Beiträge von Halslos

    Zitat

    Original geschrieben von Truthahn
    Du gibst also eine große preiswerte komfortable Wohnung in TOP- Lage in der Stadt auf, um in ein Kaff ohne Kita und ohne Gymnasium zu ziehen, in ein Haus ohne Gasanschluss. In dem Kaff benötigt Ihr 2 Autos, um zur Arbeit zu gelangen und den Nachwuchs zu Gymnasium-Mittelschule/Ärzten/ Sport etc. zu kutschieren. Wahrscheinlich braucht Ihr auch für jeden Einkauf ein Auto.


    Warum eigentlich nicht :) .


    :rolleyes: so ungefähr :)


    Aber hier sieht man, aus welchen Blickwinkeln man sich dem Thema Hauskauf nähern kann.
    Will kurz auf paar genannte Punkte eingehen.
    Kita, ja, werden wohl zu 98% die 3km mitm Auto ins Nachbardörfchen fahren. In der Wohnung hätten wir ne Kita nur etwa 7 Minuten Fussweg entfernt. Aber, die Kitaleitung konnte uns nur kleine Hoffnungen machen, dass wir gleich 2 (!) Plätze zu unserem Termin bekommen würden (Stichwort Kitaplatzmangel). Sprich, wahrscheinlich wäre die Kita nicht realisierbar gewesen und schon wären wir ebenfalls aufs Auto oder die öffentlichen angewiesen. Und dann allmorgentlich Richtung Innenstadt ... :flop: zumal es entgegengesetzt zu unserer Fahrtrichtung zur Arbeit wäre. Dort draussen gibts ne Kita, welche uns sowohl vom Konzept als auch vom räumlichen her und den Aussenanlagen top gefällt. Dazu gibts freie Kapazitäten. Übrigens war die Kitafrage einer der ersten Fragen die wir beim Hauskauf betrachtet hatten. Die fussläufig erreichbare topsanierte Grundschule hier im Ort ist ein klares Plus. Wie es dann weitergeht, müsste man sehen, klar (Bus fährt z.B. alle halbe Stunde)
    Gasanschluss - :confused: Haben Flüssiggas, jedoch durch den Miettank ne Versorgerbindung. Haben aber im KV mit dem Verkäufer vereinbart, dass er wenn wir die Situation ändern wollen, die Abwicklung des Altvertrages übernimmt (d.h. Vertrag kündigen und gemieteten Tank auf eigene Kosten zurück zum Anbieter). Habe die letzten Rechnungen gesehen. Is ja ein Wahnsinn was die da für Mondpreise bezahlt haben.
    Die zwei Autos, die wir bereits haben, werden dann natürlich öfter genutzt, keine Frage. Und natürlich ist es hier und da unbequemer, eben nicht mal schnell Samstag abend um 21Uhr über die Strasse zum Rewe zu können oder dann eben 10min länger zu brauchen um mal in die Altstadt zu kommen. Aber hey ... dass ist doch nicht wirklich ein Kriterium.
    Und wer sagt denn, dass wir unsere Kinder nicht auch in der Stadtwohnung lebend mit dem Auto zur Schule/Arzt und Sport kutschieren würden? Wobei dass alles blanke Theorie ist! Andersrum kann man auch argumentieren, dass hier von der 150m entfernten Bushalte alle 30min ein Bus in die Stadt fährt (Fahrzeit 12min zum Stadtkern)...


    Wie sooft muss hier halt jeder selbst seine eigenen Prioritäten setzen.

    Zitat

    Original geschrieben von 31509
    klar man ist 50 das Haus ist 40 Jahre alt - wann war nochmal die neue Heizung fällig, wann kommt das neue Dach, wann der neue Anstrich, und dann sind die Kinder aus dem Haus und er hat ein Haus das er sich nie so gebaut hätte in einer Gegend die offensichtlich nicht viel Nachfrage hat - kein Problem so ein altes Ding verkauft sich ganz von alleine...


    In unserem Fall kann ich sagen, dass wir das Haus nicht als Kapitalanlage betrachten und uns da keine Illusionen über die Wertentwicklung machen. Aber wer kann heut sagen wie es in 25, 30 oder 35 Jahren auf dem Markt aussieht?
    Für uns ist es eine traumhafte Option, die nächsten Jahrzehnte in einem tollen Umfeld zu leben (nicht nur wohnen!) und unsere Kinder aufwachsen zu sehen.
    Nicht ausser Augen lassen sollte man auch, dass unsere Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Insofern freuen wir uns noch mehr darüber in Zukunft soviel Platz zu haben.


    Das finanzielle Risiko streitet hier niemand ab, aber in einem gewissen Rahmen ist dieses kalkulierbar und wird von jedem Hausbauer bzw. Käufer in der Planung berücksichtigt (hoff ich zumindest!).


    @Truthahn, für uns ist dieser Verzicht (großer Urlaub in den nächsten zwei, drei Jahren) eben kein Verzicht. Dafür "gönnen" wir uns z.B. zum Einzug ne neue Küche mit Stabilität, welche vielleicht mit anderen Herstellern und Geräten 3000- 4000€ günstiger ausgefallen wäre. Es verschieben sich eben die Prioritäten etwas. Für uns ist die Tatsache im eigenen Heim zu leben mit all seinen Vorzügen und Nachteilen die finanzielle Mehrbelastung wert.


    gruss
    halslos

    Ach shice, dies und das(s) ist eine meiner Schwächen!


    Mir ist schon klar dass die qm - Kosten (sowohl Mietwohnung als auch Grundstück) bei Lesern in vielen anderen Ecken deutschlands die Tränen kullern lassen. Wobei wir gerade bei unserer Nachmietersuche feststellen, dass dieser Preis auch bei uns nicht die Regel ist, schon gar nicht für Wohnungen mit dieser Ausstattung.


    Wir haben die Situation, das(s) :D wir beide für unsere Ecke hier recht gut verdienen und auch die Immobilienpreise in einem "vernüftigen" Rahmen liegen, so dass wir zugeschlagen haben. Für uns paßt das Paket einfach und ich bin der Meinung, man sollte Chancen und Risiken aus allen Richtungen betrachten und dann entscheiden. Wir werden zunächst auf große Urlaube verzichten um Rücklagen zu bilden, dennoch wollen wir in wenigen Jahren nochmal unsere Flitterwochen wiederholen. Soviel Spielraum muss der Finanzplan vorab einfach hergeben, ansonsten würden wir nie kaufen. Abgesehen davon dass es in der Realität eh oft anders kommt ( = alles teurer wird als vorher gedacht).

    Als frisch gebackener Hausbesitzer (KV unterschrieben vor 14 Tagen) finde ich mich an vielen Punkten in diesem Thread wieder. Auf der einen Seite die Freude auf die neue Lebensetappe und den ohne Frage gewonnenen Lebenskomfort und auf der anderen Seite die vorher zu besprechenden Zweifel und Pflichten. Letztendlich haben die Vorteile der eigenen Immobilie bei uns die Nachteile klar übertroffen.
    Ich will hier kurz unsere Herangehensweise darstellen, womöglich findet sich hier auch der ein und andere wieder.


    Zur Ausgangslage, seit der Geburt unserer Zwillinge im Juni 2012 haben wir lose darüber gesprochen, eine eigene Immobilie mit bissl Grundstück in Angriff zu nehmen. Derzeit wohnen wir in einer ca 100.000 Einwohner Stadt in Ostdeutschland. Wir sind vor 4 Jahren in eine 110qm grosse Altbauwohnung (1999 vollsaniert) gezogen und fühlten uns rundherum wohl. Die tolle Lage, viel Platz, Südbalkon, Tageslichtbad mit Wanne und Dusche usw usw. Wir haben in der Wohnung tolle 4 Jahre verbracht und auch die Nähe zum Stadtzentrum als junges Paar ( jetzt 33 und 28 Jahre) sehr genossen.
    Die Kaltmiete begann bei 5,00 €/qm und ist inzwischen bei 5,31 €/qm (Staffelmiete). Gemessen an Grösse, Ausstattung und Lage ein echtes Schnäppchen. Und dennoch wuchs bei uns mehr und mehr der Wunsch nach etwas eigenem, mit Grundstück und einem ruhigeren Lebensumfeld.
    Lange wollten wir etwas eigenes bauen, wobei wir nicht direkt aufs Land ziehen, sondern schon in Stadtnähe bleiben wollten. Die Grundstückspreise in unserem Wunschgebiet bewegten sich zwischen 55-60€/qm (stadtnah, gute Infrastruktur, attraktive Wohngegend). 5km weiter von der Stadt entfernt jedoch war teilweise schon nur noch der halbe Preis zu zahlen. Lange Rede, kurzer Sinn, die Grundstücksfrage konnten wir einfach nicht für uns klären, DAS GRUNDSTÜCK war einfach nicht dabei und zudem waren wir uns nicht einig, wie und mit wem wir bauen würden. Das interessanteste Angebot für uns war eine Stadtvilla mit 140qm und massiver Garage für 210 T€ (ohne Keller, Grundstück und Baunebenkosten) im Speckgürtel.
    Der Winter kam und wir liessen die letzten Wochen erstmal sacken, hatten Spass und "Arbeit" mit den Kindern und im Februar haben wir uns mehr oder weniger zufällig nach Bestandsimmobilien im Umkreis von 10km von unserer Wohnung umgesehen. Tja, und das 2. Haus war es einfach. Es war DAS Haus. Baujahr 95, 160qm + 70qm Wohnkeller und 700qm Grundstück. Infrastruktur top (Kita im Nachbarort 3km, Grundschule 800m Fussweg, Weg zur Arbeit unverändert) Für uns war sehr schnell eine Entscheidung gegen Neubau und für dieses Haus getroffen (ist bei uns eher unüblich, sind sonst eher die Grübler, Nachdenker, Skeptiker). Aber hier sind wir uns sicher.


    Wir haben hier ein fertiges, grosses Haus, dass wir uns selber nie im Leben so gebaut hätten, es wäre für uns nicht finanzierbar gewesen bzw. soviel Geld hätten wir nie in die Hand genommen triffts besser. Ein befreundeter Gutachter hat grünes Licht gegeben und warten wir nur noch auf das grüne Licht der Gemeinde (Vorkaufsrecht).


    Aktuelle Gründe gegen den Neubau aus unserer Sicht:


    - Bauzeit und Stress während der Bauphase (wir haben 2 Kleinkinder und ich arbeite Vollzeit)
    - ungeplante Mehrkosten (kennt jeder Hausbauer)
    - Baupfusch und Mängel
    - Nebenkosten (vor und nach den Bauarbeiten z.B. Aussenanlagen usw.)


    Für den Neubau hätte hauptrangig die freie Raumgestaltung und die freie Wahl der Hausinstallation (z.B. Heizung ) gesprochen.


    In unserem neuen Domizil gibt es lediglich eine Sache, welche wir beim Neubau anders gemacht hätten. Geheizt wird hier mit Flüssiggas und obendrein haben sich die Erbauer mit nem Miettank an den Versorger gebunden :rolleyes: :flop: Wir hätten eine Wärmepumpe eingebaut. Ansonsten steht das Haus seit 18 Jahren felsenfest und wie gesagt, ein Gutachter hatte nichts zu bemängeln.


    Fazit @Chung, finde es absolut richtig sich andere Meinungen von den verschiedensten Leuten einzuholen. Mann wird immer wieder auf Dinge hingewiesen, die einem selber gar nicht aufgefallen wären.


    Wir haben uns entschieden, wir verlassen die Stadt und ziehen nun 7-8 Autominuten weg in eine Mitte der 90ziger erbaute weitläufige Wohnsiedlung einer kleinen Gemeinde. Der Verkäufer wirkt auf uns glaubwürdig und überzeugend, dass Haus und der Preis passt und wir freuen uns auf die hoffentlich vielen vielen Jahre in unserem neuen Domizil.


    Zu den Kosten, wir finanzieren dass Haus zum Haupteil, zahlen cirka 760€ in den nächsten 20 Jahren und sind dann mit Mitte 50 bzw. sogar drunter fertig. Wir zahlen somit keine 200€ mehr als die bisherige Kaltmiete und haben somit genug finanziellen Spielraum um trotz Finanzierung Rücklagen zu bilden und dennoch einen gewissen Lebensstil für unsere Kinder und uns halten zu können. Wir haben derzeit netto 2.500€ (ich Vollzeit, meine Frau Elterngeld) und wenn meine Frau wieder arbeiten geht 3.600€ im Monat zur Verfügung. Trotz der dann anfallenden Kita-Gebühren :eek: (500€ ohne Verpflegung für die zwei) bleibt da noch genug Luft.


    Wir wagen den Schritt ins eigene Heim und freuen uns riesig darauf. Wir sind überzeugt mit unserem Haus alles richtig zu machen. Natürlich haben wir uns informiert und wissen, was alles passieren kann, aber aus jetziger Sicht ist es die perfekte Lösung.

    Timba69,
    dessen sind wir uns völlig bewusst. Daher haben wir auch vorab mit dem Vermieter gesprochen und uns seine Einverständnis geholt. Klare Aussage seinerseits, er will dass die Wohnung vermietet ist, lässt uns aber Spielraum jemanden zu finden der die Wohnung mit Küche nehmen würde. Wir sind also auf einer Wellenlänge.


    Und die letzten Tage und auch die aktuellen Nachfragen in den kommenden 2 Wochen zur Besichtigung (heute Mittag 3 neue Anfragen) haben gezeigt, dass die Wohnung wohl kaum länger als einen (Übergangs-) Monat leer stehen wird.
    Von den 7 bisherigen Terminen sind allein 4 dabei, welche trotz unserem Kaufpreis großes Interesse zeigen und 2 würden die Wohnung sofort nehmen wollen, jedoch ohne Küche. Wir werden ihm also in jedem Fall mögliche Nachmieter vorschlagen können.


    Aber danke für deinen Post, hast mich kurz zum Grübeln gebracht. :top: Ich werde mit dem Vermieter einen festen Termin ausmachen, bis wann wir Zeit haben jemanden zu finden und ab wann er die Wohnung eigenständig „vermarkten“ will. So hätten wir noch etwas mehr Sicherheit. Kann ja trotz gutem Verhältnis nicht schaden.


    Danke und Gruss
    Halslos

    Timba, danke.
    Das is wohl war und da mach ich mir grad Gedanken, wie ich eine Art Kaufvertrag formuliere und wann der dann unterschrieben werden müsste. Wohl zeitgleich mit der Unterschrift des Mietvertrags.


    Andererseits frag ich mich, ist es möglich, im Mietvertrag zwischen Vermieter und Nachmieter einen Passus einzusetzen: Der Nachmieter verpflichtet sich durch die Unterschrift des Mietvertrags zur Zahlung des vorab vereinbarten Kaufpreises für die in der Wohnung befindliche Einbauküche in Höhe von XXX an XXX bis zum XXX auf nachfolgendes Konto des jetzigen Mieters


    Aber warum sollte sich der Vermieter dieses Themas annehmen.
    Welchen zeitlichen Ablauf würdet ihr wählen? Zumal ja der Kauf der Küche nicht automatisch bedeutet, dass der Vermieter die Leute akzeptiert.


    Wir haben in den kommenden 14 Tagen noch 6 oder 7 weitere Besichtigungen und wollen uns danach festlegen.


    Der richtige Weg wäre doch:
    1.)
    glaubhafte Interessenten für Wohnung mit Küche zu finden
    2.)
    Diese würde ich dann eine Art Interessensbekundung unterschreiben lassen, sinngemäß: Haben Interesse an der Wohnung, würden bei zustandekommen des Mietvertrags den Kaufpreis in Höhe von XXX für die Küche an uns zahlen. Wie kann ich das möglichst wasserdicht formulieren?
    3.)
    Info an den Vermieter über die Interessenten und weitere Absprache


    oder überseh ich grad etwas?


    gruss halslos