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Re: Re: für dumm verkauft
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Original geschrieben von Brainstorm
Das ist schon richtig. Aber jemand der mit 30.000 € bisher vielleicht 16% bezahlt, bezahlt also faktisch 4800 € Steuern. Bleiben ihm 25.200 zum Leben. Das ist wenn man davon ein jahr leben will, nicht so viel.
Aber Schröder hat in diesem Punkt bewusst die Unwahrheit gesagt, und leider gibt es Millionen Wahlberechtigte, die das glauben, teilweise sogar nachplappern.
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Original geschrieben von Brainstorm
(...)Bei einer 25% einheitssteuer zahlt der erstere 7500 Euro. Aso deutlich mehr. Jetzt muß der arme Mensch, der es schon vorher nicht sehr Dicke hatte, mit nur noch 22500€ Auskommen.
Dem reichen geht es noch besser: Der Zahlt jetzt nur noch 75000 €. Natürlich ist das noch das zehnfache vom Armen menschen, aber deutlich weniger als er bisher zahlt. Jetzt bleiben dem 225.000 Euro. (...)
Ohne jetzt auf (durchaus diskussionswürdige) Details einzugehen, kann man doch nicht leugnen, dass es zahlreiche Investitionsmöglichkeiten gibt, die die Steuerlast der Gutverdienenden mindern können. Ein "Reicher", der sein gesamtes Geld konsumptiv ausgibt hat freilich keine Möglichkeiten, seine Steuerlast zu senken. Wer jedoch auch investiv aktiv wird, dem erschließen sich zahlreiche Möglichkeiten, wie er Steuern sparen kann.
Eine Flat-Tax stellt in meinen Augen durchaus einen interessanten Ansatz dar, allerdings muss auf jeden Fall gewährleistet sein, dass die Geringverdiender nicht stärker belastet werden. Dass die Besserverdiener allerdings entlastet werden müssen, hat ja selbst Rot-grün eingesehen, indem sie den Spitzensteuersatz gesenkt haben. Die Antriebskraft dafür ist weniger Lobbyarbeit als die Erkenntnis, dass die "Schraube" ein paar Umdrehungen zu weit angezogen wurde.
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Original geschrieben von raix Mit dem Kommunismus geht alles andere als ein Regime einher.
Wie BB07 schon richtig erklärte funktioniert der Kommunismus erst wenn die Technik soweit ist, daß man alles sofort ohne Arbeit produzieren kann!
Und zusätzlich ist der Kommunismus ein globales System.
Regime bezeichnet nicht zwangsläufig eine Gewaltherrschaft - es bezeichnet auch eine "Systemordnung"
Und sofern Du selbst mal einen Blick ins Kapital oder auch das Kommunistische Manifest geworfen hast, wirst Du mir sicher nachsehen, dass ich mir dies ungerne wiederholt antun möchte.
Als Gedenkenkonstrukte haben der Kommunismus und der Sozialismus noch einen gewissen Reiz, aber sie gehen schlichtweg von falschen und irrigen Annahmen aus. Und um diese Fehler "auszubügeln" sind nunmal die "Staatsapparate" erforderlich. Ich denke, Du erkennst, wo der Fehler steckt 
Die Annahme, dass der Mensch eine Maschine (nicht im Sinne von Arbeitskraft) sei, d.h. vollständig berechen- und vorhersehbar ist, stellt schlichtweg eine menschenunwürdige Grundannahme dar.
Aber glücklicherweise besteht weitgehend Konsens darüber, dass sowohl der Kommunismus als auch der Sozialismus weder tauglich noch in irgendeiner Form realisierbar sind.
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für dumm verkauft
Ein (bewusster) Fauxpas ist Schröder unterlaufen:
"Es dürfe nicht dazu kommen, dass eine Krankenschwester genauso viele Steuern zahle wie ein Millionär."
Das klingt natürlich gut und sorgt für entsprechende Stimmung im eigenen Lager. Aber ich bin mir sicher, dass Schröder nicht so dumm ist und dies tatsächlich glaubt, aber er spekuliert natürlich darauf, dass es von vielen Wählern als wahr betrachtet wird. Dass viele mit der Prozentrechnung auf Kriegsfuß stehen, ist kein Geheimnis, aber 25% von 30.000 € sind nunmal auch unter Schröder schon deutlich weniger als 25% von 300.000 €, nämlich ein Zehntel. Von gleicher Steuerzahllast also weit entfernt. Da muss man noch nichtmal Freibeträge bemühen...
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Original geschrieben von BigBlue007
Bist Du ein Fan von diesem Typen? Ich meine - nicht dass es mich wundern würde - im Gegenteil, es würde einiges erklären... 
Seine Kommentare sind in der Regel das erste, das ich in der Wirtschaftswoche lese - sie stehen aber auch auf der ersten Seite 
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Original geschrieben von BigBlue007 Hierbei muss man von der Prämisse ausgehen, dass der uns bekannte Sozialismus seine ideologischen Ursprünge vor allem in den Ideen zweier heute kaum mehr bekannter Herren Namens Marx und Engels hatte, deren Theorien ca. 99% der Leser hier - einschl. qwasy - kaum wirklich geläufig sein dürften.
Neben Adam Smiths "Wohlstand der Nationen" steht bei mir "Das Kapital" im Bücherschrank - zumindest dort vertragen sich die beiden recht gut. Gelesen habe ich Letzteres aber tatsächlich nur in Auszügen. Während der eine die Menschen beschreibt, wie wir sie kennen, versucht der andere eine Welt zu konstruieren, die die Menschheit, so wie wir sie kennen, niemals zustande bringen wird.
Das Regime, das immer mit dem Sozialismus und dem Kommunismus einhergeht, ist nunmal erforderlich, um den Leuten zu "vermitteln", dass das Staatssystem gut ist
Dass der Staat perfekt für seine Bürger sorgen kann. Dass der einzelne Bürger mehr oder weniger dumm ist und selbst damit überfordert ist, für sich zu sorgen.
Die Frage, die sich stellt, ist, welche Lehren man aus einer Staats- und Wirtschaftsform ziehen kann, die nicht den Menschen berücksichtigt, sondern implizit von mehr oder weniger identischen Human-Maschinen ausgeht. Insofern finde ich das Bild menscherverachtend.
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Original geschrieben von BigBlue007 BTW: "Im Prinzip" kennen wir eine solche Gesellschaftsordnung bereits: Sie findet auf der Erde in "Star Trek" statt! 
Und selbst dann sind wieder einige gleicher als andere...
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Die Koppelung von Studiengebühren an die Fachrichtung halte ich für problematisch, wenn man die durchschnittlichen Ausbildungskosten als Berechnungsgrundlage heranziehen will: Während BWL und Jura Billigstudiengänge im Massenbetrieb sind und sich die Vollkosten je Durchschnittsstudent grob im Rahmen zwischen 15.000 und 25.000 EUR bewegen, sind Medizinausbildungen allein schon aufgrund der praktischen "Metzeleien" deutlich teurer, da hier kein Massenbetrieb mehr möglich ist, sondern vielmehr Einzelbetreuung erforderlich ist. Wesentlich teurer werden aber Naturwissenschaftliche Ausbildungsgänge, wie Chemie, (experimentelle) Physik, Biochemie usw. Hier sind zum Teil extrem teure Labore notwendig, deren anteilige Kosten auf den einzelnen Studenten umgelegt auch schnell mal den Wert eines schicken Eigenheims im Grünen erreichen können.
Aber auch die durchschnittlich erzielbaren Einkommen taugen kaum als Berechnungsgrundlage für die Studiengebühren, zu groß ist einfach die Einkommensstreuung unter den Absolventen, 100% Differenz ist keine Seltenheit.
Es soll ja nicht Ziel sein, dass jeder Student nur nach dem Prinzip der Einkommenmaximierung sein Studium wählt. Die Neigungen müssen natürlich einfließen, nur eben unter der Nebenbedingung, dass er bei der Studienwahl ein bisschen darauf achtet, nicht geradewegs in die Arbeitslosigkeit hinein zu studieren.
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Original geschrieben von Martyn
Aufbau Ost: Nachdem die Artikel des des täglichen Bedarfs in Ost und West gleich teuer ist, wäre hier eine Angleichung des ALG II und auch BAT längst überfällig. Und bei der Wirtschaftsförderung sollte nur die Struktur gefördert werden, und nicht Unternehmen das Geld in den Rachen geworfen werden.
Ist das ein Bewerbungsschreiben für den nächsten Dodo der Woche?

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Original geschrieben von katinkamaus
Und wovon sollen die Studenten das bezahlen?
Zur Finanzierung sind verschiedene Formen angedacht, alles läuft letztlich auf Bildungsdarlehen hinaus, die zinsfrei bzw. zinsgünstig für die Studenten gewährt werden. Offene Punkte sind noch, ob jeder oder nur die Bedürftigen diese Kredite erhalten können. Natürlich sollen die Studiengebühren keinen vom Studium abhalten, aber es ist meiner Meinung nach nicht zuviel verlangt, auch etwas Eigeninitiative von der zukünftigen "geistigen Elite" zu fordern - und wenn Sie eben so weit geht, dass sie das Studium als Investition betrachtet (was sicher der Großteil der Studenten auch macht).
Leider ist die Kostenlosmentaliät aber auch in diesem Bereich sehr tief verwurzelt.
Interessanterweise sind viele der Gegner der Studiengebühren in Fachrichtungen angesiedelt, die eher "arbeitsmarktfern" sind (etwa viele philosophische Fakultäten). In den Fakultäten, die mir selbst direkt und indirekt vertraut sind (betriebswirtschaftliche, juristische, medizinische und technische Fakultäten) sind, habe ich den Eindruck, dass Studiengebühren von der Mehrheit nicht generell abgelehnt werden (abnehmend in der Reihenfolge der Nennungen).
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Original geschrieben von Ibiza
Sieh dir doch mal Hamburg an. Die verlangen ja jetzt schon 500€ pro Semester. Das sind Demnach 1000€ zusätzlich im Jahr. Lebenshaltungskosten mal ganz außer acht gelassen.
Eben, "horrend" ist doch wohl wirklich etwas anderes. Ein 5-jähriges Studium summiert sich auf 5.000 EUR. Sofern Du nicht ein "Orchideenfach" studierst, das zwar möglicherweise Deinen Neigungen entspricht, später aber allenfalls zu intellektuellen Taxifahrten für Deine Fahrgäste gereicht, ist der Betrag innerhalb weniger Monate im Arbeitsleben zurückbezahlt.
Natürlich zahlen Akademiker später oft auch mehr Steuern als die Nichtakademiker, aber der Zusammenhang ist eher diffus. Warum also nicht gleich die Studenten an den Kosten beteiligen? Nebenbei ist damit die Hoffnung verbunden, dass die Studenten bedarfsgerechtere Studienfächer wählen. Arbeitslose Akademiker haben wir schließlich auch mehr als genug.
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Original geschrieben von Mekong
Von einem Menschen, der keine/kaum eine Ahnung hat, was das Studentenleben angeht, fasse ich das nicht als Vorwurf, sondern als Unwissen auf 
Editiert!
Sorry, das Edit hier habe ich nicht gelesen nur den Text vorher, wo es ziemlich unter die Gürtellinie ging und Du Ahnungslosigkeit bzw. sogar Dummheit (?)unterstelltest - daher dachte ich, Du teilst hart aus und kannst dafür auch natürlich einstecken. 
Ebenso die Verwunderung über die CDU-Wähler - Du wirst lachen, gleiches frage mich im Hinblick auf SPD-Wähler 
Diskutier doch bitte wieder mit
Ernstgemeint, ich denke sonst fehlen hier einige wesentliche Argumente (was nicht heisst, dass ich sie für richtig halte)!
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Original geschrieben von Mekong
im Nebenfach Politik-Studentin.
Das erklärt allerdings, warum ein Studium nicht immer zwangsläufig als Investition betrachtet werden kann 
Aber es erklärt nicht, warum sich die Allgemeinheit an den Kosten beteiligen soll. Soziales Denken sollte tiefer und v.a. weiter gehen...