Hier geht es um zwei grundsätzliche Dinge.
Zum einen um die Frage, ob es in Deutschland einen Grund für Wehrpflicht gibt, oder ob man die besser abschafft,
zum anderen darum, ob sich jemand der muß, dann drücken darf.
Die erste Frage ist sicher Diskussionswürdig, aber daraus abzuleiten, daß man selbst mit dem System so nicht einverstanden ist, und man sich deswegen das Recht herausnimmt von sich aus anders zu agieren, ist falsch.
Es ist richtig, wir haben eine Demokratie in Deutschland. Demokratie bedeutet aber nicht, daß jeder tun und lassen kann was er will, sondern daß die Mehrheit entscheidet. Und wenn die Mehrheit entschieden hat, muß man sich dem beugen, auch wenn man selbst anderer Meinung ist.
Denn das was voodoo propagiert ist nicht Demokratie, sondern Anarchie.
Die Wehrpflich in Deutschland ist nun mal Gesetz. Punkt.
Wenn man das Gesetz falsch findet, kann man versuchen das Gesetz zu ändern, zum Bund muß man aber trotzdem, wenn man den Brief bekommt, solange es das Gesetz gibt.
Im Übrigen war ich noch 15 Monate beim Zivildienst. Und egal was Drückeberger sagen, beim Zivildienst lernt man schon was. Man lernt daß es einem doch recht gut geht, im vergleich zu manchen anderen. Man lernt bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit, Mitgefühl.
Ich hatte zum Anfang auch absolut keinen Bock da drauf. Aber ich hab dann verweigert, weil ich mir gedacht habe: "Lieber Zivi als Bund" auch wenn mir gar nix am liebsten gewesen wäre. Hat aber eben nicht geklappt. Heute bin ich um eine Erfahrung reicher, und ich denke schon, daß ich (wenn auch vielleicht nur ein bischen) ein klein wenig ein besserer Mensch geworden bin. Und nach ein paar Monaten zivildienst, ist jeder auch ein gutes Stück erwachsener.