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Original geschrieben von tw2
Fakt ist doch, daß die Kosten für den GPRS-Ausbau einmalige Fixkosten waren und die zusätzlichen laufenden Kosten für den GPRS-Betrieb in der Relation zu den normalen Unterhaltskosten einer BTS gesehen, die sowieso schon für den Sprachbetrieb bezahlt werden müssen, eher gering sind.
Ich glaube nicht, dass die Kosten für den GPRS-Betrieb so gering sind. Es ist schließlich ein fast komplett eigenes Netz, dass sich mit GSM bis auf die Funkschnittstelle, Nutzerverwaltung und BTS-Anbindung kaum etwas teilt.
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Wenn hunderte oder tausende Flatrate-User wirklich durch ununterbrochenes Dauersurfen Zellen tagelang dicht machen würden, verdient O2 genausoviel als wenn sie pro Tag nur 10 Minuten drin sind - weil die Leute schon im Voraus bezahlen. Solange nicht hunderttausende Leute die die teuren Abzock-Volumentarife bezahlen, sich über schleppenden Zugang beschweren und nicht zum Zuge kommen, kann O2 das alles egal sein.
Das kann ihnen kaum egal sein, wenn die User das Netz wechseln, weil GPRS fast nicht brauchbar ist. Ausserdem gehen noch einige andere Sachen über GPRS: MMS, Klingeltöne, Logos, etc. Alles Sachen, an denen ordentlich Geld verdient wird, die also funktionieren müssen.
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Und diese hundertausenden Kunden haben sie nicht und werden sie auch nicht kriegen.
Oh doch, das geht ganz schnell. Müssen nicht viele sein, aber einige werden es schaffen mit P2P ihr Telefon voll auszulasten. Würde nicht lange dauern, bis sich hier beim TT die ersten User damit brüsten, ihr erstes Gigabyte über GPRS zusammenzuhaben.
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1.) Wie hier nun schon oft gesagt, gibt es Länder mit GPRS-Flatrates bzw. sehr preiswerten Volumentarifen und da ist dieser Run auf das Netz und die gegenseitige Blockade in der Praxis nicht eingetreten. Das widerlegt also diese These.
Das ist auch ganz einfach zu erklären: da wo das Netz am ehesten dicht wäre - in den Großstädten nämlich, ist fast immer Breitband (DSL, TV-Kabel usw.) ausreichend vorhanden. Und für die echten Dauersauger sind 53 kBit dagegen nur ein schlechter Witz. GPRS ist also dort als Breitband-Alternative nicht attraktiv.
Und da wo kein Breitband ausreichend vorhanden ist, also meist auf dem Land, ist das Potential für Zellüberlastung extrem gering, so daß es sowieso niemanden interessiert.
Ich kenne nur die GPRS-Flatrate von T-Mobile USA. Da mag deine Argumentation durchaus zutreffen, dort gibt es ja sogar für Analogmodems richtige Flatrates. Denk aber mal an Deutschland: Keine echten Flatrates für Modem-/ISDN-Kunden, kein DSL in Glasfaser-Gebieten. Gerade die Genion-Kunden von o2 sind an einer Internet-Nutzung über Mobilfunk interessiert, deswegen ja auch surf@home. Die wären die ersten, die eine GPRS-Flat buchen und auch nutzen. Die Kapazität von GPRS ist aber einfach zu gering, deswegen wird surf@home ja auch per UMTS implementiert.
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2.) Fordern hier die meisten Leute, u.a. auch ich, doch keine mobilen Flatrates. Deswegen ist es äusserst ermüdend, immer wieder auf die gleichen Argumente gegen GPRS-Flatrates, anzudiskutieren, auch wenn diese nichtmal stichhaltig sind. Was hier in der Diskussion gefordert wurde, waren attraktive Volumen- oder Stufentarife, wie z.B. 100 MB für 10 € mit genauer Rundung. So wäre eine Kappungsgrenze eingezogen.
Gut. Ich halte die GPRS-Tarife in Deutschland auch für überzogen. Aber manche User fangen ja gleich an, die Volumenpreise von DSL-Anbindungen mit GPRS zu vergleichen. Da kann ich nur den Kopf schütteln.
Ciao,
Antonov