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Original geschrieben von pallmall
Nicht der Verbraucher macht die Nahrungsmittelpreise, sondern der Hersteller. Keiner macht seine Nudelsuppe, um damit ins Minus zu wirtschaften.
In diesem Punkt muß ich Dir - leider - widersprechen. Hättest du den SZ-Artikel mit Bedacht gelesen und wirklich setzen lassen, dann wäre Dir bewußt geworden, daß der Verbraucher inzwischen in Deutschland sehr wohl - und zwar ohne nachzudenken - den Preis diktiert. Oder willst Du behaupten, Du würdest bei Deinem nächsten Einkauf zum Hackfleisch für 8,90 Euro greifen, obwohl es sich äußerlich und geschmacklich nicht viel vom 3,90-Hack des Discounters gegenüber unterscheidet, aber dafür ethisch und politisch korrekt hergestellt wurde (Artgerechte Tierhaltung, faire Verdienstspanne für alle Vorstufen des Handels)? Nein, Du würdest die fünf Euro sparen, weil Du Dir beim Griff ins Regal selbst der Nächste bist, und weil Du dich auch bei 3,90 Euro schon abgezockt fühlst.
Hingegen geben z.B. die Franzosen nicht deswegen einen größeren Teil ihres Geldes für Lebensmittel aus, weil sie so viel fressen, oder etwa weniger verdienen als wir. Nein, sie bezahlen (freiwillig, man stelle sich vor!) mehr Geld, um die vergleichbare Menge an Lebensmitteln zu verkonsumieren wie wir.
Wirklich lachen mußte ich aber über das:
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Zu den Discountern: Die bezahlen die höchsten Löhne im Einzelhandel. Wenn du also was für die nationale Wirtschaft tun willst, dann musst du da kaufen. Der Einzelhandel bezahlt im Gegensatz zu den Discountern lächerliche Löhne und beschäftigt zumeist 400€ Kräfte, was auch noch die Staatseinnahmen schwächt und und und...
Erstens mal bezahlen die Discounter nicht ohne Grund so "gut", und ich gönne jedem, der dort arbeiten "darf", seinen Verdienst von Herzen. Warum ich aber gutheißen soll, da ein Aldi-Knecht, der eine Kopfleistung von 100.000 Euro im Monat erbringt, mit meinetwegen 5.000 Euro Brutto bezahlt ist (und mit 30 Jahren ausgemustert wird, weil er "aufgearbeitet" ist), hingegen ein "normaler" Verkäufer bei einer Kopfleistung von 20.000 Euro "nur" 3.000 Euro verdient, das müßtest Du mir bitte erklären.
Nüchtern betrachtet heißt das nämlich, daß für (fiktive) zwei Millionen Umsatz bei Aldi zwanzig Knechte mit insgesamt 100.000 Euro bezahlt - und dafür die Steuern entrichtet - werden, beim Vollsortimenter verdienen einhundert Personen 300.000 Euro zzgl. der entsprechenden Steuern daraus.
Ach so: Das Wort Pauschalbesteuerung wird Dir sicher nichts sagen, aber es hat, btw, mit der Besteuerung von Aushilfskräften zu tun 
Aber stärke Du gerne weiter die Staatseinnahmen durch Deinen Kauf beim Discounter. Ich lebe dann mal weiter in meiner Welt der Trugschlüsse und bin froh über den angenehmen Anblick beim Öffnen meiner nächsten Frosta-Tüte (danke, superuser_reload, für Deinen passenden Qualitätsvergleich, der durchaus nahe an der Realität anzusiedeln ist).
Im Übrigen finde ich es nicht falsch, in Urlaub zu fahren oder sich ein schönes Auto zu gönnen.
Nicht in Ordnung finde ich es aber, mit dem 500er SL (24-Monats-Leasing, "günstig" über einen guten Freund), frisch gebräunt vom letzten Tunesien-Urlaub (wird auch in elf Monaten schon abbezahlt sein), beim lokalen Supermarkt vorzufahren und dort lautstark herumzumosern, daß alles so teuer geworden sei und man sich ja schon bald nichts mehr leisten könne. In solchen Fällen sollte man halt dann endlich mal Prioritäten setzen.
cu
NoTeen