Original geschrieben von Printus
Es gibt viele faire Mittelständler und Kleinbetriebe, die eigentlich nicht so ticken, aber vor allem Großkonzerne, für die nur der kurzfristige Erfolg zählt; ein Manager, der ergebnisabhängig bezahlt wird, hat mehr davon wenn er die Zahlen seines Unternehmens kurzfristig in die Höhe treibt um dann anteilig abzukassieren, als wenn er mit mäßigem Gewinn langfristig plant.
Nach ein paar Jährchen verkrümmelt sich der Mitarbeiter, was dann aus der Firma und den Mitarbeitern wird, interessiert nicht mehr weil dann ist der Verursacher ja längst mit sattem Gewinn über alle Berge.
Personalkosten sind in Deutschland ein extremer Faktor weil vor allem die Lohnnebenkosten so teuer sind. Also kann man hier mit Einschnitten in den Gehältern besonders viel "herausholen" - und in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und Einschnitten in den sozialen Leistungen durch Hartz V gibt es einen hohen Druck auf Arbeitnehmer, sich auch mit einem kleinen Gehalt (anstatt gar keinem und nicht zum Überleben reichenden Transferleistungen) irgendwie über Wasser zu halten.
Und immer, wenn einer für wenig arbeitet, gibt es einen anderen, der es für noch ein bisschen weniger anbietet...
Wenn nun aber Arbeitnehmer wenig verdienen können sie folglich auch wenig ausgeben; das wiederum schmälert die Einkünfte der Wirtschaft, und mit dem Argument "die Zeiten sind schlecht, der Konsum stagniert" wird dann wiederum gerechtfertigt dass weitere Lohneinbußen stattfinden müssten.
In diesen Teufelskreis geraten dann zwangsläufig auch Unternehmen, die eigentlich willig wären ihre Mitarbeiter fair zu bezahlen, aufgrund der Marktsituation aber tatsächlich keine besonders üppigen Gehälter zahlen können.
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen bedürfte es schon mal eines gesetzlichen Mindestlohns um sicher zu stellen dass jemand, der arbeitet, dafür auch ein korrektes Gehalt bekommt, von dem er mindestens leben kann. Des weiteren müssten potente Unternehmen beginnen nicht nur kurzfristige, hohe Gewinne für die Aktieninhaber und das Management zu erwirtschaften, sondern das Unternehmen auf langfristigen, gebremsten Wachstumskurs zu bringen - und vor allem auch zu verstehen dass die Mitarbeiter zum wichtigsten Kapital eines Unternehmens gehören.
Das sind keine leidlichen Kostenfaktoren, die die höchsten Unkosten verursachen, sondern die besten Erfolgsgaranten eines Unternehmens, die man mit fairen Arbeitsbedingungen und ordentlicher Bezahlung hegt und pflegt.
Solange das aber von skrupellosen Geschäftemachern und schlechten Politikern ignoriert wird, sieht es leider so aus wie es aussieht, in Deutschland.