Beiträge von qwasy

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    Original geschrieben von AudiV8 Man sollte in einem Demokratischen Rechtsstaat, anderen zugestehen, zugelassene Parteien wählen zu können wie man gern möchte ohne als "dummes Kalb" tituliert zu werden., egal ob dieser Wähler im Norden, im Süden, im Westen oder im Osten zu Hause ist...


    Ich stimme Dir zu, dass das recht drastische Worte für einen Politiker sind. Aber in Bayern haben wir nunmal generell rauhere Umgangsformen und sind nicht so sensibel wie manch andere. Auch SPD-Stiegler kann schließlich gut austeilen.
    Aber der Aufschrei war seinerzeit, als die Republikaner in Mode waren, sehr groß, die Haider-Erfolge in Ö-land wurden mit ähnlicher Wählereinschätzung kommentiert, die NPD-Ergebnisse im Osten waren auch ein "Dumme Kälber" wert. Und noch hat glücklicherweise kein einziger Wähler die Linkspartei gewählt, also ist auch von Stoibers Aussage noch kein einziger wirklich betroffen. Ferner steht Stoiber auch bei Linkspartei-Sympathisanten sicherlich nicht sonderlich hoch in der Achtung.


    Taktisch halte ich Stoibers Kurs für bedenklich und va seiner Chefin in spe gegenüber für unfair. Andererseits bringt er so endlich Schwung in den Wahlkampf, das zaghafte Rumkriteln und Versprechen von allen Seiten ist ja eines Wahlkampfes nicht würdig, die Wähler wollen klare Worte hören.

    Ola, hier geht's aber bei einigen richtig rund, da ist ja mächtig Dampf dahinter - Ich bin empört! Empörung! Empörung! :D :D


    Den DDR-Osten kann keiner kennen, nur weil man im Freundeskreis etliche Ex-DDR-Leidende hat, die merkwürdiger Weise kaum ein gutes Haar an früher lassen. Ich frage mich, wo der Denkfehler steckt. Eure Meinung sei Euch belassen.
    Allerdings - und hier geht's wieder BTT - finde ich es als Westdeutscher erschreckend, dass selbst anscheinend intelligente Leute (so fair will ich mal sein - persönliche Beleidigungen überlasse ich gerne AudiV8, das spricht IMO allein schon Bände) so vehement für die Linkspartei eintreten und Fürsprache halten. Und ich kann durchaus verstehen, dass aus Sicht der Westdeutschen unter diesen Umständen einiges an Frust aufkommen kann. Und das bringt die beiden Landesteile sicher nicht näher zusammen. Eigentlich ein Armutszeugnis nach 15 Jahren. Aber selbst hier zeigen sich ja gravierende Differenzen.


    btw: Motiv=Beweggrund, Begründung geht deutlich darüber hinaus. Hier würde ich bspw. erwarten, dass man erklärt, was denn mit der Linkspartei besser werden soll. Unzufriedenheit greift als Begründung arg kurz :)

    Auch "witzig" ist, dass hier zwar Motive für die Wahl von Extrem-Parteien genannt wurden (und hier sind Begründungen für NPD und Linkspartei austauschbar, beide basieren auf populistischer Hetze und nicht haltbaren Versprechungen. Ziel sind im einen Fall Ausländer, im anderen alle Gutverdienenden). Aber noch war keine einzige Begründung dabei. :)


    Mag sein, dass sich manche an die alten Zustände in der DDR eher mit gutem Gefühl erinnern (die sie interessanterweise nur als Jugendliche erlebt haben, also einer Lebensphase, in der die Ansprüche und Erwartungen ans Leben noch recht überschaubar sind). Glücklicherweise spiegelt diese Meinung nicht die Mehrheitsmeinung, auch wenn hier zuweilen der Eindruck von der "Ost-Fraktion" vermittelt wird. Keinem sollten die Jugenderinnerungen genommen werden, aber man sollte doch auch anderen zugestehen, dass sie sich ein Bild von der Situation machen - und wenn es durch Gespräche mit Betroffen geschieht oder durch Bücher oder was auch immer. Man muss nicht alles selbst erlebt haben, um klare Meinungen zu vertreten. Das wäre schlimm, denn die wenigsten hier werden einen Krieg miterlebt haben - dennoch haben sie eine klare Meinung dazu... Ich denke, das sollte halbwegs verständlich sein.


    Aber eines macht mir wirklich Sorgen: Ich habe das Gefühl, dass bei vielen Äußerungen - sowohl in den Medien, aber sogar auch hier - zunächt nach der schlechtmöglichsten Interpretation gesucht wird, nur um empörungswürdige Unterstellungen daraus zu konstruieren. Irgendwann machen die Diskussionen dann keinen Spass mehr - und das ist hoffentlich nicht das Ziel.

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    Original geschrieben von BigBlue007 Allerdings bleibe ich dabei, dass dies zum einen niemanden dazu berechtigt, diesen Menschen dann einfach quasi das Wahlrecht absprechen zu wollen


    Wo wurde denn vorgeschlagen, gefordert oder diskutiert, den Wählern das Wahlrecht abzusprechen? Von einigen wurde zwar versucht, Stoibers Aussagen in die Richtung zu drehen, aber das war es schon. Dass das Quatsch ist, sollte auch hier jedem klar sein.


    Wenn, dann steht zu Debatte, welchen Intellekt der durchschnitliche potenzielle Wähler der Linkspartei hat. Und es sind nur wenige, die von der Partei überzeugt sind, die meisten sind prinzipiell noch bis zur Wahl umzustimmen.


    Vielleicht bringt sie diese Debatte wirklich zum Nachdenken. Sie müssen ja nicht CDU/FDP wählen, auch Grüne oder SPD sind um Welten besser als die Retropartei. Die Parteienlandschaft hat so viele Fassetten, aber die Linkspartei ist gemeinsam mit rechts die hässlichste und dümmste.


    ***Edit:

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    Original geschrieben von BigBlue007
    Und nicht immer so übertreiben - von wegen "bringst immer mehr durcheinander" - wegen EINEM Fehler. Das steht nun wiederum DEINER Diskussionskultur nicht gut zu Gesicht... ;)


    Bewusste und wiederholte Fehlinterpretation und Missdeutung eigentlich klarer Aussagen zähle ich auch zum "Durcheinanderbringen".

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    Original geschrieben von BigBlue007
    War mehr so eine Anspielung auf quasy, der ja vorhin schon die "1933-Keule" ausgepackt hatte... :D

    Du bringst von Posting zu Posting ja immer mehr durcheinander :confused: In keinem Posting, auch nicht in editierten, habe ich 1933 angebracht - auch wenn Du es gerne so hättest. Dein Stil und auch die Argumente waren leider schonmal besser :( ich bitte um etwas mehr Mühe...

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    Original geschrieben von BigBlue007 Nein, daran lag es nicht. Und das stimmt auch nicht. Auch das ist eine urban legend, dass sich die Partei überall eingemischt hat. Richtig ist, dass man Probleme bekam, wenn man öffentlich etwas gegen die Partei gesagt hat. Ansonsten hatte der durchschnittliche DDR-Bürger nicht so wahnsinnig viel mit Politik zu tun, und unzufrieden waren die meisten wegen der materiellen Engpässe.


    ich glaube, Du willst einfach nicht einsehen, dass diejenigen, die sich nicht für Politik interessieren, aber dann eine extreme Partei wie die Linkspartei wählen wollen, dem Land mehr schaden als sie denken. Und solange dies nicht eingesehen wird, sind Stoibers Aussagen inhaltlich durchaus gerechtfertigt. Und auch ich sehe eine Verpflichtung und auch eine Grundvoraussetzung für halbwegs intelligente Menschen, sich zumindest ansatzweise mit Politik auseinanderzusetzen. Gerne darst Du nun wieder Parallelen zur dt. Vergangenheit ziehen, aber bitte nichts durcheinanderbringen :(

    Da ich ein geduldiger Mensch bin, versuche ich meine Aussagen nochmal in einfachen Sätzen zusammenzufassen bzw. ausgelassene Gedankenschritte der Verständlichkeit halber einzufügen:


    In der DDR waren viele Menschen unzufrieden. Das lag daran, dass man in seiner Freiheit stark eingeschränkt wurde, in praktisch allen Lebensbereichen mischte sich die Partei ein. Wenn man sich diesem fremdbestimmten Leben nicht beugen wollte, bekam man Probleme.
    Manche fanden aber auch alles prima und freuten sich, dass sie sich eigentlich um nichts kümmern mussten, da alles der Staat für sie regelte. Dass sie nicht Reisen konnten und nur wenige der Dinge kaufen konnten, die es im Westen (bekannt aus Funk und Fernsehen) gab, störte sie nicht. Die Nachbarn hatten schließlich auch nichts. Die Parteibonzen wohnten woanders, mit denen hatte man als kleiner Genosse sowieso nichts zu tun.


    Die SED/PDS/WASG/Linkspartei rekrutiert momentan ihre Wählerschaft aus beiden Lagern: die zuletzt genannten sind die wirklich schlichten Gemüter (da wird mir auch BB samt Opa wohl zustimmen, oder ist selbst das unklar?). Die zuerst genannten sind heutzutage oft frustriert, weil neben den neuen Freiheiten auch neue Pflichten hinzukamen. Diese erinnern sich teilweise an die guten Seiten, die die DDR früher unzweifelhaft hatte gerne zurück. Die Nachteile werden ausgeblendet. Für Rattenfänger Gysi und Laffo sind diese gefundenes Fressen. Und genau diese Leute müssen zum Nachdenken gebracht und aufgerüttelt werden.


    Und ich sage aber auch deutlich, dass diejenigen, die die Situation in der ehemaligen DDR der heutigen Situation vorziehen, in meinen Augen nicht mit Intellekt gesegnet sind.


    Ist aber natürlich alles eine Frage der Ansprüche ans Leben, manch einer stellt höhere, andere dagegen begnügen sich mit weniger...

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    Original geschrieben von BigBlue007 Deine Aussage ist quasy (was`n Brüller :D ), dass die Menschen in der DDR alle keinerlei Ansprüche an ihr Leben hatten und sozusagen anspruchslos vor sich hin lebten.


    Ich glaube Du verstehst nicht, was ich geschrieben habe. Vielleicht solltest Du tatsächlich Deinen Opa fragen ;)


    Aber Fehlinterpretationen bekommen wir ja mittlerweile tagtäglich präsentiert, vielleicht liegts auch daran...

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    Original geschrieben von BigBlue007
    Ich verstehe nich so recht, was diese Frage mit dem von Dir gequoteten Teil meines Postings zu tun hat... :confused:


    BB: "Dass im Osten die übergroße Mehrheit der Menschen im großen und ganzen ein recht normales Leben führte" --> Solange man keine Fragen und keine Ansprüche an das Leben stellt, kann man sicher mit dem Ex-DDR-Leben auskommen. Wenn man das aber macht, dann sollte man es sich durchaus auch gefallen lassen, wenn man als dumm bezeichnet wird. Anspruchslosigkkeit in bezug auf materielle Dinge ist etwas anderes, ich kenne selbst genug von der Sorte. Aber Anspruchslosigkeit im Geist - was das Hinnehmen von extern bestimmten, Freiheit beschränkenden Maßnahmen ist - passt besser als erwartet zum dummen Kalb.

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    Original geschrieben von BigBlue007
    Du bist sicher auch ein Wessi, oder? ;)

    Merkt man das? ;) Aber dennoch viel Kontakt zu Ossis, bin regelmäßig (und i.d.R. gerne!) "drüben" :)

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    Original geschrieben von BigBlue007
    Das ist z.B. so eine urban legend. Das gabs natürlich, aber doch längst nicht in einem Übermaße. Ich kenne z.B. niemanden. Ich kenne auch niemanden, der jeweils von sowas betroffen gewesen wäre.
    (...)Versteh mich nicht falsch - das sind nicht alles zwangsläufig MEINE Argumente. Ich versuche nur, mich in die Leute hineinzuverstzen, die im Osten Protest wählen.


    Abgesehen vom Bespitzeln, zu dem ich von Vielen andere Fälle höre, ist alles durchaus nachvollziehbar. Aber ich will und kann nicht glauben, dass die Mehrheit der Ostler derart anspruchslos, naiv und dumm denkt. Momentane Umfragewerte widersprechen mir da aber.

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    Original geschrieben von BigBlue007 Dass im Osten die übergroße Mehrheit der Menschen im großen und ganzen ein recht normales Leben führte; dass das heutige politische System zwar sicher das beste, aber eben nunmal nicht das einzige ist, in dem man irgendwie leben kann, könnt Ihr Euch halt einfach nicht vorstellen... ;)


    Und dann wüsste ich gerne, wo Stoiber - abgesehen vielleicht von der Wortwahl - daneben liegt? Nur ein Dummkopf stellt keine Fragen....

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    Original geschrieben von BigBlue007
    Und genau das ist eine Fehleinschätzung, die nur von


    a) einem Wessi, oder
    b) einem Ossi, der damals im Untergrund oder in der Kirche war


    :rolleyes:
    Es ist erschreckend, wie schnell manche Erinnerung verblassen kann :(


    - Relativität des Vertrauens - Nachbarn und "Freunde" bespitzelten sich manchmal gegenseitig
    - wer nicht als Teil des Systems funktionieren wollte (etwa durch Einreichen eines Ausreiseantrags), wurde diskrimiert. In allen Lebensbereichen.
    - manche verschwanden wg. kritischer Äußerungen spurlos
    - Mit 20 stand einem das Leben offen - aber der Weg war weitgehend vorgezeichnet
    - Alles war käuflich - wenn's denn verfügbar war
    - Schlangestehen morgens ab 6, weil unter der Hand Gerüchte über exotisches Obst ausgetaushct wurden
    - Reisefreiheit: der gesamte Ostblock stand einem offen. Nach Anträgen.
    - Freie Fahrt für freie Bürger: wenn man denn endlich ein Auto zugeteilt bekam
    - ...