Beiträge von qwasy

    Re: Re: Kluger Schachzug


    Zitat

    Original geschrieben von dr zuzelbach
    Weil eben gerade Pierrer (nun Mtgl. Kompetenzteam Merkel) sich damals bei Siemens besonders durch hemmungslose Arbeitnehmer-Erpressung und gnadenlose Personalbereinigung profilierte.


    vermutlich ist er auch aus diesem Grund bei den Arbeitnehmervertretern der Siemens AG so in Ungnade gefallen und wird als kaltherziger Kapitalist betrachtet :rolleyes:


    Deine Unkenntnis und Verbohrheit ist ja kaum noch zu überbieten :flop: Zuweilen ist ja ein Funken Humor und Augenzwinkern bei deinen Kommentaren zu erkennen, aber bei manchen Aussagen tun sich wirklich Abgründe auf.

    Re: Lernfähigkeit


    Zitat

    Original geschrieben von dr zuzelbach
      qwasy
    Vielleicht musst nun auch endlich Du erkennen, dass das deutsche Volk ein durchaus gesundes Verständnis von gesellschaftlicher Solidrität hat!!


    Das will ich ja hoffen, ansonsten wäre ich noch herber enttäuscht ;) Solidarität ist eine unabdingbare Säule unseres Staates - Solidarität mit den Armen, Schwachen und Bedürftigen. Eine weitere Säule ist aber auch die Leistungsgesellschaft: Wer viel leistet, der soll auch etwas davon haben. Eine andere Säule wiederum ist die Chancengleichheit, jeder soll die Möglichkeit haben, selbst etwas aus seinem Leben zu machen. Hierzu braucht man Ungleichheit, denn nur daraus entsteht Motivation. Uswusf. Aber ich denke es sind schon mehr als genug Versuche unternommen worden, dies anschaulich zu vermitteln. Mit manchen Welt- und Menschenbildern sind diese Vorstellungen wohl leider nicht kompatibel ;)

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    Original geschrieben von Laubi
    Nobbi "die Renten sind sicher" Blüm aufzuführen entbehrt jedoch m. E. der Logik; du meinst doch nicht im Ernst, dass dieser "sozial" war und/oder gehandelt hat, oder?


    Da kommt man zu einem meiner Lieblingsthemen: die Fristigkeit des politischen Handelns ;) Viele Dinge, die kurzfristig gesehen äußerst sozial/solidarisch erscheinen, erhalten auf lange Sicht ein umgekehrtes Vorzeichen. Da ist die Sozialpolitik nicht anders als die Unternehmensführung: Natürlich kann man durch "Erpressen" von Lieferanten oder durch Gängeln der Arbeitnehmer kurz- bis mittelfristig die Kosten senken resp. die Gewinne erhöhen - auf lange Sicht bringt es dem Unternehmen aber gar nichts, wenn der Lieferant pleite geht oder die Arbeitsnehmer unzufrieden werden, dauernd krank sind und das persönliche Interesse am Wohl des Unternehmens (und somit guten Produkten) verlieren.


    Im Falle Blüms stehen den kurzfristigen "Erfolgen" durch großzügige Rentenversprechen, die Einführung einer Pflegeversicherung und den vom ihm präferierten Ausbau des Sozialstaats im Allgemeinen die in den letzten Jahren zu tage tretenden Probleme gegenüber. Ähnliches befürchte ich bei weiteren Wohltaten, die der Staat verspricht - kurzfristig tolle Sachen, langfristig unbezahlbar. Noch geht's mit Ach und Krach, in wenigen Jahren werden wir vor einem gigantischen Scherbenhaufen sitzen - wir könnten von glück reden, wenn dann noch annähernd der soziale Rückhalt für die wirklich Bedürftigen geboten werden kann, der ein menschenwürdiges Leben gewährleistet.

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    Original geschrieben von o2neuling
    Aber zur Not kann man ja immer noch sagen, dass man Recht hat und die anderen einfach nur verführt wurden. (Vorsicht, Provokation)


    Dann ist nicht rübergekommen, was ich weiter oben schrieb:
    1) Schröder schafft es mit der SPD Hartz4 durchzusetzen
    2) Harte proteste kommen, der linke Flügel verlässt die SPD
    3) schröder merkt, dass er zunehmend Rückhalt in der Partei verliert
    4) Vertrauensfrage -> kein Vertrauen -> Neuwahl
    5) Union liegt weit vorne, bekräftigt den Reformwillen, der so verschieden zu Hartz 4 nicht ist, hat ähnliches Ziel wie Schröder bei 1) und 2) vor Augen
    6) Schröder unterstellt dem Programm der Union soziale Kälte, agitiert förmlich, indem er die Kälte personifiziert - was vor Kurzem noch Hartz war ist nun Kirchhof
    7) Schröder vermeidet es, seinen zukünftigen Kurs im Wahlkampf aufzuzeigen, schießt sich stattdessen auf Kirchhof ein - dass der Unterschied zu seinen Zielen nicht so groß ist, lässt er gerne unter den Tisch fallen
    8) Die Union schafft es nicht, dieses Spielchen aufzudecken


    Soetwas meine ich mich vergiften, er ist ein perfekter, extrem opportunistischer Verkäufer - aber eben auch einer, von dem ich niemals ein Auto kaufen würde.

    Zitat

    Original geschrieben von Sencer
    Du sagst, also dass Seehofer, Laumann und andere CDU-Politiker (wie oben zitiert) mittlerweile selbst schon an die (wie du es nennst) Propaganda der SPD glauben?

    Natürlich hat eine Volkspartei ein überaus buntes Spektrum an Mitgliedern und Offiziellen zu bieten - dass diese aber nicht immer die allgemein verfolgte Linie vertreten liegt doch nahe. Seehofer (aber auch frühere "Sozialexperten" wie Blüm oder Geissler) haben nicht umsonst einen schweren Stand (gehabt) und vertreten/vertraten sehr engagiert Einzel- oder Minderheitsmeinungen der Partei. Aber das ist doch nichts Neues?

    Zitat

    Original geschrieben von o2neuling
    qwasy, auch Dir möchte ich gerne mitteilen, dass der Wahlkampf jetzt vorbei ist. CDU und CSU sind schon längst einen Schritt weiter und haben erkannt, dass auch sie, wenn sie eine Volkspartei sein und bleiben wollen, soziale Akzente setzen müssen. Manche gehen sogar so weit, darin den Grund für das schlechte Ergebnis zu sehen:


    Zu Deinem Argument, der Wahlkampf sei vorbei, sei nur hinzugefügt, dass es auch Wähler gibt, die sich an das erinnern, was vor der Wahl gesagt wurde. Das ist nicht einfach alles wegzudiskutieren mit einem einfachen "vorbei".
    Auch wundert mich, dass anscheinend die penetrante Wiederholung und Vergewaltigung des Begriffs "sozialer Kahlschlag" durch die Wahlkämpfer aber auch beharrlich kämpfende Mitschreiberlinge auch hier Anklang findet. Wenn man den Vorwurf nur lange und beharrlich genug runterbetet, dann glauben es auch die Leute. Nur beantwortet es noch lange nicht die Frage, wie man den Arbeistlosen wieder eine Arbeit verschaffen kann.

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    Original geschrieben von o2neuling
    Ja was denn jetzt? Ist die Große Koalition jetzt ein Garant für Stillstand wegen hoffnungslos unüberbrückbarer inhaltlicher Differenzen oder geht sie doch, weil die beiden gar nicht so weit auseinanderliegen?


    Ich bitte Dich, das steht nirgends geschrieben - jedenfalls nicht von mir und nur für meine Aussagen stehe ich hier. Keiner spricht von unüberbrückbaren Differenzen zwischen SPD und CDU/CSU, obgleich natürlich teilweise starke Differenzen bestehen. Dir ist doch sicher nicht entgangen, dass Hartz4 im Wahlkampf von SPD und CDU/CSU (und auch bei den Grünen und der FDP) kein Thema war - weil beide der meinung sind, dass die Richtung stimmt, lediglich über die Wege besteht Diskussionsbedarf. Das ist auch nicht das Argument, das gegen die Große Koalition angeführt wird, das weisst Du auch.


    Vielmehr ist es die Befürchtung, dass dann wieder Stillstand und laufendes machpolitisches Geplänkel zwischen den Partnern droht, weil keiner damit rechnet, dass so ein Experiment eine ganze Legislaturperiode durch halten kann. Und somit wird jeder darum bemüht sein, sich in eine möglichst gute Ausgangsposition zu manövrieren. Auch müsste ein reformfreudiger Schröder bzw. dessen Nachfolger stets aufpassen, nicht zu viele im Wahlkampf als sozialen Kahlschlag betitelte Maßnahmen durchgehen zu lassen und wäre somit immer der Bremser. Ein anderes großes Makel der GroKo ist, dass viele gute Ideen durch die notgedrungene Konsensbildung verkrüppelt werden, sodass am Ende kaum noch der gute Ansatz erkennbar wird. Eine Angst, die mit der GroKo verbunden war ist ja glücklicherweise verhindert worden, nämlich dass Lafontaine und Gysi die Oppositionsführer wären.


    Also bitte immer bei den Tatsachen bleiben, eine GroKo ist sicher keine gute Lösung für's Land, aber eine gute Lösung steht mit den momentanen Ergebnissen sowieso nicht zur Debatte. Und Gräben bestehen zwischen allen politischen Lagern, sonst hätten wir schließlich noch/wieder eine Einheitspartei...

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    Original geschrieben von Laubi
    jetzt gilt's "nur" noch den Guido umzustimmen. Any Ideas? :D


    Man könnte ihm einen Platz neben Volker Beck im Bundestag anbieten... ;)

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    Original geschrieben von VFBler
    Ich habe gestern bei dieser Runde live erlebt daß Schröder ein genialer Taktiker sowie ein Staatsmann ist wie wir Ihn schon lange nicht mehr gehabt habe


    Bei Schröder ist das Taktik, was bei Leuten wie Bush als Überheblichkeit und Arroganz gilt? Da verstehe einer die Wähler...


    Zitat

    Original geschrieben von VFBler Er Sprach offen aus daß die Mehrheit der Bundesbürger Ihn als Kanzler sehen wollen.

    Vielleicht die Mehrheit der SPD-Wähler, aber nicht die Mehrheit der Bundesbürger ;)

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    Original geschrieben von Sencer
    Du machst es dir m.E. zu einfach. Als die Union im AUftrieb war, sei es alleine die Rationalität des Programms und der Vorschläge, und jeglicher Verlust, gehe auf Kosten der Propaganda der politischen Gegner?


    Natürlich gibt es auch CDU-Sympathisanten, welche den von der CDU angestrebten Kurs nicht mittragen wollten und deswegen eine andere Partei wählten, das ist doch wohl hoffentlich logisch und bedarf keiner separaten Erklärung :confused: Aber was war denn der Wahlkampf der SPD im Hinblick auf die CDU? Soziale Kälte wurde unterstellt - ein Blick in die Agenda 2010 hätte aber nicht so verschiedene Positionen zu den Konzepten der CDU hervorgebracht. Aber in der Kommunikation der SPD wurde es als eine Wahl zwischen Himmel und Hölle im Hinblick auf Reformen im Sozialbereich stilisiert.