ZitatOriginal geschrieben von HappyDay989
Siehst Du in Deutschland irgendwelche Zeichen für ein "Umdenken" bei der breiten Masse, weg von der Vollkasko- und Spaßgesellschaftsmentalität hin zu einer breiten Akzeptanz von mehr Eigenverantwortung?
Auch wenn Deine Frage rhetorisch gemeint war, möchte ich sie dennoch - in dem gemeinten Sinne - beantworten:
Anzeichen dafür sehe ich bei der Bevölkerung ganz und gar nicht. Alleine wenn ich mir die Aussagen des Kollegen weiter oben hier im Thread nochmal durch den Kopf gehen lasse, wird mir schon wieder übel.
Was das angeht, möchte ich aber ausnahmsweise tatsächlich mal den staatlichen Organen die (Mit-) Schuld an dem Dilemma geben, die den Menschen ganz gezielt immer mehr Eigenverantwortung abnehmen. Ganz deutlich war das zu beobachten, als die "Privatinsolvenz" eingeführt wurde.
Früher haben die meisten Menschen sich noch zweimal überlegt, ob sie sich für einen neuen Wohnzimmerschrank noch tiefer in die Schulden reiten sollten - wer damals überschuldet war, der war oft sein ganzes Leben lang gebrandmarkt. Nicht schön für den einzelnen Betroffenen, aber volkswirtschaftlich "fair".
Heutzutage ist es scheißegal, ob das neue Auto 20.000 oder 40.000 kostet. Geht das Geld aus, dann hebt man (ggf. einmal mehr) die Hand - nach sieben Jahren ist der Spuk ja vorbei. Mittlerweile kann man nicht mal mehr in Ruhe den Videotext lesen, ohne mindestens zwei "Tipps" auf der Startseite zu haben, wie man Staat und Gläubiger "legal bescheißen" kann.
Das sind nun allerdings Dinge, die thematisch sehr weit weg führen vom Thema Auto und CO2.
Dennoch bin ich der Meinung, daß wir die letzten dreißig Jahre systematisch (oftmals sicher ungewollt) unseres sozialen Bewußtseins beraubt wurden.
Dieses wieder in die Menschen hineinzuprügeln ist eine weit größere Aufgabe als die Reglementierung des Schadstoffausstoßes von Kraftfahrzeugen.
cu
NoTeen