Beiträge von joschi

    Private Clouds


    Vorsicht beim Umgang mit privaten Daten und Mißtrauen gegen fremdadministrierte Clouds sind Punkte, die ich gut nachvollziehen kann. Ich verwende aktuell in erster Linie Android-Phones, allerdings mit so weit als möglich minimiertem Dataset im unumgänglichen Google-Account. Der klassische lokale Point-to-Point-Sync ist mir mittlerweile aber auch zu umständlich. Die Lösung für mich heißt Private Cloud: Auf einem lokal im Heimnetzwerk laufenden Ubuntu Server pusht Zarafa über EAS meine Mails, verwaltet Kontakte und Termine. Das Aufsetzen dieser Geschichte war aber beileibe kein Zuckerschlecken, zumal meine Linux-Erfahrungen bis dahin mehr oder minder komplett auf die Anwendersicht beschränkt waren. Das Software-Paket ist zwar kostenlos, der Zeitaufwand relativiert das in meinem Fall aber, sprich: ich wäre durchaus bereit gewesen (und wäre es immer noch), z.B. für eine Microsoft Home Server Lizenz zu zahlen - wenn es denn eine gäbe mit (entsprechend abgespecktem) Exchange drauf.


    Die Exchange-Unterstützung ist bis incl. Android 2.2 übrigens ausgesprochen dürftig. Gut, meine Zarafa-Installation ist halt kein originales Exchange, aber dicht genug dran, daß ich mit Windows Mobile, Symbian und WebOS eine Verbindung hinbekommen hab' - unter Android mit Bordmitteln nichts zu machen, erst mit zugekauften Third-Party-Apps (Moxier in meinem Fall) klappt es.


    Was Windows Phone 7 betrifft, beobachte ich noch, allerdings höchst interessiert. Die Ansätze sind vielversprechend, die Basis stimmt, mir persönlich fehlen aber noch ein paar ganz spezielle Apps, auf die ich auf dem Smartphone nicht mehr verzichten will. Vielversprechende Ansätze und eine äußerst stimmige Basis reichen mir aber nicht mehr, um schon jetzt zu kaufen - das hab' ich zuletzt bei WebOS gewagt, das dann leider ordentlich von seinem Anfangsschwung verloren hat, zusätzlich ausgebremst durch den Übergang von Palm zu HP/Palm. Microsoft hat theoretisch einen sehr viel längeren Atem als Palm, verdient Geld in ganz anderen Geschäftsbereichen. Aber Microsoft ist genauso börsennotiert und könnte sich gezwungen sehen, (mal wieder) seine Mobile-Strategie völlig über den Haufen zu werfen, um die Analysten zufrieden zu stellen - wie lange gab's das "Kin"?

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    Original geschrieben von diger
    Im Grunde stimmt das schon, auch wenn ich es vielleicht nicht schlampig nennen würde. Und das ist jetzt auch kein Problem der Smartphones, sondern ein Allgemeines Softwareproblem.


    Mangelnde Qualität ist sicherlich ein zunehmendes Problem in der IT-Branche. Ursache dafür ist aber weniger Modularisierung und das Nutzen von Frameworks, eher schon schlechtes Projektmanagement und der liebe "Bean Counter", der dem Entwickler im Nacken sitzt.
    Gerade auf der Plattform Android könnte man Qualitätsprobleme durchaus thematisieren. Es gibt seitens Google keine Qualitätssicherung, ehe eine App im Android Market angeboten wird. Das kann man als Manko sehen. Das kann man aber auch unter Schlagworten wie "mehr Offenheit, weniger Zensur" als Vorteil gegenüber anderen Plattformen ins Feld führen. Ansichtssache.
    Daß qualitativ mangelhafte Android-Software sinnfrei und fahrlässig Datenverbindungen aufbaut, ist allerdings eine absolute Ausnahme - da müssen wir schon von grober Fahrlässigkeit, ja: völliger Dummheit beim Entwickler ausgehen. Wie weiter oben schon geschrieben: Auf modernen Smartphone-Plattformen wird einfach jetzt schon umgesetzt, was über kurz oder lang auch auf herkömmlichen PCs sich durchsetzen soll, jedenfalls wenn es nach sogenannten Experten geht - verteiltes Rechnen im Netz, Client-Server-Anwendungen, Datenspeicherung in der "Cloud". Gerade bei Smartphones kommen die Vorteile ja nachvollziehbar zum tragen: ein thin client braucht weniger Rechen-Power, muß weniger lokalen Speicherplatz vorhalten, weil er auf die Ressorcen zentraler Server oder einer "Cloud" zurückgreifen kann. Also alles pure Absicht, kein Versehen und keine Schlampigkeit - so herum wird ein Schuh draus.

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    Original geschrieben von diger
    Unabhängig von dieser Seuche, ist es allerdings auch so, das in den meisten Ländern die Datenübertragung quasi nichts mehr kostet. Deutschland ist ja bei dem Thema eher ein 3. Welt Land und rückständiger als Süd-Afrika :D


    Mach' die deutschen Tarife nicht schlechter als sie sind... Zumindest mir ging es so, daß ich in der jüngeren Vergangenheit in den meisten Ländern, die ich besucht hab', mehr - teils deutlich mehr - gezahlt hab' für mobiles Internet als in Deutschland. Bei größtenteils deutlich schlechterer Leistung (Netzabdeckung, Bandbreite). Um mal Dein explizit genanntes Beispiel Südafrika zu nehmen: Beim billigsten mir bekannten Anbieter kostet das 100 MB Paket 100 Rand, umgerechnet nicht ganz 10 EUR. Und für Mehrverbrauch zahlst Du sehr ordentlich. Verglichen damit leben wir im Paradies, oder nicht?

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    Original geschrieben von Francois
    Ihr solltet aber in eure Preiskalkulation dann auch die komplette Garminsoftware miteinbeziehen.


    Genau das ist der Punkt: Software (PC-Version; Windows Mobile wird anscheinend nicht mehr vermarktet, Android noch? nicht) und Kartenmaterial kosten bei Garmin 99 EUR, das Lifetime-Abo 119 EUR, zusammen also über 200 EUR. Das relativiert den Preis für das A50 doch sehr. Jedenfalls wenn das Lifetime-Abo für den Käufer interessant ist, weil er tatsächlich vor hat, das A50 länger als ein paar Wochen herumzutragen...

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    Original geschrieben von archie83
    Was will man auch mit dem Umrechnungskurs von letzter Woche?


    Im Urlaub reicht das im Regelfall locker. Die Umtauschkurse schwanken ausgesprochen selten so stark, daß das bei Kleinbeträgen stärkere Auswirkung hätte als die Rundung auf Cent. Für professionelle Devisenhändler ist eine Offline-Lösung aber sicherlich nicht geeignet.

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    Original geschrieben von Francois
    Ich nutze mit Unterbrechungen seit vielen Jahren Smartphones und es existieren hunderte von sinvollen Anwendungsmöglichkeiten ohne Netzanbindung.


    Für Smartphones der ersten Stunde und deren modernere Nachkommen gilt das in der Tat noch. Ein olles Treo mit PalmOS oder ein beliebiges Windows Mobile Gerät lassen sich sehr gut mit Applikationen bestücken, die offline ihren Dienst tun; tatsächlich sind Offline-Apps auf diesen Plattformen weit in der Überzahl. Ganz anders sieht es aus bei den top-aktuellen Smartphone-Betriebssystemen, gleich ob Apples iOS, Googles Android, Palm/HPs WebOS oder dem kommenden Windows Phone 7. Da gibt es im Offline-Betrieb drastische Einschränkungen, gerade auch was nachinstallierte Apps betrifft. Allein für Updates der installierten Apps laufen bei mir pro Monat mehr als 200 MB durch - nur für Updates wohlgemerkt, da hab' ich die Dinger noch gar nicht benutzt.


    Und nein, das hat nicht nur, noch nicht mal in erster Linie mit Facebook, Twitter & Co. zu tun. Versuch' mal allein im Android Market einen Währungsumrechner zu finden, der offline arbeitet. Oder Du installierst ein Progrämmelchen für Notizen, das alles "in der Cloud" speichert. Selbst E-Book Apps arbeiten mittlerweile vielfach mit Online-Anbindung: das E-Book wird hochgeladen zu einem Converter, der das Datenformat umwandelt in eine für den Client geeignete Form, der Client muß dadurch nicht mehr mit x Importern ausgerüstet werden, weil alles server-gestützt läuft.


    Natürlich wird man als Anwender vorab darauf aufmerksam gemacht, ob eine App eine Online-Verbindung benötigt. Mittlerweile steht das aber nicht mehr in fetten Lettern unübersehbar da. Weil auf diesen Plattformen quasi Standard, wir vielleicht nur noch kurz und sehr leicht übersehbar darauf hingewiesen.


    Darüber sollte man sich im klaren sein, wenn man ein aktuelles Smartphone mit modernem Betriebssystem kauft: Per default verbraten die Dinger reichlich Daten-Traffic. Entweder besorgt man sich also das Knowhow, um Datenverbindungen in erträglichen, vor allem kontrollierten Grenzen zu halten. Oder man besorgt sich einen passenden Tarif, der die Kosten in erträglichen, vor allem kontrollierten Grenzen hält.

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    Original geschrieben von BernieBrot
    Bisher haben die eBook Reader nur Nachteile.


    Nein, keineswegs. Ich hatte die Vorteile aus meiner Sicht einige Postings weiter oben schon aufgelistet: kleiner, leichter, haltbarer als Papier. Und herkömmliche eBook Reader mit eInk- oder ePaper-Display liefern ein kontraststarkes, gestochen scharfes Schriftbild, das dem von bedrucktem Papier bei Taschenbüchern entspricht. eInk-Displays sind im Gegensatz zu Flüssigkristallbildschirmen wie beim iPad auch flexibel, von Display-Bruch bei einem eReader hab' ich noch nie gehört oder gelesen.


    Noch ein Vorteil, der bisher nicht zur Sprache kam: Es gibt abertausende von eBooks, die man völlig legal kostenlos und ohne DRM-Knebel aus dem Netz laden kann, insbesondere Klassiker der Weltliteratur. Gedruckte Bücher dagegen werden ausgesprochen selten von Verlagen oder Buchhändlern verschenkt.


    Es gibt Nachteile, völlig klar. Ab und an muß so ein Ding an die Steckdose - bei mir einmal alle drei bis vier Wochen - was bei gedruckten Büchern überflüssig ist. Man kann Bücher meistenteils nicht verleihen, ohne den Reader gleich mit dazu zu geben. Dazu das Format- und DRM-Wirrwarr. Klassische Reader mit eInk-Display sind außerdem zu kaum mehr zu gebrauchen als als Lesegerät; die trägen Schaltzeiten disqualifizieren diese Geräte für z.B. Surfen im Web, erst recht natürlich Video. Einen MP3-Player haben die meisten eReader an Bord, das war's aber auch schon. Und: Der Reader kostet erstmal Geld, zusätzlich zur "Software", und das auch nicht zu knapp - 150 EUR muß man mindestens ausgeben zur Zeit.


    Vor- und Nachteile muß jeder für sich abwägen. Ich hab' für mich jedenfalls Papier bei, im weiteren Sinne, Unterhaltungsliteratur abgeschafft.


    Vorurteile abbauen kann man am besten, wenn man sich so ein eInk-Gerät mal live anschaut. Thalia zum Beispiel ist eine größere Buchhandelskette, die Sony-Geräte im Sortiment und meist auch Vorführgeräte ausliegen hat. Weltbild ist ebenfalls sehr weit verbreitet und vermarktet gebrandete Cybook-Reader, soweit ich weiß allerdings hauptsächlich über den Online-Shop, nur ausnahmsweise in den Filialen.

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    Original geschrieben von BernieBrot
    Wie lange mag wohl die durchschnittliche Lebensdauer von so einem Teil sein?


    Theoretisch: Die digitale Kopie des Buches wird nicht schlecht, auch in hundert Jahren nicht. Der Reader ist ja nicht das Buch, schon eher sowas wie das Bücherregal.


    Praktisch: Da hast Du völlig recht. Formatwirrwarr und DRM sind die Haupthindernisse, weswegen der große Durchbruch auf sich warten läßt. Und noch länger auf sich warten lassen wird. Die Verlage wollen gar keine eBooks verkaufen, wie mir scheint. Sehr schade für Leute wie mich, die nicht konservativ-bodenständig auf Goldschnitt und Schweinsledereinband bestehen. Eben darum könnte das iPad zum Heilsbringer werden, falls sich das Ding a.) überhaupt in nennenswerten Stückzahlen verkauft, b.) in nennenswerten Umfang als eBook Reader verwendet wird, also entsprechende Nachfrage generiert, und c.) wir nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, sprich: aus den Fesseln inkompatibler Formate und des DRM befreit werden, nur um anschließend in Leibeigenschaft bei Apple zu enden.

    Re: Re: Re: Re: Iphone, Ipd touch und Ipad: Weg frei für eBooks?


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    Original geschrieben von CK-187
    Also für den Fall das du den Kaffee etc. pp. absichtlich über die Bücher geschüttet hast und auf einen ebook reader nicht dann mag das so sein. Falls es aber ein Versehen war würd ich meine Meinung nochmal überdenken :rolleyes:


    Dann darf ich davon ausgehen, daß Du Kleinkinder nur aus dem Fernsehen kennst, falls überhaupt? :cool:

    Re: Re: Iphone, Ipd touch und Ipad: Weg frei für eBooks?


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    Original geschrieben von Lipfit2000
    Ein Buch ist dann doch irgendwie besser...


    Nur beispielhaft herausgepickt aus den Meinungsäußerungen hier im Thread zu Sinn oder Unsinn von eBooks. Leider ist das auch herrschende Meinung im Management der Verlage. Deshalb tut man alles menschenmögliche dafür, das eBook so unattraktiv wie möglich zu halten: Inkompatible Formate, die nur auf bestimmten Readern laufen; restriktive DRM-Lizenzen, die nicht nur Verleihen unmöglich machen, sondern auch den Umzug von einem Reader auf einen beliebigen anderen; Preise, die sich am gedruckten Werk orientieren, obwohl ja die digitale Kopie im Vergleich Produktions- und Logistikkosten nahe Null aufweist. Die Mätzchen, die die Musikverlage in den Anfangstagen der digitalen Vermarktung online angestellt hatten, waren harmlos im Vergleich.


    Das eBook hat durchaus seine Vorteile. Deshalb bin ich inzwischen umgestiegen auf die Dinger, jedenfalls was pure Unterhaltung betrifft: Anstatt x Kilo im Reisegepäck für den Urlaub für Bücher reservieren zu müssen, sind's bei mir knapp über 200 Gramm. Eselsohren brauche ich nicht, der Reader merkt sich automatisch, wo ich ein Buch "zugeklappt" habe. Mir ging im Urlaub auch schon mal der Lesestoff aus - kein Problem, über WLAN im Hotel war binnen fünf Minuten neues Lesefutter online gekauft. Die Hardware ist deutlich robuster als empfindliches Papier; wenn ich denke, wieviele Taschenbücher bei mir schon über den Jordan gegangen sind durch umgekippte Kaffeetassen oder Limogläser, amortisiert sich der Kaufpreis eines 200-Euro-Readers recht bald.


    Falls das iPAD sich wirklich verkauft wie geschnitten Brot, falls eBooks wirklich über das iPAD gepusht werden sollten, kann das für Leute wie mich nur von Vorteil sein, wenn die Verlage endlich gezwungen werden, sich auf Standards zu einigen, sich von allzu restriktivem DRM zu verabschieden und den Preisvorteil der günstigeren Produktion an den Käufer weiterzugeben. Falls ich dadurch halt nicht gleich wieder mit ganz neuen Abhängigkeiten konfrontiert werde, weil Apple sich in der eBook-Vermarktung eine ähnlich marktbeherrschende Stellung aufbaut wie im Online-Musikgeschäft.

    Das iPad wäre mir persönlich zu groß und zu schwer. Ich hatte früher ein Cybook mit schön handlichen 150 Gramm Masse, von den Abmessungen her wunderbar jackentaschentauglich. Inzwischen bin ich auf einen Sony-Reader umgestiegen, weil für das alte Mobipocket-Format im Cybook immer weniger zu bekommen war; das Sony ist einen winzigen Tick größer, aber deutlich schwerer mit seinem Metallgehäuse, fast schon zu schwer. Und das iPad würde das Dreifache wiegen. Versuch' mal, einen der alten EeePCs 701 (ungefähr die selbe Gewichtsklasse) längere Zeit mit nur einer Hand zu halten. Oder einen 1200-Seiten-Schmöker im Hardcover-Format. Damit gewinnst Du einen ganz guten Eindruck, wie komfortabel das iPad als Lesegerät sein wird.


    Zweiter Einwand contra eBook-Tauglichkeit ist die Display-Technik des iPad. 10" kontraststark auszuleuchten kostet ordentlich Strom. Selbst wenn die angegebenen zehn Stunden Laufzeit zu erreichen sein sollten, wäre mir das zuwenig für einen eBook-Reader; Reader mit eInk-Display kommen auf mehrere hundert Stunden Laufzeit, da das Display nur beim Wechsel der Anzeige (umblättern z.B.) Strom verbraucht. Und auch mit noch soviel Hintergrundbeleuchtung am LCD wird das Kontrastverhältnis von eInk-Displays nicht erreicht, die nahe dran sind an der Ablesbarkeit von bedrucktem Papier. Langes ermüdungsfreies Schmökern ist mit LCDs gleich welcher Generation nicht drin. Für's Zeitunglesen taugt's dagegen selbstverständlich, zumal passende Apps großer Nachrichtenportale halt glänzen könnten mit eingebetteten Multimedia-Inhalten, die wiederum auf eInk keinen Sinn machen würden wegen derer träger Schaltzeiten und dürftiger Farb-Unterstützung.