So viel bekommt ein Grundschullehrer nicht an Pension, die angeblich so tollen Pensionen sind nach Abzug der Krankenversicherung überhaupt nicht mehr so toll. Ein vergleichbarer Angestellter hat da dann netto mehr.
Warum wir immer mehr bezahlen ist ganz einfach. Der Anteil der hochwertigen Intensivmedizin steigt immer weiter an. Ein Aspirin bleibt immer gleich teuer (fast). Ein Medikament um Krebs, Aids, oder Parkinson zu behandeln ist extrem teuer. Diese Medikamente werden immer weiter verbessert und es kommen immer neue. Leider werden die neuen auch nicht billiger, im Gegenteil.
Dazu kommt natürlich auch die Intensivmedizin in den Krankenhäusern. Ich will aber überhaupt nicht abstreiten, das hier auch mancher Luxus gepflegt wird. Da hat natürlich jedes Krankenhaus alle teuren, hochmodernen Geräte, auch wenn diese nicht immer voll ausgelastet sind.
Soweit ich weis, werden die Kosten für solch ein Gerät auch nicht pro Einsatz abgerechnet, sondern das kommt mit in den allgemeinen Tagessatz. Dadurch werden dann alle Patienten mit den Kosten belastet.
Hier wäre es meine Meinung nach sinnvoller, wenn der Einsatz von Geräten je Anwendung bezahlt werden würde. Dann würden die Krankenhäuser sicherlich die Anschaffung von weiterer Technik anders überdenken.
Für den Patienten hat diese aktuelle Politik den Vorteil, das man grundsätzlich erstmal jede benötige medizinische Leistung in der Nähe vorfindet und keine wartezeiten auftreten. Wartezeiten kann man aber auch mit Sterbezeiten gleichsetzen, denn innerhalb der Warteschleifen werden sicherlich viele Patienten sterben. Das ist in anderen Ländern leider traurige Realität.
Da möchte ich persönlich nicht unbedingt sparen.
Vor 10 oder 20 Jahren waren lebenserhaltende oder lebensverlängernde intensivmedizinische Maßnahmen noch wenig in Gebrauch. Die sind heute öfter anzutreffen und natürlich extrem teuer. Das ist jetzt aber mehr eine ethische Frage als eine Kostenfrage.
Noch ein vielleicht wesentlicher Punkt zu den GKV. Die Kassenärzte sind wie vielleich einige wissen auch alle zwangsmitglieder in der Kassenärztlichen Vereinigung. Das ist jetzt aber eine deutsche Besonderheit.
In anderen Ländern schließen die niedergelassenen Ärzte jeweils einzelnen Verträge mit den Kassen ab. Die Kassen sind aufgrund ihrer Stärke in der Lage, den Ärzten die Preise zu diktiern. In D. ist genau an dieser Stelle die Kassenärztliche Vereinigung eingeschaltet. Die Fallzahlvergütung wird zwischen gleichstarken Partner verhandelt. Vielleicht etwas teurer aber bewährt.
Was heißt es jetzt aber für die Patienten, wenn die Ärzte einzelverträge mit den Kassen haben:
Dann kann der Patient nicht mehr zu einem beliebigen Arzt gehen, sondern es wird der Arzt und auch Krankenhaus von der Krankenkasse vorgegeben. Das heißt dann nicht mehr Arzt im Ort, sondern auch leicht mal 20 km entfernt.
Wenn mir der Arzt nicht passt, pech gehabt.
In Frankreich gibt es sowas wie die Einzelverträge. Ich kenne die dortige Situation nur vom hörensagen, aber so toll klingen die Berichte nicht. Genau diese Machtposition würden und werden die privaten Krankenversicherungen mit ihrem Gewinnstreben natürlich noch stärker ausleben, als die GKV, die nach der Kostendeckung arbeiten.
Weiterhin haben dann natürlich auch die Krankenkassen kein zu großes interesse daran, die Wartezeiten zu verkürzen. Geschickterweise sorgen ja lange Wartezeiten beim einzigen für mich zugelassenen Arzt auch dafür, das ich nicht so oft hingehe. Warum also wegen einer einfachen Krankheit zum Arzt. Die Apotheke hat auch ohne Rezept etwas da das hilft. Klar ist dann aber das ich das alles komplett selbst bezahle. Die Kasse freut sich.
Zu den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigungen (die es ja nur bei gesetzlichen Krankenkassen geben kann) gehört darüberhinaus auch die Sicherstellung einer flächendeckenden Notfallversorung. Da sind die Sitten und Standards in anderen Ländern bei weitem schlechter. Wer will kann sich gerne über die Emergency Rooms in den USA informieren.
Da bin ich auch froh, das wir hier einen anderen Standard pflegen.