch anders wahrgenommen - um zurück zum Thema zu kommen, glaube ich nicht, dass es heute weniger Vergewaltigungen, Diebstähle, Morde, Betrügereien etc. pp. gibt, früher wusste man halt nur nicht über alles und überall Bescheid. Deswegen bin ich der Meinung, dass Moral als solche in den wichtigen Bereichen (wenn Dominik kirchliche Trauung etc. als moralischen Vorgang sieht - dann sinkt die Moral im allgemeinen natürlich, ich würde das aber eher als Aufklärung bezeichnen ;)) nicht sinkt.

    Was Jochen schrieb und was Kay verstand .. :D


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    Original geschrieben von BigBlue007


    Aber im Ernst: Zur Wendezeit war ich 17, und ich habe eigentlich nicht den Eindruck, dass mich seit dem (und vorher auf keinen Fall) irgendwelche religiös geprägten Werteinstellungen heimgesucht hätten. Auch nicht unbewusst... ;)


    Jochen meinte, wenn ich das recht verstanden habe, dass viele der Moralvorstellungen, nach denen wir alle leben, von der Kirche durchaus beeinflusst worden sind, und das über viele Jahrhunderte hinweg. Insofern trifft das Dich genauso wie Nicht-Ossis, weil dieser Einfluss lange vor der Trennung stattgefunden hat.
    Beispiel hier vielleicht: Die Treue zwischen Mann und Frau. Dürfte eher nicht natürlichen Ursprungs entstammen, sondern vom Menschen selbst erfunden worden sein. Und dass da die Kirche mitgemischt hat ist wohl unbestritten.



    Zitat


    Um Dein Bsp. "Du sollst nicht töten" aufzugreifen: Damit unterstellst Du ja im Grunde, dass diese konkrete Moralvorstellung ihren Ursprung in der christlichen Religion hat und somit quasi jeder, der diese Devise lebt (der also "nicht tötet"), unbewusst nach einer christlich/religiösen Moralvorstellung lebt.


    Gerade das Gegenteil hat Jochen geschrieben - "Du sollst nicht töten" ist eben kein christliches Gebot, sondern (heute) in jedem Menschen als Naturinstinkt verankert.


    @Admin:


    Zitat

    Auch wenn du es sehr witzig rüberbringst, glaubst du etwa nicht das Werte heute verfallen?


    Zum einen glaube ich das tatsächlich nicht, zum anderen hat das, selbst wenn es so wäre, doch nichts mit Religion zu tun.
    Meiner Meinung nach hat der Großteil der Bevölkerung heute nicht andere Moralvorstellungen als früher, es wird nur zum einen mehr darüber berichtet (hier ein ähnlicher Effekt wie bei der angebl. Klimaerwärmung - es wird eben stärker wahrgenommen) und zum anderen ist die Welt liberaler geworden.


    Manche Leute brauchen, wenn sie trauern, eben keine allmächtige Macht, an die sie sich anlehnen können. Das hat nichts mit "drauf geschissen" zu tun (was ja schließlich bedeuten würde, nicht zu trauern - was soll das denn bitte damit zu tun haben?), sondern damit, dass man sich dessen bewusst ist, nicht von oben herab gelenkt zu werden.