Beiträge von NoTeen

    Keineswegs habe ich eine Rechtfertigung "erwartet". Daß Du Deine Lebensumstände auf diese Art und Weise offenlegst, verdient nichtsdestoweniger Respekt!


    Ich bin überzeugt und wünsche Dir, daß Du - allein schon, weil Du (Deine Ehrlichkeit vorausgesetzt) trotz aller Widrigkeiten versuchst, ein "normales" Leben zu führen - bald wieder auf den Füßen landest. Würdest Du in Bayern wohnen, ich würde Dich glatt mal zum Vorstellungsgespräch kommen lassen.


    Unter uns gesagt: Viel Einsparpotential kann auch ich bei Dir nicht mehr entdecken (Nusspli statt Nutella?).


    Ich denke aber dennoch, daß Du sehr wohl verstanden hast, an welche Klientel meine Worte eigentlich gerichtet sind. Ich hatte ja erwähnt, daß ich Dich nicht persönlich angreifen wollte. Aber diejenigen, die auf eigene Rechnung mobil telefonieren und im Internet surfen, haben meiner Ansicht nach noch immer genug Geld.


    cu


    NoTeen

    Reifel: Ich denke, da hast Du ziemlich alle sinnvollen Sparmöglichkeiten erkannt und effektiv genutzt. Respekt! :)


    nutella-mann (und alle anderen "Extrem-Sparer aus Not"):


    Irgendwie möchte ich Eines nicht so recht verstehen: Du schreibst, daß Du keine anderen Sparmöglichkeiten hättest, außer den von Dir genannten, recht extremen Alternativen.


    Dennoch führst Du in der sig einen "ordentlichen" Bestand an Mobiltelefonen, was ebenfalls den Schluß nahelegt, daß Du mindestens eines der Geräte auch zum mobilen Telefonieren nutzen wirst (Deine Aktivität hier im Forum ist ja ebenfalls ein Indiz dafür).


    Gleichfalls bewegst Du Dich im Internet, was vermutlich ebenfalls mit Kosten verbunden sein wird.


    Also, bei allem Respekt - und das soll jetzt gar nicht auf Dich persönlich bezogen sein - aber ich sehe da sehr wohl noch Möglichkeiten, Geld zu sparen.


    Meiner persönlichen Meinung nach werden wir den wirklich Armen - denen, die wirklich einen Grund hätten, das System, die Politiker und die Bosse zu verdammen - hier im Forum nicht begegnen, denn die haben weder einen PC noch Internet.


    Wer sich das noch leisten kann, ist (in meinen Augen) noch lange nicht so arm, daß er jammern müßte.


    So wie IGGY seine berufliche Vergangenheit beschreibt, kann ich bei ihm verstehen, daß er Frust schiebt. Mir tut das sehr leid für ihn persönlich, und ich finde es ebenfalls traurig, daß das "System Zeitarbeit, Orientierungsjahr und Praktikumszeit" gute und wertvolle Arbeitsplätze vernichtet. Dennoch denke ich (oder hoffe es zumindest), daß IGGYs Fall der absolute Worst-Case ist, der so nicht tagtäglich geschieht.


    Resignation empfinde ich persönlich jedenfalls nicht als den richtigen Weg. Ich war auch mal arm. So arm zumindest, daß am 25. der Kühlschrank leer war und ich ihn die fünf Tage bis zum Ersten abgeschaltet habe, um Strom zu sparen. Aber hätte ich immer nur den Kopf in den Sand gesteckt, dann hätte denen, die mir gegenüber standen stets nur ein Arsch ins Gesicht geschaut...


    just my 2 c


    NoTeen

    Danke, Printus! Dein Beitrag kam zur rechten Zeit und hat absolut treffend das zusammengefaßt, was ich mangels Ausdruckskraft in vielen Mühsamen Worten umschrieben, aber genau so gemeint habe.


    Leider haben manche Menschen anscheinend ein so extremes "Kastenwesen" in ihrem Kopf verankert, daß sie glauben, Argumente werden erst dann gut, wenn sie von "ihresgleichen" kommen. Dasselbe Argument vom "Unternehmer" gilt schließlich erstmal nur der Befriedung seiner eigenen Gier.


    Des Weiteren halte ich es im Großen und Ganzen mit den letzten Aussagen von Milchnaa:


    Wenn ich für das gleich schmeckende Produkt zehn cent mehr bezahle, aber davon ausgehen kann (die 100%ige Sicherheit habe ich leider nie; auch dann nicht, wenn "Bio" draufsteht), daß das Produkt ressourcenschonend oder ökologisch "korrekt" hergestellt wurde, dann ist mir das Produkt die zehn cent wert.


    Dafür kann ich


    - Sparlampen in meine Wohnzimmerleuchte schrauben
    - ein Auto anschaffen, das einen halben Liter weniger Benzin verbraucht
    - dieses Auto "sinnvoll" benutzen
    - meine Inet-Flat abmelden und zwanzig Minuten am Tag per Modem surfen
    - zwei von meinen dreizehn Handys verkaufen
    und und und...


    Das Argument, der Staat würde uns das Geld aus der Tasche ziehen, hat inzwischen einen ellenlangen Bart und langweilt nur noch. Gegen Steuern und staatliche Ausbeutung können wir unmittelbar nichts tun. Mittelständische Unternehmer müssen genauso damit leben wie arbeitende Menschen oder Arbeitslose.


    Gegen Nährwertverfall bei Lebensmitteln könnte man etwas tun. Aber das Steuern in diese Richtung soll natürlich manchen Leuten zufolge auch wieder "Vollkasko" (danke Erik für diesen genialen Begriff!) geschehen. "Laßt die Anderen mal anfangen. Wenn es einfach ist und ich meinen Arsch nicht dafür heben muß, dann mache ich es nach."


    Ich führe übrigens in meinem Markt über 1000 verschiedene Bio-Lebensmittel. Nicht, um noch mehr Kohle zu scheffeln, sondern weil ich dahinter stehe. Hierzu gilt es auch festzuhalten, daß "Bio" nicht generell wesentlich teurer sein muß als "normale" Ware.


    Vergangene Wochen hatten wir Bio-Salatgurken zum gleichen Preis wie "normale" im Angebot, und Bio-Nudeln kann man sogar günstiger erhalten als z.B. "Barilla".


    Traurig ist nur, daß wir alle (ich schließe mich da nicht aus) das Leiden der Tiere bei der Massentierhaltung und der anschließenden "Fließbandtötung" und die systematische Vernichtung der Böden durch Überdüngung und Fehlwirtschaft allzu gleichgültig in Kauf nehmen. Diese Zustände anzuprangern ist das Eine. Fairerweise sollten wir aber nicht vergessen, daß wir uns letztendlich selbst dahin gebracht haben.


    cu


    NoTeen

    Zitat

    Original geschrieben von Braindead
      NoTeen: Dein Sarkasmus und die provozierende Art wie du hier auf Beiträge reagierst müssen aber auch nicht unbedingt sein.


    Du magst wohl recht haben. Leider lasse ich mich zu gerne aus der Reserve locken - vor allem von Leuten, die anstatt Fakten nur unreflektierte Platitüden beisteuern. Oder willst Du etwa behaupten, Aussagen wie


    "...bin ich jedenfalls froh, wenn ich wenigstens beim Lebensmittelkauf nicht gnadenlos abgezockt werde!..."


    oder


    "...ist halt so ähnlich wie im Berufsleben, wenn der Chef über die miesen Zeiten stöhnt, aber am nächsten Tag bei DC ne neue S-Klasse bestellt!..."


    wären es wert, sachlich und ernsthaft beantwortet zu werden? Außer einem vollkommen unangebrachten Sozialneid kann ich da nicht sehr viel - vor allem keinerlei sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema, geschweige denn irgendeine Denkleistung - erkennen.


    Zitat


    Ich habe keine genauen Zahlen hier, aber neben den vielen Arbeitslosen leben ca. 10 Millionen Deutsche am Existenzminimum obwohl sie arbeiten gehen.


    Das Traurige ist, daß dieses Leben am Existenzminimum hausgemacht ist, und daß die, wie Erik sie treffend bezeichnet, "Geiz-ist-geil-aber-bitte-Vollkasko-Mentalität" eine Menge zu diesem Zustand beisteuert. "Geiz ist Geil" kostet Ertrag, Ertrag kostet Arbeitsplätze und schmälert die Löhne. Und schon ist die Spirale in vollem Gange. Da wären wir wieder bei der Henne und dem Ei, bei dem Regentropfen und der Flut.


    Sorry, falls ich irgendwie überheblich erscheine. Das war sicher nicht beabsichtigt. Ich möchte mich auch nicht in die Ecke des Weltverbesserers stellen lassen. Mich ärgert nur die allzu einfache Denkweise vieler Mitmenschen: Arbeiter = gut, Arbeitslose = Schmarotzer, Unternehmer = Unterdrücker, die sich auf Kosten der Unterschicht dumm und dusselig verdienen, Preiserhöhungen = damit wollen vollgefressene Geldsäcke mit Gewalt ihren fünfzehnten Ferrari finanzieren.


    Tut mir leid, aber dieses Weltbild ist mir zu einfach. Ich schreibe auch nicht deswegen über die Qualität "teurer" Lebensmittel, weil ich persönlich davon profitieren würde, sondern weil ich ganz gerne auch in fünf oder zehn Jahren noch irgendwo in meinen eigenen Ladenregalen das eine oder andere wirklich nahrhafte Produkt vorfinden möchte. Meinen Körper muß ich mein Leben lang mit mir herumtragen, vierundzwanzig Stunden am Tag. Darum ist MIR mein Körper auch wert, daß ich ihn halbwegs ordentlich ernähre. Nicht nur heute, sondern auch noch in fünf Jahren.


    cu


    NoTeen

    Oh mein Gott! Hoffentlich platze ich nicht noch vor Neid auf die großen Brüder Albrecht. Ich fühle mich schon so unförmig und grün!


    Daß es keinen Sinn macht, mit Dir zu diskutieren, wußte ich schon, bevor ich Deinen ersten Beitrag hier im Thread gelesen hatte. Warum habe ich es mir eigentlich trotzdem angetan?


    Mein Rat an Dich: Schimpfe weiter auf den bösen Staat, freue Dich, daß Du billig einkaufen kannst und lebe glücklich in Deiner ach so einfachen, kleinen Welt.

    Zitat

    Original geschrieben von pallmall
    Ich persönlich würde den Laden natürlich verlassen, wenn für ein identisches Produkt auf einmal ein höherer Preis anfällt.


    Siehste.


    Zitat


    Und wenn ein Laden etwas anbietet, was sich nicht rentiert, dann gehört der Filialleiter gefeuert, aber hochkant.


    Jippie! Ab Montag gibt es in Deutschland keinen einzigen Marktleiter mehr ;)


    Zitat


    Ausserdem ist alleine wichtig, was am Ende auf der Gesamtrechnung steht-und da hat der deutsche Einzelhandel wirklich absolut garnix zu jammern.


    Die niedrigsten Lebensmittelpreise und die geringste Gewinnspanne in ganz Europa sprechen eigentlich eine deutliche Sprache. Wenn Du natürlich der Ansicht bist, ein Konzern, der pro Jahr fünfhundert Milliarden Euro Umsatz "bewegt", hätte sich mit einem Gewinn von 300 Millionen Euro (vor Steuern) dumm und dämlich verdient, dann bleibt mir nichts anderes, als das unwidersprochen stehenzulassen.


    Zitat


    Am Preis liegts sicher nicht. Lässt sich alleine dadurch entkräften, daß es ein Merzedes Testfahrer war, der eine Mutter mit Kind zu Tode genötigt hat und kein Lada-Testfahrer...


    Wie Du den Sprung von Lebensmittelpreisen zu Todesrasern auf der Autobahn bewerkstelligst, das will sich mir irgendwie nicht erschließen. Möglicherweise nur eine intellektuelle Unzulänglichkeit meinerseits. Sorry hierfür...


    Zitat


    Ich meine, daß die momentanen Preise völlig gerechtfertigt sind. Unlängst gabs ne Studie, daß das heutige Fleisch nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Nährwerte besitzt (deshalb ist die Ernährungspyramide auch überholt). Warum ich dann mehr zahlen soll, wenn ich nachweislich weniger (qualitativ, egal, wo man kauft) in der Pfanne habe, leuchtet nicht ein. Zumal die Qualität nicht besser wird.


    Fragt sich nun, was zuerst da war: Die Henne oder das Ei?


    Ich persönlich bin einfach der Ansicht, daß nicht "einfach so" die Qualität unserer Lebensmittel nachläßt (Dein Beispiel mit den Nährstoffen im Fleisch ist da bezeichnend), sondern daß diese Qualitätseinbußen - durch die Bank, egal ob der Hersteller Aldi oder "Doc O." heißt - auch durch einen wachsenden Preisdruck begründet ist, den in den letzten zwanzig Jahren vor allem die Konsumenten aufgebaut haben.


    Daß ich hier mit der Verdammung von Aldi ein allzu einfaches Bild zeichne, ist in meiner allgemeinen Ablehnung des Harddiscount begründet, und ich möchte mich dafür entschuldigen.


    Auch in den Regalen von Rewe, Kaufland oder EDEKA findet sich genug nährwerttechnischer "Müll", der nicht wert ist, aus der Verpackung genommen zu werden.


    Leider wird solcher "Müll" heutzutage zu unkritisch verkonsumiert, und hinterher wundert man sich über Allergien, Fettleibigkeit oder einfach nur den Mangel, "echtes" Gemüse am Geschmack zu erkennen.


    Was den allgemeinen Konsumtrend der letzten Jahre, Preis- und Qualitätsverfall angeht, möchte ich auch gerne auf meine aktuelle Signatur verweisen: "No single Raindrop believes it is to blame for the Flood"


    cu


    NoTeen

    Zitat

    Original geschrieben von *Hirschi*
    ...Genau dieses Gejammer kann ich nicht nachvollziehen..


    Ich möchte Dich sehr bitten, hier nicht Dinge durcheinanderzubringen.


    Sollte zu irgendeinem Zeitpunkt der Eindruck entstanden sein, ich würde hier ein "Gejammer" veranstalten wollen, so möchte ich vielmals um Entschuldigung bitten.


    Im Gegensatz zu Deinem subjektiven Empfinden, es müßte doch für "alle" noch jede Menge Reibach zu machen sein mit einem Preis x für ein Produkt y, habe ich mir jedoch erlaubt, objektive Fakten auf den Tisch zu legen. Und zwar keine Fakten, die irgendwelchen schönen Statistiken aus dem Internet, der Bildzeitung oder den RTL-Nachrichten entspringen, sondern Fakten, die ich meiner täglichen Kostenrechnung entnehmen kann und mit denen ich tagtäglich wirtschafte.


    Es müßten wohl gerade solche Leute wie Du sein, die als allererstes den Laden wechseln, nur weil "ihr" ach so tolles, ach so günstiges 19-cent-Wasser, die 49-cent-Milch oder das 1,44 Euro Hackfleisch in dem bisherigen "Stammladen" mangels Rentabilität nicht mehr angeboten wird.


    Im Übrigen bleibe ich bei meiner Meinung, daß Lebensmittel (in jeglichem Sinne) zu billig sind. Leider werden diejenigen, die zu dieser Aussage stehen, zu gerne falsch verstanden. Das Gejammer ist erst dann wieder groß, wenn der nächste Fleischskandal auf den Tellern liegt, weil "die böse Industrie" sich ja auf Kosten der armen, armen Verbraucher dumm und dämlich verdienen will. Hauptsache nicht mal für eine Sekunde die (Mit-)Schuld bei sich selber suchen wollen.


    Weitere Kommentare zu dem Thema, wie billig oder teuer Lebensmittel sein "dürfen", werde ich nun versuchen, mir zu ersparen. Den hardcore Aldi-Fans scheint es ohnehin egal zu sein, welchen Mist sie in sich hineinstopfen - hauptsache nochmal einen cent gespart (aber bis dahin zwei Euro Benzin verfahren). Wem es der eigene Körper nicht wert ist, der ist letztendlich auch selber schuld...


    cu


    NoTeen

    Zitat

    Original geschrieben von Nr.131
    ...wenn du Sie dir nicht leisten kannst, dann würde ich dir ein Exemplar schenken.


    Och nö Du, laß mal gut sein. Zahl Du mal lieber "selbsständig" Deine Steuern :)

    Zitat

    Original geschrieben von *Hirschi*
    Wenn man bedenkt, dass 100 Liter Trinkwasser ca. 18 Cent kosten, sollte für alle Beteiligten ein wenig Reibach drin sein, ohne dass man Müll trinken muß. Davon abgesehen kippe ich lieber Cola in mich rein, ohne mir Gedanken darüber zu machen, ob die Wasserqualität wohl bestimmten Normen entspricht! ;)


    Nach diesen zwei Sätzen von Dir überlege ich ernsthaft, ob Du Dir überhaupt irgendwelche Gedanken machst? ;)


    Hier mal etwas zum Thema Wasserqualität (aktuelles Beispiel aus Indien). Dasselbe erwartet uns in einigen Jahren, wenn nicht zunehmend ökologisch gewirtschaftet wird.


    Ich erwarte hier sicher nicht, daß jeder, der den Thread liest, vom Stuhl aufspringt und "Revolution" schreit. Aber man kann sich doch bitte auch so blöde und unsinnige Kommentare verkneifen, oder?


    By the Way: Ich als Einzelhändler bin anscheinend der Einzige, der bei dem 19-cent-Wasser keinen "Reibach" (wie Du es so schön ausgedrückt hast) macht. Wenn ich die Entsorgungskosten für die Einwegflaschen, Zinsen für vorgestrecktes Pfand usw. gegenrechne, dann subventioniere ich jede einzelne Flasche mit ca. 1,2 cent. Und jetzt kommst Du.