Den Unternehmen fehlt es an Mut und Risikobereichtschaft. Investitionen werden vermieden, schwache Sparten kaum noch saniert. Das Management traut es sich offenbar nicht zu. Statt dessen werden Unternehmensteile zerschlagen und verkauft (manchmal sogar verschenkt).
Risikominimierung liegt voll im Trend. Das fängt schon bei der eigenen Belegschaft an - eingestellt wird nicht mehr, es wird nur noch "angemietet". Das hat vor Jahren mit den Produktionskräften angefangen, mittlerweile ist auch die Forschung und Entwicklung davon betroffen. Die R&D Abteilungen sind voll von externen Ingenieuren. Ein 'Externer', der genau weiss dass er in paar Monaten in einem anderen Unternehme sitzen wird, hat aber nunmal eine etwas andere Motivation als ein interner Ingenieur....
Die nächste Stufe ist das vollständige Outsourcing. Die Automobilindustrie machts vor - Entwicklung & Produktion überlässt man den Zulieferern. Einen Grossteil der Risiken sowie Verantwortung wälzt man so auf andere ab. Im Management lässt man sich dann auch noch von Unternehmensberatern unter die Arme greifen - sei es aus Unfähigkeit oder auch Angst selbst Entscheidungen zu treffen?
Die Konzerne mutieren so langsam zu mächtigen Finanzholdings, Entwicklung & Produktion stören da eigentlich nur. Es ist kein grosses Geheimnis, dass VW z.B. einen nicht unerheblichen Anteil des Gewinns aus dem Kreditgeschäft generiert. VARTA ist aktuell dabei sich komplett vom operativen Geschäft zu trennen.
Die Diskussion um Lohnkosten ist imho massiv überbewertet. Ich hatte neulich die Möglichkeit ein modernes Werk zu besichtigen (Handyproduktion, allerdings nicht Siemens). Der Automatisierungsgrad ist mitterlweile dermassen fortgeschritten, dass man kaum noch Mitarbeiter in den Produktionshallen findet. Die Bestüclkung läuft voll automatisch, Arbeitskräfte werden nur noch in der Endkontrolle und Verpackung eingesetzt.