Re: Re: Sperrungen für (Diesel)PKW-Stuttgart nur ein Anfang?
Zitat
Original geschrieben von Peinhammer
Dass Dieselmotoren Menschen töten (mehr als jede Terroristenorganisation), ist seit Jahrzehnten bekannt und deshalb kann sich niemand darauf berufen, er hätte von nichts gewusst.
Ich finde es immer wieder schön zu beobachten wie viele Menschen es hinterher vorher besser gewusst haben.
Ich behaupte mal das 99% der autofahrenden Bevölkerung bis vor zwei Jahren keinen blassen Dunst davon hatte dass Dieselmotoren etwas ausstoßen dass sich Stickoxide nennt.
Zu dem Zeitpunkt drehte sich die Hysterie grad noch um Feinstaub, nachdem sich ein Jahrzehnt davor alles um das klimaschädliche Kohlendioxid drehte, und der 3-Liter-Lupo das Vorzeigeauto der ökologisch verantwortungsbewussten Menschen war.
Ich will garnicht leugnen dass hier von allen Seiten ein Selbstbetrug im Gange war, bei der weder der Gesetzgeber, noch die Fahrzeughersteller und erst recht nicht der Kunde allzu genau wissen wollten was bei der Umsetzung der Abgasnormen passiert, lieber sonnte man sich in der Gewissheit, dass man einen "sauberen" Euro5- oder Euro6-Diesel fährt, schließlich wurde einem das oft genug erklärt.
Es kann aber nicht die Lösung sein nun durch sukzessiv zunehmende Fahrverbote eine schleichende Enteignung aller Dieselfahrzeugbesitzer voranzutreiben, bei der im Extremfall in den nächsten Jahren die Hälfte des Fahrzeugbestandes in Deutschland ausgetauscht werden müsste. Die Fahrzeughersteller würde es im Übrigen wahrscheinlich freuen, die hätten sicher nichts dagegen in den nächsten Jahren einige Millionen Benziner pro Jahr zusätzlich zu verkaufen. :p Über den ökologischen Nutzen solch eines Effektes darf man sich auch gerne streiten.
Der unzuverlässige und langsame Nahverkehr holt die Kohlen übrigens auch nicht aus dem Feuer, nur weil man das Autofahren lange genug mies macht.
Meines Erachtens kann man nur weiter an den üblichen Stellschrauben drehen, d.h. Nahverkehr attraktiver gestalten, auf den Realbetrieb abgestimmte Abgasnormen durchsetzen (auch wenn das Dieselautos durch gesteigerte Abgasreinigungsmaßnahmen mittelfristig teurer macht), meinetwegen auch den im Grunde unsinnigen Steuervorteil für Dieselkraftstoff abschaffen und rein über die Mineralölsteuer besteuern, um den tatsächlichen Verbrauch zu "bestrafen", dann "lohnt" sich ein Diesel in Zukunft eben erst ab 40.000km im Jahr und nicht schon bei 20.000.
Ich für meinen Teil kaufe übrigens als nächstes auch kein Dieselfahrzeug mehr, allein schon wegen der Maschinenfabrik an Abgasnachbehandlungsmaßnahmen, die in den nächsten Jahren sicherlich nicht einfacher werden, und schon heute eine Vielzahl an technischen Problemen aufwirft.