LG setzt die Entwicklung/Produktion der Klapphandys. Das neue Gerät dieser Art – LG-W5200- wird seit August 2002 verkauft. Nach „Sotovik“s Kenntnissen, es verkauft sich relativ gut. Dessen Popularität kann man jetzt schon mit der des LG 510 W vergleichen.
W5200 und 510W sind sich in vielem ähnlich, sowohl optisch, als auch „inhaltlich“. Die wichtigsten Neuerungen: zwei Displays, eine Taste mit LED auf der Klappenaußenseite, 40-tönige Poly-Klingeltöne.
Im Ganzen, W5200 ist „erwachsener“, als 510. Wie die Praxis zeigt, es wird nicht nur wegen des Aussehens verkauft, sondern auch aus praktischen Überlegungen. Zu schade, dass die russische Version im Vergleich zu der westlichen nicht über GPRS und IR verfügt.
Das von „Sotovik“ getestete Gerät war dunkelrotfarbig – Farbe, die eher von Frauen bevorzugt wird. „Männliche“ Farben – blau und silber. Die Tasten sind gross und leicht zu betätigen. Auffällig ist die ungewöhnliche Navi-Taste: in ihrer Mitte – blaue Taste OK für Operationenbestätigung. Drückt man im Stand-by die Taste „Links“, erscheint das Profil-Menü, die Taste „Rechts“ – ein Menü mit einigen wichtigen Funktionen (Mitteilungen, Sprachnachrichten, eMail, Organizer). Tasten „Hoch“ oder „Runter“ führen ins Telefonbuch.
Zum Anschauen der Telefonnummer reicht es mit dem Cursor auf den Namen zu gehen – sie erscheint im unteren Teil des Displays. Dort werden in der Abhängigkeit vom Speicherort die Simbole für SIM-Karte bzw. Telefon angezeigt. Gleichzeitig sind zwei Namen aus dem Telefonbuch zu sehen, der davor und der danach.
Auf der Außenseite der Klappe, unter dem Display, befindet sich eine Taste mit einer LED. Kurzes Betätigen im Stand-by schaltet die Außendisplay-Beleuchtung ein. Halt man sie eine Sekunde, wird auf „lautlos“ geschaltet. Mit dieser Tate wird auch ein Anruf abgewiesen.
Diese Taste ist praktisch, aber etwas unglücklich positioniert. In der vollgestopften Tasche könnte sich so das Handy ungewollt auf „lautlos“ umstellen.
Die LED in der Taste kann mit sieben Farben über den Netzempfang, einen eingehenden Anruf, den entladenen Akku usw. informieren.
Unter der Navi-Taste liegt die C-Taste (Abbrechen-Funktion). Das längere Halten dieser Taste im Stand-by schaltet eine Sprachaufzeichnung ein, das kurze – dazu gehörige Menü, in dem man vorhandene Aufzeichnungen sich anhören oder löschen kann. Leider kann man nicht das Gespräch aufzeichnen.
Die Firmware ist ausgereift, es wurden keine Bugs festgestellt. Als Worterkennung beim SMS-Schreiben dient „eZiText“.
Max. Größe einer SMS – 1024 Zeichen. Nachrichten über 160 Zeichen werden automatisch auf mehrere aufgeteilt. Sonderzeichen (Klammern, Punkt, Komma usw.) werden entweder durch wiederholtes Betätigen der „1“ oder durch einmaliges Betätigen der „#“ ausgewählt. „*“ ist für die Sprachwahl und die Groß-/Kleinschreibung zuständig. Für Cursorsteuerung benutzt man die Navi-Taste (4 Richtungen). Dem Zähler nach, kann man im Speicher 130 SMS ablegen.
Organizer enthält einen Kalender, ein Notizbuch mit Warnfunktion, die man auf 10, 30, 60 Minuten und ein Tag vor dem Ereignis einstellen kann. Der Wecker lässt sich für tägliches, wöchentliches, monatliches und einmaliges Wecken einstellen. Es gibt eine Option fürs Wecken auch beim ausgeschalteten Handy. Nützlich ist auch der Größen-Konverter (Gewicht, Länge, Fläche, Volumen usw.)
Weitere Funktionen:
-5 spannende Spiele. Auf dem großen Display sehen sie nicht schlecht aus.
-Große Anzahl der Animationen. Beim eingehenden Anruf können 12 verschieden Animationen abgespielt werden, beim Einschalten 3, beim Verbinden 2, und außerdem gibt’s 6 Bildschirmschoner-Animationen.
-Bei der Benutzung der Sprachwahl wird das Vorgehen mit der Frauenstimme (russische Version) kommentiert, z. B. „Wiederholen Sie noch mal“.
W5200 – das erste LG-Handy, das über 40-tönige Poly-Klingeltöne verfügt. 20 Klingeltöne sind gespeichert, 3 können per SMS („Nokia Smart Messaging“-Verfahren) aufgespielt werden. Die Lautstärke ist gut – Grund dafür ist der Extra-Lautsprecher.
Der Gesprächspartner klingt laut und deutlich, aber etwas „trocken“ – als ob die tiefen Frequenzen unterdrückt werden. Sende-/Empfangseigenschaften liegen ehe im Mittelfeld, was für Klapphandys normal ist. Natürlich wird das Netz nicht ohne Grund verloren, und für normale Stadtbedingungen reicht es allemal. Aber z. B. in „Problemzonen“, wo einige Handys noch normal funktionieren (z.B. Siemens SL45), hat W5200 manchmal Aussetzer.
Das Vibra ist mittelstark, ähnlich wie bei 510W. Merkwürdig, das LG nich mehr die starken Vibramotoren wie bei LG-600 verbaut. Wahrscheinlich verbrauchen diese zu viel Energie. Das bestätigt auch die Tatsache, dass das W5200 nach dem Aufladen länger hält, als der „sechshunderter“, und zwar drei Tage bei 15-20 Minuten Gespräch pro Tag.
LG 5200
Pro:
Steuertaste auf der Außenseite der Klappe,
Großes Display,
Schöne Beleuchtung
Kontra:
Keine Gesprächsaufzeichnung
Wenn man z.B. fünf mal die gleiche Nummer wählt, wird sie auch fünf mal in der Liste „Ausgehende Anrufe“ angezeigt. Macht man das 20 mal, ist die Liste mit dieser Nummer gefüllt.
Fazit des „Sotovik“s: LG-W5200 ist ein Statussymbol-Handy (ansprechendes Design, Poly-Klingeltöne, schöne Beleuchtung). Gleichzeitig verfügt über viele Business-Funktionen (praktischer Organizer, Sprachaufzeichnung). Im Moment (September 2002) wird das Handy für ca. 350 US-Doller verkauft und ist relativ gefragt. Eventuell wird das W5200 auch so erfolgreich, wie das 510W.