Zitat
Original geschrieben von Braindead
Ich krieg jetzt mittlerweile schon fast täglich diese verrückte E-Mobilität Propaganda mit. Entweder sie inszenieren den Ausstieg von Verbrennungsmotoren in GB bis 2040 so als wäre das gleich übermorgen (Radiobericht heute auf 1live) oder sie finden mal eben einen Kartellskandal der die ganze deutsche Autoindustrie trifft. Dann alle paar Tage mal wieder der böse Diesel und die drohenden Fahrverbote in einigen Großstädten .... und dann das ganze wieder von vorne.
Als wenn die 2015 Urplötzlich irgendeinen Schalter umgelegt haben. Zack und auf einmal ist der Diesel vom Paulus zum Saulus...... (und das scheint mir erst der Anfang) Sag mal bin ich der einzige hier der das nicht nur Ansatzweise etwas komisch findet ?
Naja, den "Schalter" hat letztlich Volkswagen umgelegt, die Schummeleien waren aber schon etwa 10 Jahre im Gang. Der Besserwisser würde sagen: "Selber Schuld, Ihr habt den Bogen überspannt."
Wobei ich die Hexenjagd-artigen Auswüchse auch etwas eigentümlich finde, hat aber wohl damit zu tun wie heutzutage Medien und Journalismus funktionieren. Aber auch da - selber Schuld. Man nehme zum Beispiel die Kartellvorwürfe. Ich kenne das so, dass Konkurrenten, oder neudeutsch Marktbegleiter, durchaus in Form von Verbandsarbeit kooperieren. Das bezieht sich aber üblicherweise auf vorwettbewerbliche Grundlagenforschung, häufig in Zusammenarbeit mit Hochschulen. Wenn konkrete technische Details im kleinen, inoffiziellen Kreis verbindlich abgestimmt werden, wird die Linie überschritten (es sei denn man erarbeitet eine für alle einsehbare Norm in den entsprechenden Ausschüssen) und ich glaube nicht, dass z.B. die Festlegung auf einen mit 8 Litern deutlich zu kleinen AdBlue-Tank einfach nur eine unglückliche technische Fehlentscheidung war.
Langsam kommt ja auch Bewegung rein, man nehme Mercedes, erst wird geschwiegen, dann geleugnet, dann gedroht, dann werden plötzlich "freiwillig" knapp 300.000 Fahrzeuge nachgerüstet, und inzwischen 3.000.000, auch wenn das wahrscheinlich nur eingeschränkt taugliche Software-Updates sein werden. Bloß keine Fahrverbote, bloß nicht weitere Wettbewerbseinschränkungen riskieren, aber da kann man sich hier in Deutschland noch so sehr an den Diesel klammern, die Welt dreht sich weiter.
Aber vielleicht ist das ja auch das Aufwachsignal im Hinblick auf E-Autos bevor wir irgendwann links und rechts von China und Indien überholt werden. Zumal da auch noch andere Mitspieler am Markt auftauchen werden, man denke ulkigerweise an DHL, die ihren Streetscooter eben nicht bei BMW, VW, Mercedes bekommen haben und den inzwischen an Drittkunden anbieten. Oder wer weiß ob in fünf Jahren nicht einfach Samsung E-Autos verkauft, viele Kernkompetenzen dafür haben sie schon.
Abseits von aller Hysterie und übertriebenen politischen Forderungen wird sich E-Mobilität trotzdem durchsetzen, als nächstes wahrscheinlich als Zweitwagen, bei denen die es sich leisten können, und die mangelhafte Ladeinfrastruktur kein Problem darstellt.
Denn auch das muss erstmal wachsen, Tankstellen waren auch nicht schon immer da, sondern da wurde auch eine Nachfrage befriedigt, und es würde mich schon sehr wundern, wenn nicht irgendwann sobald eine wie auch immer geartete kritische Masse überschritten wurde, Ladesäulen aus dem Boden gestampft werden, an denen Strom mit Preisaufschlag verkauft werden kann.