Menü:

„Never change a running system“ – diese Aussage dürfte wohl vielen ein Begriff sein. Und so ist es eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, dass Samsung auch beim Note 3 weiterhin auf Android als „Fundament“ setzt, und darauf dann mit der eigenen TouchWIZ-Oberfläche aufbaut. Diese wird ständig weiterentwickelt – egal ob wir hier von vereinfachter Bedienung oder auch einem erweiterten Funktionsumfang spricht. Die Oberfläche gefällt mir persönlich richtig gut und bietet außerdem natürlich einen wirklich enormen (!) Funktionsumfang. Hier hatte Samsung lange Zeit einen gewaltigen Vorsprung, der aber allmählich immer kleiner wird. Andere Hersteller (teilweise auch weniger bekannte wie beispielsweise „Oppo“) entwickeln ebenfalls eigene Oberflächen und statten diese mit durchaus nützlichen Funktionen aus.
In Sachen Menü macht sich das nicht ganz so extrem bemerkbar: Samsung setzt neben dem Homescreen (hier können auch wieder mehrere Bildschirme angelegt werden) auch weiterhin auf ein „richtiges“ Menü, in welchem der Nutzer die Symbole nach eigenen Vorlieben verschieben, ausblenden oder in Ordnern verstauen kann. Speziell die Funktion weniger oder gar nicht genutzte Apps ausblenden zu können gefällt mir sehr gut – Programme die sich ohne Weiteres (d. h. ohne Root) nicht vom Gerät entfernen lassen, können so wenigstens deaktiviert werden, sodass sie im laufenden Betrieb nicht unnötig stören.
Im Allgemeinen lässt sich zum Menü außerdem sagen, dass sich trotz der Weiterentwicklung der Oberfläche an der Grundstruktur nicht wirklich viel verändert hat. Einzig das neue Flat-Design welches mit dem Galaxy S5 eingeführt wurde erfordert eine teilweise größere Umstellung, speziell im Untermenü der Einstellungsmöglichkeiten. Das Note 3 ist aber bisher – trotz des aktuellen KitKat 4.4.2 Status und zahlreichen kleineren Samsung-Updates – von dieser „Errungenschaft verschont“ geblieben, sodass sich die meisten Android-Nutzer (Samsung-Nutzer sowieso) ziemlich schnell zurecht finden dürften.

Kamera:

Da das Galaxy Note 3 natürlich nicht nur hinsichtlich des Displays und des S-Pen überzeugen soll, spendiert Samsung dem Gerät auch eine nicht gerade als „schlecht“ zu bezeichnende Kamera – ganz im Gegenteil: Das Note 3 verfügt über eine Hauptkamera mit 13 Megapixel Sensor, Autofokus und einer recht hellen LED Leuchte. Erfreulich ist die Tatsache, dass auch bei der Kamera des Note 3 die Software weiter angepasst wurde um die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten auch Nutzern zugänglich zu machen die sonst vielleicht nicht allzu viel mit Fotografie am Hut haben.
Das Vorhaben klappt auch ganz gut, denn wenn man erstmal die Grundfunktionen (wie beispielswiese die gewünschte Auflösung ggf. verbunden mit einem Szenen-Modi) angewählt hat, erstellt das Gerät durchaus sehr schöne Bilder die eindeutig mehr als nur Schnappschüsse sind. Auch die verbaute LED-Leuchte hilft nahegelegene Objekte bei Dunkelheit ausreichend hell darzustellen. Geht es allerdings um komplexere Objekte (Bäume oder Sträucher z. B.) die dann vielleicht auch nicht direkt vor dem Objektiv des Nutzers sind, kommt die LED ziemlich schnell an ihre Grenzen. Davon könnt ihr euch aber anhand der Beispielbilder selbst einen Eindruck verschaffen. Auch Videos können selbstverständlich mit dem Note 3 aufgenommen werden. Das ist nicht nur mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixel möglich, sondern auch mit 3840x2160 Pixel. Die Qualität geht dabei völlig in Ordnung und zwar sowohl was die Bild- als auch die Audiospur angeht. Es ist zwar – speziell bei der Tonspur – noch etwas Luft nach oben, doch hier hat Samsung in der Vergangenheit auch schon deutlich schlechtere Leistungen abgeliefert.
Die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera im Foto- und Videomodus:
- - Fotomodus – Auflösung: 13 Megapixel (4:3 Format), W9.6 Megapixel (16:9 Format), 8 Megapixel (4:3 Format), W6 Megapixel (16:9 Megapixel), W2.4 Megapixel (16:9 Format)
- - Serienbilder: Aus, Ein
- - Tippen & Fotos machen: Aus , Ein
- - Gesichtserkennung: Aus, Ein
- - Messmodi: Mittenbetont, Matrix, Spot
- - ISO: Auto, 100, 200, 400, 800
- - Intelligente Stabilisierung (Nachtmodus): Aus, Ein
- - Speichern unter
- - Videomodus – Auflösung: 3840x2160 (16:9 Format), 1920x1080 (16:9 Format), 1440x1080 (4:3 Format), 1280x720 (16:9), 320x240 (3:4 Format)
- - Videostabilisierung: Aus, Ein
- - Audio-Zoom: Aus, Ein
- - Standort-Tag: Aus, Ein
- - Fotos/Videos prüfen: Aus, Ein
- - Lautstärketaste: Zoom-Taste, Kamerataste (Auslöser), Aufnahmetaste (Videorecorder)
- - Timer: Aus, 2 Sek., 5 Sek., 10 Sek.
- - Weißabgleich: Auto, Tageslicht, Bewölkt, Glühlampe, Fluoreszent
- - Belichtungswert
- - Richtlinien: Aus, Ein
- - Blitz: Auto, Ein, Aus
- - Sprachsteuerung: Aus, Ein
- - Kontextabhängige Dateinamen: Aus, Ein
- - Spiegelverkehrt speichern: Aus, Ein
- - Speicher: Telefon, SD-Karte
- - Zurücksetzen
Die Szenen-Modi lassen sich zudem direkt aus dem Kamerasucher heraus über einen speziellen Shortcut anwählen:
- - Auto
- - Schönes Porträt
- - Bestes Foto
- - Best Face
- - Sound & Shot
- - Drama
- - Animiertes Foto
- - Golf
- - HDR
- - Radierer
- - Panorama
- - 360° Aufnahme
- - Sport
- - Virtuelle Tour
Einen Eindruck der Bilder und Videos des Galaxy Note 3 könnt ihr euch wie gewohnt am Ende des Testberichts verschaffen.
Bedienung:

Beim Punkt „Bedienung“ möchte ich neben der klassischen Bedienung des Geräts später vor allem auch auf die Gestensteuerung sowie den S-Pen, das Herzstück der Note-Geräte, genauer eingehen.
Zunächst lässt sich über das Note 3 sagen, dass es – wie man unschwer erkennen kann – doch ein recht großes Gerät ist. Da ich zwischenzeitlich kein S2 mehr nutze sondern aktuell mit einem Oppo Find 7a ausgestattet bin, ist die Größe des Smartphones mittlerweile nicht mehr alleine ausschlaggebend für mich. Ein Vorteil den sowohl das Find 7a als auch das Note 3 auf ihrer Seite verbuchen können ist die Tatsache, dass beide Geräte zwar in der Länge und Breite recht wuchtig sind, dafür aber in der Tiefe durchaus flach gehalten wurden. Auch das Gewicht geht beim Note 3 mehr als in Ordnung, was wohl auch dem recht hohen Kunststoffanteil am Gehäuse zu verdanken sein dürfte. Das Note 3 lässt sich bei Bedienung ohne S-Pen durchaus auch größtenteils mit nur einer Hand bedienen – dafür benötigt es bei mir nicht mal den „Einhändigen Betrieb“, wie Samsung die Funktion recht zutreffend bezeichnet. In diesem Modus werden die wichtigsten Bedienungen (bzw. auf Wunsch auch ein Großteil der sonstigen Anwendungen) auf einen Bruchteil des kompletten Screens minimiert, sodass die Wege der Finger nicht mehr ganz so weit sind und eine einhändige Bedienung dadurch erleichtert wird.
Möchte man das Gerät aber gemäß den ursprünglichen Bestimmungen nutzen (also mit S-Pen) kommt man natürlich um eine beidhändige Bedienung nicht herum. Auch in diesem Modus ist die Größte des Note 3 durchaus noch als „angenehm“ zu bezeichnen – mit einer weiteren Vergrößerung der Abmessungen beim bereits in den Startlöchern stehenden Nachfolger würde ich mich aber dennoch nur schwer anfreunden können.
Das Note 3 verfügt aber noch über zahlreiche weitere Funktionen, welche die Bedienung des Geräts für den Nutzer angenehmer machen soll. Welche dies im Einzelnen sind, bekommt ihr nachfolgend präsentiert:
Sprachsteuerung:
Ähnlich der „Siri-Steuerung“ von Apple stattet Samsung die Smartphones mit der hauseigenen „S-Voice“-Lösung aus. Dies funktioniert zwischenzeitlich auch deutlich besser als das noch in der Anfangsphase der Fall war – ich persönlich kann mich aber damit nicht anfreunden; weder bei Samsung – noch bei Apple.
Achja: Dialekt kann S-Voice übrigens immer noch nicht 
Freisprechmodus:
Ist dieser Modus aktiviert, werden eingehende Anrufe automatisch im Freisprechmodus angenommen sofern gewünscht, eingehende Benachrichtigungen werden automatisch vom Gerät vorgelesen.
S-Pen:
Eines der umfangreichsten Features was die Bedienung des Note anbelangt – der Punkt wird daher am Ende des Testberichts unter der Rubrik „Extras“ platziert.
Einhändiger Betrieb:
Siehe Erläuterung oben – ermöglicht die Bedienung des Geräts mit nur einer Hand durch das Minimieren der Bildschirminhalte in ein vom Nutzer gewähltes Eck des Touchscreens.

Gesten:
Über den rechts neben der Hörmuschel angebrachten Sensor können verschiedene Gestensteuerungen am Gerät aktiviert werden. Diese wären:
- - Quick Check: Schlüsselinformationen (Verpasste Ereignisse, Akkustatus, Uhrzeit, …) werden auf dem Bildschirm kurz dargestellt, nachdem man die Hand kurz über den Sensor führt.
- - Air Jump: E-Mails können in „Sprüngen“ mit Seitengröße durchblättert werden. In dem man die Hand von oben nach unten über das Gerät führt, werden Mails immer um einen Bildschirminhalt weiter geblättert – funktioniert ausschließlich bei Mails.
- - Air Browse: Durch eine Bewegung der Hand von links nach rechts (oder anders herum) über das Gerät kann zwischen verschiedenen Elementen gewechselt werden.
- - Air Call-Accept: Bei eingehenden Anrufen können diese angenommen werden, in dem man die Hand über dem Sensor hin und her bewegt.
Air View:
Es werden weitere Informationen zu bestimmten Inhalten angezeigt, wenn der Nutzer den Finger oder den S-Pen über dem Eintrag schweben lässt. Dies funktioniert beispielsweise bei Kalendereinträgen, Fortschrittsanzeigen (Downloads o. ä.) oder auch der Text- und Bildervorschau.
Bewegungen:
- - Direktanruf: Der auf dem Display dargestellte Kontakt wird durch die übliche „Telefon-Gestik“ automatisch angerufen. Eine Auswahl über das Display entfällt.
- - Smart Alert: Verpasste Ereignisse werden dem Nutzer durch eine kurze Vibration beim Aufnehmen des Geräts angezeigt - zusätzlich zur Visualisierung über die LED (sofern aktiviert).
- - Zoom: Durch das Kippen des Geräts kann innerhalb der Galerie gezoomt werden.
- - Bilder durchsehen: Lässt einzelne Bildbereiche innerhalb eines gezoomten Bildes betrachten.
- - Stumm/anhalten:
Sollen eingehende Anrufe stumm geschalten werden oder derzeit abspielende Medien pausiert werden, muss das Gerät lediglich mit dem Touchscreen auf eine Oberfläche abgelegt werden.
Bewegungen der Handfläche:
- - Screenshot: Durch Wischen mit der Handkante von rechts nach links (oder umgekehrt) wird ein Screenshot des aktuellen Bildschirminhaltes gefertigt.
- - Stumm/anhalten: Wenn die Handfläche eben auf das Gerät abgelegt wird, werden eingehende Anrufe oder derzeit abspielende Medien umgehend stumm geschalten bzw. pausiert.
Smart Screen:
- - Smart Stay: Der Bildschirm bleibt so lange aktiv geschalten, wie der Nutzer ihn betrachtet
- - Intelligente Drehung: Die Ausrichtung des Gesichts wird mit Hilfe der Frontkamera überprüft und der Bildschirm entsprechend gedreht.
- - Smart Pause: Wenn das Gerät erkennt, dass der Nutzer nicht mehr auf das Display blickt, wird die Wiedergabe pausiert.
- - Smart Scroll: Auf- oder Abwärtsblättern, in dem der Kopf oder das Gerät geneigt wird, während der Blick auf das Display gerichtet ist.
Berührungsempfindlichkeit automatisch anpassen:
Die Empfindlichkeit des Touchscreens wird erhöht, sodass dieser sich auch mit Handschuhen bedienen lässt.
Multi Window:
Diese Funktion gibt es bei den Note-Geräten schon länger. Multi Window bezeichnet eine Leiste, die ab Werk am linken Rand des Geräts platziert ist und mittels einem kurzen Tap auf den Pfeil oder einer Wisch-Bewegung nach rechts ausgefahren wird. In dieser Leiste sind verschiedene Anwendungen zu finden, die allesamt das Multi Window – Feature unterstützen. Ab Werk sind dies folgende Anwendungen:
- - WhatsApp
- - ChatOn
- - E-Mail (Samsung-Mail)
- - Eigene Dateien
- - Galerie
- - Internet
- - Kontakte
- - Musik
- - Nachrichten
- - S-Finder
- - S-Note
- - Scrapbook
- - Video
- - Chrome Browser
- - Gmail
- - Hangouts
- - Maps
- - YouTube
- – Evernote
- – GALAXY Apps
- – Play Music
- – Play Store
- – S Planner
- – Samsung Hub
- – TripAdvisor
- – Play Books
- – Play Movies
Wird eine dieser Anwendungen in den Hauptscreen geschoben, teilt sich dieser zunächst in zwei gleich große Hälften auf, sodass beide Anwendungen dargestellt werden können. Der Nutzer hat jetzt noch die Möglichkeit, die jeweilige Fenstergrößte durch Justierung des mittleren Trennbalkens anpassen zu können oder auch ein Fenster wieder komplett zu schließen.
Diese Funktion ist für mich zwischenzeitlich zu einem recht wichtigen Feature geworden – spart man sich damit doch das Wechseln zum Homescreen bzw. ins Hauptmenü um die jeweilige Anwendung wieder aufrufen zu können.
Wie man also bereits jetzt sieht, packt Samsung durchaus eine Menge an Funktionen und Gesten in die Software der aktuellen Geräte. Mir persönlich ist das ehrlich gesagt schon etwas zu viel des Guten – Funktionen die sich bis dato nicht oder kaum durchgesetzt haben müssen zwar vom Nutzer natürlich nicht aktiviert und verwendet werden – die Übersichtlichkeit innerhalb des Menüs leidet aber doch erheblich unter den vielen Einträgen. Wirklich „innovative“ Steuerungsoptionen vermisse ich außerdem beim Note 3: Mein Oppo Find 7a lässt sich beispielsweise mit einem DoubleTap auf die Home-Taste in jeder Menüebene sperren und mittels DoubleTap auf das Display auch wieder entsperren. Des Weiteren gibt es hier eine ausgeklügelte Funktion die über ein separates „Gesten-Feld“ realisiert wird. Wird das Feld durch einen Wisch von der oberen linken Ecke des Touchscreens nach unten gezogen, lassen sich mittels Gesten auf dem Feld vordefinierte Anwendungen öffnen bzw. Aktionen ausführen – das steigert die Nutzerfreundlichkeit und ist durch die simple Anordnung und Beschreibung auch sofort verständlich.