Beiträge von NoTeen

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    ...sehe ich nicht warum eine Knappheit bei irgendwelchen Naturprodukten auftauchen sollte. Sicher kann das passieren wenn die Ernte schlecht war oder Umwelteinflüsse zunehmende Wirkung zeigen etc., aber dem steht auch wieder entgegen daß wir heute fast immer alles kaufen können, und letztlich doch immer alles verfügbar ist...


    Wobei die Verfügbarkeit durch eine Steuerung der Nachfrage gewährleistet wird und diese Steuerung findet (in einer freien Marktwirtschaft) ausschließlich
    über den Preis statt. Grund genug, daß manche Lebensmittel teurer - oder manchmal auch wieder günstiger - werden.


    Zitat


    Der gute Mann hat eh schon gesalzene Preise und tut so als würde ihn die MWSt-Erhöhung treffen. Das ist aber Quatsch, denn er handelt mit Lebensmitteln und da gibt es keine erhöhte MwSt. Außerdem erhöht sich die nur um 3% und sie kommt erst zum Jahreende - nicht jetzt. Also kann man das doch nur so interpretieren daß er entweder bisher schlecht kalkuliert hat und unter seinem EK verkauft hat - was wir wohl ausschliessen können - oder er nutzt die Gunst der Stunde um sich eine pauschale Gehaltserhöhung zu genehmigen.


    Auch hier muß ich Dir widersprechen, denn die MWSt.-Erhöhung trifft den guten Mann sehr wohl. Wer nämlich "drinnen" bleibt und seine Speisen und Getränke nicht mitnimmt, zahlt den [URL=http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,hi4lza6gl5pwjufg~cm.asp]höheren[/URL] Steuersatz (auch ganz interessant: Der weiterführende Link mit der "Liste der dem ermäßigten steuersatz unterliegenden Gegenstände").


    Warum er um 10% erhöht und nicht nur um den Anteil des "neuen" Steuersatzes? Ich kann Dir das nur aus der Erfahrung heraus sagen, die ich in "meiner" Branche gesammelt habe: Die Euro-Einführung, aber auch die kommende Steuererhöhung, sind "Schlüsselmomente", die gerne ausgenutzt werden, um allgemeine Kostenfaktoren mit auszugleichen, die man unter der Zeit den Kunden einfach nicht verklickern kann (z.B. Energie- und Wasserpreiserhöhungen, steigende Lohn- und Lohnnebenkosten, höhere Transportkosten usw. usw.) und sich so wieder an eine Presspanne vergangener Tage heranzutasten, die in den vergangenen Jahren Stück für Stück abgeschmolzen ist. Auch mit dieser höheren Preisspanne kann übrigens noch keiner Millionär werden, der z.B. einen durchschnittlich großen Supermarkt führt. Man hat lediglich wieder ein bißchen mehr Luft, um vielleicht eine zusätzliche Aushilfe einzustellen.


    Was den Begriff der "Abzocke" angeht, von dem unser kleiner Disput handelte: Nennen wir es einfach ein Definitionsproblem. "Abzocke" beginnt bei mir da, wo ein Verkäufer unter Ausschaltung seines Verstandes den Preis dermaßen hoch schraubt, daß er sich auf Kosten der geprellten Käufer dumm und dämlich verdient. Und zumindest im Bereich der Lebensmittel kann ich Dir versichern, daß dem nicht so ist.


    Eigentlich habe ich mich ja wegen einer vollkommen anderen Sache nochmal zu Wort gemeldet :D


    Die SZ liefert heute einen gestochen scharfen Artikel zum aktuellen Thema Gammelfleisch. Könnte glatt von mir geschrieben sein, spiegelt auch zu 100% meine Meinung zu dem Thema wider. Aber [URL=http://www.sueddeutsche.de/,tt1m1/deutschland/artikel/364/84280/]lest selbst[/URL].


    Mein Highlight aus dem Artikel: "Lediglich in Großbritannien ist man noch geiziger als in Deutschland: Um mit Fish’n Chips und Sägmehl-Talgwurst zu überleben, reichen 8,9 Prozent des privaten Durchschnittshaushalts aus." :D


    cu


    NoTeen

    Schöne Grüße aus Bayern übrigens :D


    Vielleicht sollte man vor dem Lesen erst mal denken.


    Auch wenn die Diskussion hier viele Beiträge lang darum geht, ob man nun einen A8, einen 5er BMW oder eine Rikscha fahren "darf" - im Grunde geht es doch um etwas ganz anderes:


    Jemand hat diesen Thread eröffnet, weil er (so reime ich es mir jetzt mal zusammen) gefrustet ist, daß ein Fahrzeug plötzlich und unerwartet zum "Vermögen" eines Menschen gerechnet werden könnte (was ist es sonst, wenn kein Vermögensgegenstand?), und weil er sich jetzt (anscheinend) die Hosen vollkackt, daß er sein Auto, das er sich "neben" seinem BaföG "redlich" erarbeitet hat, vielleicht abgeben muß, um weiter BaföG beziehen zu können.


    Über die Tatsache, ob irgendwer ein Auto, ein Haus oder ein sparbuch weggeben "muß", brauchen wir im Grunde überhaupt nicht zu diskutieren, das ist lächerlich. Komischerweise setzen einige Personen hier im Thread voraus, daß man - den eigenen Lebensumständen entsprechend - ein selbstverständliches Anrecht auf staatliche Leistungen hat (meine Rechte kenn' ich wohl...), andererseits aber es den Staat einen Feuchten zu interessieren hat, was finanziell "im Hintergrund" läuft (Pflichten? Welche Pflichten?).


    Allen Recht getan, würde bedeuten, jeden Einzelfall akribisch zu überprüfen, inclusive der verwandtschaftlichen Verhältnisse eines Antragstellers und seinen persönlichen Beziehungen zu dieser Verwandtschaft (Der hat eine stinkreiche Tante, die steckt ihm immer was zu. Aber daheim haben sie ihn rausgeschmissen/von den Eltern kriegt er nix).


    Da das leider Gottes nicht möglich ist, muß man klare Gesetze und Verordnungen erlassen, um moralischen Grundsätzen und erwartungen gerecht zu werden.


    Meine Sicht der Dinge ist die, daß es zwar eindeutige Gesetze und Verordnungen gibt, man aber gelegentlich auch mal deren Sinn und Motivation erfragen sollte.


    Ich finde es moralisch vielleicht noch korrekt, wenn jemand (zum Beispiel) BaföG beantragt, weil es ihm nach dem Gesetz "zusteht". Danach aber moralisch auf der Aufrechterhaltung eines (relativ hohen) Lebensstandards zu beharren und lautstark zu lamentieren, wenn der Staat die Pflichten des ordentlichen Bürgers einfordert - wie Du Dich vielleicht erinnern kannst, ging es in dem verlinkten Artikel aus dem Eingangsposting um eine Studentin, die ihr Vermögen verschleiern wollte - dafür habe ich beileibe kein Verständnis mehr.


    Und noch etwas, wo wir schon dabei sind:


    Zitat


    kingpin hat recht, sein job ist sofort kündbar. ohne bafög hätte er überhaupt keine sicherheiten.


    Das würde ihn natürlich ohne BaföG zum absoluten Härtefall degradieren. Schwer vorstellbar, daß über 20 Millionen Menschen in Deutschland "ohne Sicherheiten" jeden Tag zur Arbeit gehen - bereit, jederzeit gekündigt zu werden. Dürfen die ebenfalls BaföG beantragen, damit sie irgendeine "Sicherheit" haben? Witzig :D


    cu


    NoTeen

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    Original geschrieben von Martyn
    So absurd ist unsere Gesetzgebung.


    Doch nur, wenn man ständig überlegt, was man alles vom Staat (der übrigens wir alle sind) "mitnehmen" kann.


    Es wird doch schließlich keiner gehindert, sein Studium aus eigenen Rücklagen oder durch eigener Hände Arbeit zu finanzieren. Ich weiß übrigens auch gar nicht, was daran verwerflich sein sollte.


    Wer wiederum seine Rücklagen nicht für ein "Studium ins Ungewisse" angreifen möchte, der wird sicher nicht zum Studium gezwungen werden, oder?


    Aber heutzutage rennt nun mal alles in die Unis mit dem Gedanken im Hinterkopf, irgendwann mal CEO bei einem Global Player zu sein. Daß das nur der Bruchteil eines Bruchteils wirklich schafft, das will leider keiner hören.

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Der Preisvergleich, um den es hier ging, beleuchtet einen Zeitraum von 2002 bis heute. Saisonale Preisschwankungen können da kaum als Erklärung herangezogen werden.


    Findest Du in meinem Beitrag auch nur eine Silbe, die Bestandteil des Wortes saisonal ist? Es gibt mehr Gründe für die Verknappung bestimmter Waren als Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.


    Und sorry: Wenn ich das Wort "Abzocke" nur höre, dann stellen sich mir schon die Nackenhaare auf! Die meiner Ansicht nach einfachste Art, den Frust über hohe Preise loszuwerden ist, irgendwo einen "Bösen" ausmachen zu wollen, der aus lauter Gier die Schraube immer weiter dreht. Wenn man den Leuten dann sagt, daß diese Denke (in den meisten Fällen) Blödsinn ist, dann sind sie eingeschnappt.


    Also sorry nochmal, falls ich Deine Gefühle verletzt habe (ich meine das ernst). Ich lese Deine Beiträge eigentlich sehr gerne, weil sie so gut wie immer konstruktiv sind, aber Dein "Abzocke"-Geplapper finde ich trotzdem nicht sonderlich intelligent.


    cu


    NoTeen

    Zitat

    Original geschrieben von superuser_reload
    Naja, Du hast aber nen Wikipedia-Beitrag verlinkt, ich darf mal daraus zitieren ;)
    "Ein Almosen (...) ist eine materielle Gabe an einen bedürftigen Empfänger ohne Erwartung einer materiellen Gegenleistung dieses Empfängers.
    (...)
    Je nach Kultur oder Religion kann sich mit einem Almosen die Erwartung eines spirituellen Vorteils, im Christentum besonders die Erwartung der Sündenvergebung, verbinden."
    :D


    Ist denn BaföG nicht eine materielle Gabe an einen bedürftigen Empfänger ohne Erwartung einer (unmittelbaren) materiellen Gegenleistung? Meiner Ansicht nach nicht die schlechteste Definition.


    Über die Ausstellung der Ablaßbriefe müßte dann ggf. nochmal separat verhandelt werden :D


    Ich befürchte allerdings, daß wir uns seeeehr weit vom Thema entfernen. Es sei ja jedem "sein" BaföG gegönnt. Hier im Thread streiten wir doch im Grunde um ein Auto, das genaugenommen mehr als 5000 Euro wert sein müßte, um zum Streitfall zu werden.


    cu


    NoTeen

    Zitat

    Original geschrieben von superuser_reload
    Du tust ja grad so, als ob BaföG völlig sinnfrei, und bloß für den Seelenfrieden des Spenders erteilt wird...


    Das habe ich mit keinem Wort gesagt.


    Sicher ist der Begriff "Almosen" ein wenig zu spitz für eine Leistung wie BaföG.
    Letztlich geht es aber um nichts Anderes als eine Leistung, welche diejenigen unterstützen soll, die anders überhaupt nicht die Möglichkeit hätten, ein Studium überhaupt nur zu beginnen. Gleichwohl hat der Staat mit Bedacht die Zuverdienstmöglichkeiten so gesetzt, daß jeder Student - so er denn zu seinem BaföG dazuverdienen möchte oder muß - ein halbwegs ordentliches Leben bestreiten kann (bei vielen wird es dennoch nicht ohne die Unterstützung der Eltern gehen).


    So sollte man dann halt BaföG auch als das sehen, was es ursprünglich mal war, und nicht als "das Geld, von dem ich mir Bücher kaufe, während ich vom Selbstverdienten ab und zu gepflegt einen heben gehe".

    Manchmal entspringen meine Worte einem Denkvorgang :D


    Mal zynisch gesagt: Du hast doch noch Zeit zum Weggehen? Nutze sie doch zum Arbeiten, dann hast Du doppelt verdient. Erstmal durch die Arbeit, und außerdem durch gespartes Geld, weil Du nicht weggegangen bist.


    Aber mal im Ernst: Eigentlich muß man Dir ja zugute halten, daß Du durch Arbeit Deinen Lebensunterhalt "dazuverdienst" und nicht alles den Staat machen lässt. Die Geisteshaltung, die hinter Deinen Aussagen hier im Thread zu vermuten ist, empfinde ich selbst allerdings als armselig und höhnisch gegenüber denen, die durch eigener Hände Arbeit ihr Leben gestemmt haben.


    Der Begriff Almosen trifft es beim BaföG m.E. allerdings recht gut, wenn man mal die spätere Rückzahlung außen vor läßt. Zumindest, was den eigentlichen Sinn von BaföG angeht.


    cu


    NoTeen