Beiträge von saintsimon

    Zitat

    Original geschrieben von Merlin
    Nein, ist es nicht, aber dir das im einzelnen zu erklären würde den Rahmen dieses Threads bei weitem sprengen, aber Heinzolm hat es ja schon anklingen lassen und eventuell trügt dich bei der ein oder anderen Sache auch deine frühkindliche Erinnerung.


    Natürlich sollte man es nicht 1:1 übernehmen, sondern die Stärken übernehmen und die Schwächen vermeiden, aber unsere Politiker würden die Schwächen übernehmen und die Stärken vermeiden.


    Also zur Klarstellung: ich bin ein eindeutiger Befürworter von Kindergärten und Kinderkrippen, in erster Linie nach dem französischen Modell. Und ich muß mich immer wieder wundern, wie rückständig die westdeutsche Gesellschaft in Hinblick auf Mutterschaft und weibliche Berufswahl nach wie vor ist.


    Aber die sozialistische Kinderziehung war eben ein wichtiges staatlich-ideologisches Kontrollinstrument, nicht reine Entlastungsmaßnahme für arbeitswillige Eltern.


    Das mit Deinen Zweifeln an meinen Erinnerungen und Deine Herablassung nehme ich Dir allerdings ziemlich übel.


    Meine Erinnerungen an den real existierenden Sozialismus beschränken sich nicht auf meine Kindheit, denn als späterer Staatsbürger der BRD habe ich oft meine Sommerferien wieder bei Familienmitgliedern verbracht. Nun war ich als Tourist für die Obrigkeit Mensch erster Klasse, im Gegensatz zu den Einheimischen.

    Zitat

    Original geschrieben von Heinzolm
    Und heute? Heute muss man sich als Eltern mit Händen und Füßen gegen linksgrüne Indoktrination wehren. Heute werden Kinder für Demonstrationen für Asylanten missbraucht. Wo ist bitte der Unterschied??? Auch die Gutmenschen wollen in die Köpfe.........


    Da ich vor über 40 Jahren als kleiner Asylant hierher gekommen bin, wirst Du bei mir keinerlei Sympathien für billige Ressentiments finden.


    Desweiteren möchtest du die eventuelle individuelle politische Neigung einzelner Lehrpersonen mit der systematischen staatlichen Einheitsindoktrination gleichsetzen?

    Zitat

    Original geschrieben von Merlin
    ...denn die ehemalige DDR hatte viele Dinge für Familien und Kinder, von denen wir "Westler" uns eine gehörige Scheibe abschneiden sollten. ...


    Das ist eine ziemlich oberflächliche Ansicht, und jenes Scheibchen möchtest Du so nicht wirklich haben wollen:


    Zum einen herrschte im Ostblock arbeitspflicht, auch für junge Mütter, insofern waren Kinderkrippe und Kindergarten systemisch notwendig.


    Zum anderen diente es der frühen staatlich-politischen Kontrolle der Kindererziehung und zur Indoktrination. Der neue sozialistische Mensch sollte mit dem passenden Weltbild ausgestattet und herangezogen werden, und der überkommenen elterlichen Weltbilder sollte etwas entgegengesetzt werden.


    Der Kindergarten war nicht apolitisch. Als jemand, der zumindest noch in einen osteuropäischen sozialistischen Kindergarten war, kann ich mich noch vage an einen Kindergarten-Ausflug in Uniförmchen zu einer Lenin-Statue erinnern.
    Meine Mutter wäre anfangs gerne etwas länger bei mir Zuhause geblieben, durfte aber nicht, was sie sehr schmerzte.


    Als wir bald rübermachten, mussten mir meine Eltern erstmal einige eingepflanzten Ansichten wieder an die Realität anpassen.

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    Original geschrieben von bochumer-22
    ...
    Könnte man doch nur fähige Leute aus der Wirtschaft direkt wählen. ..


    Politik ist aber ein ganz anderes hartes Geschäft, als die Wirtschaft, ein Politiker braucht eine viel dickere Haut und andere Talente.


    Zum einen wird in der Wirtschaft immer wieder gerne getönt, ein Unternehmen sei keine demokratische Veranstaltung. Wer an firmentypische Entscheidungsprozesse gewöhnt ist, muss sich schon komplett Umstellen.
    In Firmen sollte man es zwar, man muß die Leute aber nicht für sich gewinnen, als Politiker hingegen ist man pausenlos mit Eigenmarketing beschäftigt.


    Auch muß ein Politiker 24/7 lang heimliche und öffentliche Kritik, Hohn und Spott von allen Seiten aushalten können. Ein dünnhäutiger Unternehmenslenker kann interne Kritiker entsorgen und gegen externe schickt er den Anwalt. Einen einfachen Parteigenossen wird man nicht so leicht rausschmeissen können, gegen einen spöttelnden Kabarettisten oder einen investigativen Journalisten ist man hierzulande machtlos.


    Auch das Intrigenspiel ist in der Politik komplexer, als in einem Unternehmen, meine ich.

    Welche Einräge Du hier
    http://www.pcidatabase.com/
    eingeben mußt, kannst Du aus Deinen Hardware-Einträgen erschließen ;)


    das Ergebnis für die Device ID wir Dir nicht gefallen:


    0x170C Broadcom 440x 10/100 Integrated Controller 0x14E4 Broadcom
    0x4727 Broadcom 802.11g Network Adapter BCM4313 0x14E4 Broadcom


    Nur mit einem LAN-Kabel kommst du auf eine brauchbare Geschwindigkeit.

    Zitat

    Original geschrieben von Heinzolm ...


    Wenn die Leute realisieren würden, dass man Geldvermögen noch nie in die Zukunft (30 - 40 Jahre) retten konnte, würden sie anders handeln und das System gefährden....


    Klar kann man das, indem man Geldvermögen in Eigentum umwandelt oder in die Wirtschaft investiert. Das nennt/nannte sich hier Eigentumsförderung, der Erwerb z.B. eines Eigenheimes wurde staatlich gefördert, wenn auch heute nicht mehr in dem Maße, wie früher. Z.B. standen nach dem Krieg diejenigen mit vorhandenen Eigentumsrechten besser da, als der Rest.

    Zitat

    Original geschrieben von Heinzolm
    ...
    Die zahlte zu DDR-Zeiten ein ...
    ...
    Die Rentenzahlung wurde bei Betrachtung der Kaufkraft somit in den vergangenen 25 Jahren regelrecht pulverisiert. ...


    Es wurde gar nichts pulverisiert, lediglich die Verteilungsformel verändert. Denn in Deutschland/BRD wird von den Einzahlungen in die Sozialkassen grundsätzlich nichts angespart sondern gleich ausgezahlt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Umlageverfahren


    Es galt und gilt hier das Umlageverfahren: also was JETZT von den Arbeitnehmern eingezahlt wird, wir an die JETZIGEN Rentner ausgezahlt. Was Auszahlbar ist, hängt vom Verhältnis von Rentnern zu verdienenden Einzahlern ab. Es wird immer ein frischer Kuchen verteilt, und die Jahre der eigenen Einzahlung gehen lediglich als Faktor für die Berechnung des eigenen Anteils an diesem Kuchen ein. Das Verhältnis von Rentnern zu Einzahlern hängt - neben der jeweils aktuellen Arbeitsmarkt-Situation - unmittelbar mit der demographischen Entwicklung zusammen. Für letzte ist/war schon immer, ob sie es hören will oder nicht, die Bevölkerung selbst verantwortlich - also auch die späteren Rentenempfänger.


    Es werden faktisch nur Renteneinzahler angespart, nicht Gelder - nur die Fortpflanzung sichert Renten.


    Da nun vorhersehbar die Anzahl und der Anteil der Rentner an der Bevölkerung steigen, die der Einzahler sinken wird, werden sich immer mehr Rentner um einen immer kleineren Kuchen prügeln müssen, egal wie hoch eine Inflation ausfällt oder welche Währung gerade benutzt wird.


    Es ist ihre eigene reproduktive Vergangenheit, die die Rentner einholt.