Na, nu' biste ja wieder so, wie ich Dich kenne 
Zwar bin ich noch gänzlich benommen darüber, daß Du mich gleich im ersten Satz praktisch zum Sprachrohr des Deutschen Einzelhandels erhebst. Im Übrigen spreche ich allerdings nur für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland, und auch das ganz und gar nicht offiziell.
Trotz des Freudentaumels, der mich ergriffen hat, wage ich es dennoch, Deine Aussagen einigermaßen kritisch zu betrachten:
Über zwei Euro zu nehmen gebührt sich für jeden Händler, der vernünftig kalkuliert, denn wenn ich das Spritgeld rechne und meinen (kalkulatorischen) Stundenlohn dazurechne, dann bin ich (inclusive Kommissionieren der Ware) locker beim Vier- bis Fünffachen. Und egal wie hoch der Einkauf ist: Wenn die Kosten den Gewinn auffressen, dann ist es eben - objektiv - nicht mehr rentabel, bestimmte Leistungen zu erbringen.
Zitat
Ahaha, als ob der Handel in Deutschland jemals etwas ausser Werbebroschüren an seine Kunden verschleudert hätte? Und nebenbei, gerade der Service ist das Wichtigste, auch diese Liefergeschichten. Kühltechnik für LKW etc. kost in Zukunft auch nicht mehr und wenns die Einzelhandelsketten nicht machen, dann machen das Geschäft andere im Verbund mit den Postzustellern.
Wenn ich mir bewußt mache, daß hundert Gramm Sheba viermal so viel kosten wie hundert Gramm Hackfleisch, dann muß ich nicht lange überlegen, was der Handel die letzten Jahre sinn- und hirnlos verschleudert hat. Schade um die schönen Produkte, von denen so viele glauben, der "Geiz-ist-Geil-Preis" sei noch zu teuer.
Wenn mir dann noch jemand erzählen möchte, was Service kostet und bringt, dann kann ich das im Grunde nur mit Dieter Nuhr kontern.
Vielleicht solltest Du zwei Dinge nicht vermengen:
Den Internetversender, der das Geschäft zusammen mit den Postzustellern abwickelt, kaum Lagerhaltungskosten und Ladenmiete zu tragen hat und nicht in Fleisch und Blut für die Kunden da zu sein hat, und
"Onkel und Tante Emma", die schon eben noch das Tagesgeschäft stemmen (wenn sie Menschen und Ware mögen, noch ein bisschen besser als andere), und die vielleicht sogar gerne noch Abends um zehn Uhr zwei, drei Lieferungen spazierenfahren würden. Aber sicher nicht für irgendwelche Hirnis, die das als das Selbstverständlichste überhaupt ansehen - vielleicht noch mit dem Argument, es würde ja "in Amerika auch funktionieren".
In letzter Konsequenz schließen sich Service und günstige Preise gegenseitig aus. Leider haben sich die Verbraucher in Deutschland (momentan) für günstige Preise entschieden. Aus dieser Ecke heraus mal wieder die "Servicewüste" zu beklagen, halte ich persönlich für vermessen.
cu
NoTeen
*Der 99% seiner Kunden mag, sehr gerne und sehr häufig Service über das Normale hinaus anbietet und dem es auch lieber wäre, wenn einige Dinge anders wären*