Menü:
Insgeheim freue ich mich ja immer auf diesen Punkt – allerdings nur, wenn ich Huawei-Geräte bei mir habe. Warum? Naja, ich muss ja ehrlicherweise zugeben, dass es schon etwas schadenfroh ist, aber: Huawei verfügt(e) in Verbindung mit der eigenen Emotion-UC ja noch nie über ein „richtiges“ Menü, was mir persönlich absolut gar nicht gefällt. Natürlich kann man sich dieses Missstands mit einer einfachen Installation aus dem PlayStore behelfen – doch ich habe hier auch die Nutzer im Blick die – gerade bei Grundanwendungen – nicht direkt zu Drittanbietern greifen wollen.
Das von Huawei umgesetzte System beruht darauf, sämtliche Programme, Widgets und Shortcuts auf einer Ebene zu platzieren. Man hat zwar die Möglichkeit sich ein paar Homescreens zu erstellen und diese dann vllt. jeweils mit einem Icon-Typ auszustatten – doch irgendwann geht bei dieser Methode der Platz aus. Auch das Arbeiten mit Ordnerstrukturen ist hier keine optimale Lösung. An dieser Stelle habe ich zwei Nachrichten für euch – eine gute und eine schlechte.
Die schlechte Nachricht: Huawei behält mit Emotion UI dieses System bei.
Die gute Nachricht: Der Hersteller hat die Optik deutlich (!) überarbeitet, wodurch der Spaß bei der Bedienung zurückkommt und man die eigentliche „Problematik“ (die mit Sicherheit nicht für jeden auch so gesehen wird) etwas gemindert wird.
Das Grundproblem bleibt leider dennoch und wird gerade auch beim Mate 7 sehr deutlich: Das Gerät kommt mit einer Flut an vorinstallierten Anwendungen bzw. separat von Huawei generierten Verknüpfungen. Das lässt das Gerät unnötig „beladen“ aussehen. Positiv erwähnen kann ich jedoch die Tatsache, dass auch das Menü nicht nur gewohnt einfach gehalten wurde, sondern ebenfalls optisch überarbeitet wurde. So kommt das Gerät mit Android KitKat sehr modern daher, man könnte fast schon meinen dass - von der Optik her - Android 5.0 vorinstalliert ist ![]()
Kamera:
Das Huawei Ascend Mate 7 soll Maßstäbe setzen – das sieht man nicht nur direkt anhand der Materialwahl und der Verarbeitung, sondern man merkt es auch beim Bedienen des Geräts. Bei einem Top-Modell darf natürlich auch eine leistungsstarke Kamera nicht fehlen, Huawei verpasst dem Gerät deshalb eine 13 Megapixel Kamera mit BSI-Sensor. Diese unterstützt (selbstverständlich) einen Autofokus und kann zudem auf die Unterstützung der LED-Leuchte zurückgreifen. Da aber allein die Daten natürlich noch keine guten Bilder garantieren, hat Huawei im Zuge der Einführung von Emotion UI 3.0 auch das Kamera-Interface überarbeitet. Neben teilweise neuen Funktionen hat vor allem die Optik eine Erfrischungskur spendiert bekommen – auch wenn noch nicht alles zu 100% einwandfrei umgesetzt ist (dazu etwas später mehr). Ich möchte euch zunächst die umfangreichen Software-Features des Geräts etwas näher bringen:
Die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera im Foto- und Videomodus:
- - Fotoleuchte: An / Aus / Automatisch / Dauerleuchten
- - Wechsel zwischen Haupt- und Frontkamera
- - Shortcut zur Galerie
- - Wechsel zwischen den Modi „Gesamtfokus“ (ermöglicht das Scharfstellen eines anderen Bereichs auf einem Bild im Nachhinein), „Foto“ und „Video“
- - Effekte: Original, Valencia, Heiligenschein, Nostalgie, Kindheit, Morgendämmerung, Süß, Abenddämmerung, Pur, Illusion, Mono, Antik
- - Auslöser (hierfür kann auch der Fingerabdruckscanner bzw. die Lautstärke-Wippe benutzt werden)
- - Verschönern (zeichnet den Bildinhalt „weich“)
- - Panorama-Modus
- - HDR: Ein / Aus
- - Audionotiz
- - Bestes Foto
- - Wasserzeichen (= GPS- und Datums-Tag)
- - Auflösung: 13 Megapixel (4160x3120 Pixel; 4:3 Verhältnis), 10 Megapixel (4160x2336 Pixel, 16:9 Verhältnis), 9 Megapixel (3104x3104 Pixel, 1:1 Verhältnis), 8 Megapixel (3264x2448 Pixel, 4:3 Verhältnis), 6 Megapixel (3264x1840 Pixel, 16:9 Verhältnis)
- - GPS-Tag: Ein / Aus
- - Bevorzugter Speicherort: Gerät / SD-Karte
- - Stumm-Modus: Ein / Aus
- - Fingerabdrucksensor als Auslöser: Ein / Aus
- - Audiosteuerung: Audio-Kommentare als Auslöser-Bestätigung nutzen, Aktive Audiokommentare auf Sucher-Bildschirm visualisieren
- - Timer: Aus / 2 Sekunden / 5 Sekunden / 10 Sekunden
- - Zum Aufnehmen tippen: Ein / Aus
- - Lächeln aufnehmen: Ein / Aus
- - Objektverfolgung: Ein / Aus
- - Auslöser berühren und halten: Serienaufnahme / Fokus
- - Funktion der Lautstärketaste: Zoom / Auslöser / Fokus
- - Leiser-Taste doppelt drücken wenn Telefon gesperrt: Kamera öffnen und Schnappschuss machen / Kamera öffnen
- - ISO: Automatisch / 100 / 200 / 400 / 800
- - Weißabgleich: Automatisch / Glühlampenlicht / Tageslicht / Neonlicht / Bewölkt
- - Bildanpassung: Belichtung / Sättigung / Kontrast / Helligkeit
- - Standard wiederherstellen
- - Auflösung Videos: Full-HD 1080p (16:9, Stereo), HD 720p (16:9, Stereo), VGA 640x480 (4:3), QVGA 320x240 (4:3), MMS 176x144
- - Bildstabilisator: Ein / Aus
- - HDR-Video: Ein / Aus
Anhand der Fülle an Einstellungsmöglichkeiten sieht man denke ich relativ gut, dass sich Huawei bei der Neuerstellung des Interfaces auf jeden Fall Mühe gegeben hat. Allerdings ist hier auch nicht alles Gold was glänzt, denn:
1)
Leider dreht sich das Einstellungs-Menü sowie der Bereich im Sucher-Bildschirm in welchem der Auslöser platziert ist, nicht mit in das Querformat. Das hat zur Folge, dass man das Gerät logischerweise immer wieder drehen muss, wenn man dort etwas ändern möchte.
2)
Das Mate 7 verfügt über keine Szenen-Modi. Gut – Nutzer die jetzt nicht den größten Wert auf die Kamera legen wird das herzlich wenig ausmachen, mir persönlich fällt so etwas allerdings auf, da ich gerade Szenen wie beispielsweise „Party“ oder auch „Abenddämmerung“ recht häufig nutze und damit in der Regel auch gute Ergebnisse erziele.
3)
Das Galerie-Shortcut fällt mir persönlich zu wenig auf im Sucher-Bildschirm. Jeder andere Hersteller nutzt hier im Normalfall das zuletzt geschossene Foto als Visualisierung, Huawei jedoch platziert ein Icon dessen eigentliche Bedeutung erst nach dem Anklicken klar wird.
4)
Die Kamera schaltet recht schnell in den Energiesparmodus. Wird für ca. 20-30 Sekunden keine Aktion bei aktiver Kamera ausgeführt, startet dieser und man muss zunächst wieder auf das Display tippen um die Kamera „aufzuwecken“. Klar, ist jetzt nicht zu umständlich – ich würde trotzdem gerne selbst bestimmen, ab welcher Zeit der Inaktivität dieser Modus gestartet wird.
Kommen wir abschließend noch zum wichtigsten Unterpunkt: Die Bildqualität.
Bei ausreichend Umgebungslicht gelingen die Fotos ja bei den meisten Smartphones, da bedarf es keiner Meisterleistung. Die Schnelligkeit des Autofokus und die Leistung bei weniger Umgebungslicht ist hier schon deutlich spezieller. In beiden Bereichen macht das Mate 7 einen durchaus guten Eindruck. Der Fokus stellt in den meisten Situationen direkt bei der ersten Betätigung scharf und das dann auch in einer absolut akzeptablen Zeitspanne. Auch bei wenig Licht bzw. völliger Dunkelheit kann das Gerät überzeugen. Es verfügt zwar über keinen separaten Nachtmodus, allerdings leistet die Automatik hier sehr überzeugende Arbeit. Der Fokus stellt schnell scharf (sofern sich das Gerät in Reichweite der LED befindet bzw. es selbst ausreichend hell ist um vom Fokus „erkannt“ zu werden) und die LED leuchtet bei Bedarf auch weit genug aus. Bildlich gesprochen heißt das, dass im Innenbereich durchaus ganze Räume ausgeleuchtet werden können. Im Außenbereich hingegen beschränkt sich die Reichweite auf eher nahegelegene Objekte, was bei LED-Leuchten in Smartphones aber der Normalfall ist und daher nicht als negativ gewertet werden kann.
Eine eigene Meinung könnt ihr euch wie gewohnt am Ende des Testberichts mit Hilfe der dort verlinkten Dateien machen. Mehr Bilder findet ihr außerdem auch auf http://www.facebook.com/handyinsider .