Hi,
die Lage rundum Mc wird immer bedrohlicher.
Bericht aus der ftd:
Gutachten gefährdet Mobilcom-Existenz
Ein Gutachten für Großaktionär France Telecom stellt dem angeschlagenen deutschen Mobilfunkanbieter Mobilcom ein schlechtes Zeugnis aus. Die Aktienmärkte reagierten prompt.
Das von einer deutschen Beratungsfirma erstellte Papier solle in dieser Woche dem Vorstand von France Telecom vorgelegt werden, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der französische Telekommunikationskonzern will am Donnerstag nächster Woche entscheiden, ob er Mobilcom komplett übernimmt oder das Unternehmen aufgibt.
Der Bericht verweise auf einen Verlust der Kundenbasis und Unzufriedenheit der Kunden mit den Leistungen von Mobilcom, schreibt die Zeitung weiter. Er könne denjenigen Vorstandsmitgliedern als Argumentationshilfe dienen, die für einen Ausstieg von France Telecom bei der Büdelsdorfer Firma plädierten. Das französische Unternehmen teilte am Montag erneut mit, es sei noch keine Entscheidung gefallen.
Spekulationen um France-Telecom-Chef Bon
Die Zeitschrift "Investir" hatte berichtet, France Telecom wolle Mobilcom finanziell nicht länger unterstützen. Auch die Wirtschaftszeitung "Les Echos" schrieb am Montag, derzeit favorisiere France Telecom die Lösung, die Geschäfte in Deutschland auf Eis zu legen. Zudem belebte das Blatt Spekulationen, am 12. September werde auch Konzernchef Michel Bon seinen Hut nehmen müssen.
In der vergangenen Woche mehrten sich die Gerüchte, dass die France-Telecom-Führungsspitze um Bon und Finanzvorstand Jean-Louis Vinciguerra das Engagement bei Mobilcom und damit auch den deutschen UMTS-Markt abschreiben wolle. Dies habe die Regierung jedoch untersagt. France Telecom habe aus diesem Grund die Veröffentlichung des Halbjahresbericht um eine Woche auf den 13. September verschoben.
Regierung macht Druck auf France Telecom
Einem französischen Pressebericht vom Wochenende zufolge will die Regierung in Paris, mit 54 Prozent immer noch Mehrheitseigner bei France Telecom, dass der Konzern die Übernahme von Mobilcom forciert. Dies schreibt die Zeitung "Le Figaro" ohne Quellen zu nennen. Der Kauf der noch ausstehenden 71,5 Prozent soll dabei ohne Kapitalerhöhung des hoch verschuldeten Telekomkonzerns über die Bühne gehen, berichtet die Zeitung weiter.
France Telecom, zweitgrößter Mobilcom-Aktionär, und Mehrheitseigner Gerhard Schmid streiten derzeit über den Wert des Unternehmens. Mobilcom ist auf die finanzielle Unterstützung der Franzosen angewiesen, um die UMTS-Pläne zu realisieren. Der ehemalige Mobilcom-Vorstand Schmid nahm im Juni 2002 den Hut und will seine Anteile an France Telecom verkaufen. Zwischen den beiden Kontrahenten herrscht ein erbitterter Streit, zu welchen Konditionen der französische Staatskonzern die Anteile von Schmid und dessen Frau übernehmen will. France Telecom hält derzeit 28,5 Prozent an Mobilcom. Mehr als 50 Prozent liegen bei Schmid und seiner Frau.
Aktien rutschen ab
Die Mobilcom-Aktie geriet in den vergangenen Wochen immer mehr zum Spielball der Spekulanten. Schmid warf France Telecom in einem Gespräch der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" Kursmanipulation am Freitagnachmittag vor. "Der Rückschlag um 25 Prozent binnen weniger Minuten ist kein Zufall, da wurde was gedreht." In der Woche zuvor sorgte ein anonymer Eintrag in einem Online-Forum für einen deutlichen Kurssprung, den inzwischen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) untersucht.