Original geschrieben von Chevygnon
Ich kann diese Euphorie ob Husseins Festnahme ehrlich gesagt nur sehr bedingt nachvollziehen.
Klar, er war Die Symbolfigur des alten Irak. Er war das personifizierte Feindbild schlechthin. Juhu.
Und nun also wurde er von den amerikanischen Truppen gefangengenommen. Auch toll. Meinen Glückwunsch.
Dass sich Bush darauf nun tagelang einen ***** darf wohl angenommen werden, man sollte sein Lächeln die nächste Zeit beobachten.
Und weiter? Genau: nichts weiter.
Saddam ist nun quasi auch offiziell nicht mehr der Führer des Irak. Aber das ist er ja nun schon eine gewisse Zeit nicht mehr.
Die Iraker freuen sich, dass Hussein gefangen wurde? Normal würde ich sagen, dass es auch Ausnahmen gibt, ist ebenso nachvollziehbar.
Aber wer bitteschön glaubt denn ernsthaft daran, dass im Irak nun plötzlich alles gut wird? :confused:
Der Terror gegen die U.S. Truppen dort hat doch mit Saddam nichts bzw. in einzelnen Fällen nur wenig zu tun.
Es geht doch dort nicht darum, dass die Bevölkerung ihn wiederhaben will.
Vielmehr geht es doch schlicht und ergreifend darum, dass sie in einem von fremden Streitkräften besetzten Land leben müssen und dass sich die Besatzer oft genug auch genau wie solche verhalten.
Solange die Truppen dort nicht einen respektvollen Umgang mit der Bevölkerung und dem Land ansich lernen, wird auch der Terror weitergehen.
Genauer gesagt wird er weitergehen, bis der Irak wirklich befreit ist, ergo: Dort Iraker von Irakern regiert und ohne Einmischung und Vorgaben fremder Mächte leben können.
Insofern ist Saddams Festnahme natürlich ein willkommenes "positives" Medienspektakel hinsichtlich der sonst üblichen Nachrichten aus der Region, wirkliche Bedeutung messe ich dem Ganzen aber nur in äußerst geringem Maße zu.
So long...