Beiträge von qwasy

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Wer Arbeitslose so veramern lassen will das sie nicht mehr am normalen Alltagsleben teilnehmen können ist inhumen ... da lohnt es sich garnicht zu diskutieren.


    Das ist eben der wunde Punkt, an dem massiv gearbeitet werden muss, was aber insbesondere die Gewerkschaften verhindern, weshalb viele hunderttausend Arbeitslose auf deren Konten gehen: Momentan ist Arbeitslosigkeit - insbesondere bei älteren Arbeitnehmern - eine Diagnose wie bei einer schweren Krankheit: von heute auf morgen kann man nichts daran ändern. Aber andere Länder - selbst die gerne als Negativbeispiel zitierten USA - sind und hier meilenweit voraus: Es muss endlich auch in die Köpfe der Gewerkschaften gehen, dass ein Unternehmen auch einen gewissen Bestand an Arbeitskräften zum "Atmen" braucht. Wenn die Auftragslage gut ist, dann muss man Leute einstellen können, ohne diese in schlechten Zeiten mit durchfüttern zu müssen.

    Re: Re: Re: Unternehmenskultur


    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Es kommt immer drauf an, was man draus macht. Es ist nicht immer so schön, wenn sich Freizeit, Hobby und Beruf um ein und dieselbe Sache drehen und wenn die noch so vielfältig ist.


    Da stimme ich Dir auf jeden Fall zu, meistens ist es für alle Beteiligten wertvoller, wenn Freizeit und Beruf nicht ineinander aufgehen und klar getrennt sind. Andererseits bedeutet ja eine Vermischung von Hobby und Beruf, dass man keine anderen Freizeitbeschäftigungen mehr hat - nur empfindet man eben die Arbeit nicht als Zwang, wo man jede Minute zählt. Und bei Selbstständigkeit fordert man mehr oder weniger mutwillig die Vermischung von Beruf und Privatvergnügen...


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    ...aber eine Regelmässige Arbeitszeit von 50h wäre inhuman...

    Wie bitte?? Inhuman??
    Sollten tatsächlich solche Vorstellungen in der Gesellschaft rumgeistern und mehrheitsfähig werden und gleichzeitig auf der anderen Seite Forderungen nach immer besseren Lebensstandards für Nichtstuer (egal ob nun verschuldet oder unverschuldet) auftauchen, dann plädiere ich aber offen für eine Amnestie aller Steuerhinterzieher und Sozialabgaben-Nichtzahler. In gewissen Grenzen bin ich gerne bereit, Abgaben zu leisten, um die Schwachen zu unterstützen und aus Notlagen herauszuhelfen. Aber sobald mir einer von denen mit dem Argument käme, dass 50h Wochenarbeitszeit "inhuman" seien und er die Arbeitslosigkeit vorziehe, dann würde ich um jeden Euro kämpfen, den ich vor dem falschen Sozialstaat retten könnte....


    btw: es gibt genug 50h-Arbeitende, die sich kein Kino und kein McDonalds leisten können...

    Re: Unternehmenskultur


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    Original geschrieben von dr zuzelbach
    @qwasi
    Klar kannst Du von mir aus rund um die Uhr arbeiten.
    Bloß solltest Du Dich (auch hier) nicht zum Maß aller Dinge machen! ;)

    Nichts liegt mir ferner als das zu tun :) Schließlich bin ich der Auffassung, dass viele, welche die Arbeit nur als Mittel zum Zweck sehen, den falschen Beruf gewählt haben. Aber mir ist bewusst, dass nicht jeder das Glück hat, Geld für ewas zu bekommen, das ihm Spass macht und wo die Grenzen zwischen Hobby, Arbeit und Freizeit verschwimmen - das könnte ich mir am Fließband auch nur schwerlich vorstellen ;) Nur stehe ich auf dem Standpunkt, dass eine Anspruchshaltung auch immer eine Rechtfertigung braucht. Aber das sehen viele leider nicht, was angesichts mancher Politikeräußerungen auch nicht verwunderlich ist, welche die Ansprüche zuweilen durch Neid und Missgunst erzeugen.

    Zitat

    Original geschrieben von dr zuzelbach
    Zu Deinem "mittelständischen Einwurf": wenn ich mir ansehe, welche wirtschaftliche Giganten sich zwischenzeitlich "mittelständisch" schimpfen, zeigt es sich doch wieder, wie schnell man mit routinierter Dialektik die tatsächlichen Gegebenheiten geschickt verschleiert.


    Orientiert man sich am Handelsgesetzbuch, so sind die Größenklassen in §267 recht deutlich beschrieben, wobei es auch zahlreiche davon abweichende Definitionen gibt. Natürlich gibt es auch Mittelständler, die es auch mit Großkonzernen aufnehmen können, aber ein bedeutender Anteil der Arbeitsplätze ist noch bei Unternehmen, deren Pleite weder in den TV-Nachrichten noch in überregionalen Zeitungen eine Meldung wert wäre. Und für diese sind Dinge wie Kündigungsschutz, Flächentarifvertrag & Co., was als vermeintlich soziale Errungenschaft gepriesen wird, ein Hemmnis dabei, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Jegliche Flexibilität fällt irgendwelchen reglementierungswütigen Bürokraten und Ständeverteidigern zum Opfer.

    Re: Es wird immer kälter in Deutschland


    Zitat

    Original geschrieben von dr zuzelbach
    Wer solch menschenverachtende Parolen unter die Menschheit streut liegt zwar voll im Trend, aber weitab vom echten (mitmenschlichen) Leben!


    Im Zusammenhang mit den vorhergehenden Postings, insbesondere denen von martyn, wird der Zusammenhang wahrscheinlich deutlicher. Erschreckend, auf welchem Niveau die Menschenverachtung anfängt.

    Zitat

    Original geschrieben von dr zuzelbach Unterhalte Dich doch einmal (z.B.) mit einem hoch qualifizierten Arbeitslosen, jenseits von 45 Jahren, der wegen (z.B.) dem Aufkauf und der nachfolgenden Zerschlagung seiner Firma schuldlos (!!) arbeitslos wurde.
    So jemand bekommt eben keine gleichwertige Arbeit mehr!!
    Alle Arbeitgeber sind nämlich nur noch auf dem jung und gesund Trip.


    Hier drehen wir uns im Kreis, ich habe auch nur sehr mäßiges Interesse, zum hundertsten Male zu versuchen, meine Sicht der Dinge darzulegen. Auch lege ich keinen Wert darauf, auf dem Niveau der Linkspartei zu diskutieren, die u.a. am laufenden Band Großkonzerne mit Klein- und mittelständischen Unternehmen auf eine Stufe stellen will. Darüber sind wir wohl zumindest in diesem Thread mittlerweile hinweg. Daher nur in einigen Stichpunkten:
    - keiner will Arbeitslose diskriminieren
    - eine Neueinstellung darf kein Risiko mehr für Unternehmen sein
    - Dann kann man auch den 50-Jährigen einstellen, ohne Angst zu haben, in schlechten Zeiten den ganzen Laden in den Ruin zu treiben.
    - Die Hilfen müssen so dimensioniert sein, dass zum einen die Empfänger ein anständiges Leben führen können, aber auch gleichzeitig ausreichend Anreize bestehen, auch unter inkaufnahme von erschwerten Umständen (sei es andere Tätigkeit, anderer Ort, schlechtere Bezahlung als früher), wieder auf eigenen beinen zu stehen
    - Es ist gerade gegenüber Gering- bis Normalverdienern asozial, wenn die Daheimgebliebenen genau den gleichen Lebensstandard haben, wie diejenigen, die sich abarbeiten.
    - Ich persönlich bin ferner auch nicht der Auffassung, dass man ein natürliches Anrecht darauf hat, nach 35h Arbeitszeit die Füße hochzulegen. Wenn man denn 2x/Jahr in Urlaub fahren will, 1x/Woche mit der Familie zu McDonalds gehen will, dann ist durchaus legitim, auch noch einen 2. Billig-Job anzunehmen. Es ist absolut nichts unmoralisches dabei, 50h pro Woche zu arbeiten.

    Deine Argumentation ist durchaus nachvollziehbar - heisst für mich in der Konsequenz aber lediglich, dass die gewährten Hilfen immer noch zu hoch sind.


    Den Zugewinn des ALG2-Empfängers darfst Du nicht isoliert sehen, schließlich bekommt er ja auch schon andere Unterstützung zu Lasten der Allgemeinheit, für die er keine Gegenleistung erbringt. Das Problem könnte man alternativ auch dadurch lösen, dass jede Art von Unterstützung an Gegenleistungen gekoppelt wird. Der Aufschrei hier wäre aber ungleich größer (wenn auch die Maßnahme meines Erachtens durchaus gerechtfertigt wäre - schließlich entstehen dann nicht mehr die Abwägungen zwischen Nichtstun und Arbeiten + Taschengeld).


    Auch Bafög soll kein Geschenk an die Studierwilligen sein, sondern denjenigen helfen, die selbst nicht die Mittel hierzu haben. Eigentlich war das auch noch nie anderes gedacht, worin du jetzt das Problem mit den Freibeträgen siehst, ist mit schleierhaft. Auch ein ALG2-Empfänger der regelmäßig in der Kneipe und im Bordell seine Stütze verprasst behält auch seinen Anspruch...

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn Ich denke vor zehn Jahren hätte das was jetzt SPD Programm ist als Union/FDP Programm durchgehen können und das was jetzt Linksparteiprogramm ist als SPD Programm.


    Man sollte den Menschen - und nichts anderes sind auch Politiker - zutrauen, dass sie etwas dazulernen. Die SPD hat in den Jahren der Regierungsverantwortung gelernt, dass es eben nicht mit etwas mehr Umverteilung getan ist. Dass nur in einem Wirtschaftsklima, das den einzelnen motiviert und zum selbstbestimmten Handeln ermuntert, Verbesserungen auf breiter Front zu erreichen sind. Und das geht eben nicht mit mehr Gleichheit qua leistungsfeindlicher Umverteilung, sondern nur dadurch, dass die im pseudosozialen Sumpf (der mitunter auch auf Kohl und v.a. Blüm zurückgeht) verkrusteten Leistungsanreize wieder offengelegt werden. Diese eigentlich triviale Einsicht hat sich auch bei unserer jetzigen Regierung durchgesetzt, Hartz IV geht etwa in diese Richtung.


    Die von Dir geäußerten Bedenken im Hinlick auf die EU kann ich nicht nachvollziehen - zumal auch hier sich die Einsicht durchgesetzt hat, dass viele Dinge besser auf nationaler denn auf internationaler Ebene geregelt werden können. Die EU sollte selbstverständlich nicht zu einem reinen Bürokratiemonster verkommen, wo abgestellte Politiker recycelt werden können. Aber sie sollte auch nicht den Fehler begehen, nationale Regelungen auf interantionaler Ebene zu kumulieren, um so ein möglichst enges Korsett für die einzelnen Mitglieder zu setzen. Rahmenbedingungen ja, aber bitte keine Gängeleien durch Regelungs- und Kontrollwut.

    Du könntest auch - sofern in den letzten Jahren die Parkverbotszonen nicht geändert wurden - mehr oder weniger direkt vor dem Flughafen-Zubringer parken, von dort aus sind es etwa 15 Minuten zu Fuß: In der Marienbergstraße vor dem (ehemaligen?) Autokino, dem Tucher-Biergarten bzw. Marienbergpark konnte man vor ein paar Jahren noch sehr gut für ein paar Tage auf dem Parkstreifen stehen.

    Zitat

    Original geschrieben von year77 mit 200 über die autobahn brettern zu müssen, ist schwachsinnig. selbst wenn die linke spur frei ist: was ist, wenn bei dir bei 200 ein reifen platzt und du schleudernder weise in mich reinkrachst. da kannst du gar nichts tun.


    :rolleyes: Wie schön, dass du das beurteilen kannst :flop: :rolleyes: *edit* ich hätte vielleicht vor dem Posting ins Profil schauen sollen ;) *edit*


    Eine bisschen differenziertere Ansicht würde der Aussage ungemein helfen. 20 km/h können viel gefährlicher sein als 200 oder 250 km/h auf der Autobahn - aber manche wollen das wohl nicht einsehen...

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    Original geschrieben von mrblond
    Nur aus Interesse: Was für ein Auto (eines Studenten) kostet 430€ Steuern im Jahr?

    Mit der (meiner Meinung nach nicht ganz durchdachten) Besteuerung der alten, oft von Studenten oder Wenigfahrern gehaltenen Autos, die häufig kaum bewegt werden, ist das schnell erreicht. Youngtimer werden so schnell zu finanziell bedingten Altauto-Wracks.

    Zitat

    Original geschrieben von lovestern
    vielleicht wird es ja auch bald wie in allen anderen Ländern endlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen geben. Die Dränglerei hätte damit ein Ende. Und es würden endlich nicht mehr soviele Menschen sinnlos sterben, nur weil einige Rasser, denen ihr leben nichts wert ist, sie umbringen wollen. Naja, und der Treibsstoffverbrauch von Deutschland gesamt würde natürlich auch enorm sinken.

    Leider lässt sich keine der Behauptungen wirklich belegen, jedenfalls nicht anhand offizieller Statistiken. Bei der Frage ist mehr Ideologie bzw. persönliche Ansicht mit dabei als es nach außen hin den Anschein hat. Ich hoffe, dass es nicht wirklich mal so weit kommt. Noch verbinde ich auch etwas Spass damit, von A nach B zu kommen. Ohne andere oder mich selbst zu gefährden.