Beiträge von malinfo

    Zitat

    Original geschrieben von Sliders
    ...finde ich es sehr ärgerlich, dass sie durch diese Täuschung (egal in welchen Maße) Stellen (anfangs nach ihrer Doktorarbeit) bekommen hat, die sie hätte gar nicht bekommen dürfen.


    und v.a. die früchte daraus behalten darf ... Genauso, wie alle erwischten doper im sport den durch doping erlangten wohlstand behalten dürfen ... All diese auf unrechtmäßiger basis erworbenen güter (und (pensions)ansprüche) müssten eigentlich eingezogen und die betroffenen auf das niveau zurückgesetzt werden, auf dem sie vor beginn ihrer kriminellen aktivitäten waren. Aber da greift dann wieder der berühmte grundsatz "Die kleinen hängt man, die großen lässt man laufen" ...


    Bei den "kleinen" führen selbst kleinere verfehlungen u.U., größere verfehlungen sowieso, zu ruinösen sanktionen. Als "großer" kannst Du Dich noch so sehr daneben benehmen, zumindest in finanzieller hinsicht fällt ein "großer" niemals wirklich schmerzhaft tief.

    @ autares


    ich bewundere deine wertschätzung für unser GG (und insbesondere die darin zum ausdruck kommenden lehren aus brauner vorzeit) :rolleyes:. Warum nicht gleich hinter jeden von uns rund um die uhr einen blockwart / stasi-MA stellen ?


    Verbrechen jedweder art sind bedauerlich, gehören aber, entschuldige, wenn ich das so deutlich sage -- und das ist nicht im geringsten zynisch, sondern im sinne einer abwägung [small](langsam und zum mitschreiben noch einmal nur für dich: stichwort 'verhältnismäßigkeit')[/small] verfassungsrechtlich geschützter rechtsgüter gemeint --, zum allgemeinen lebensrisiko [small](und es gibt, wie w.o. andeutungsweise aufgezeigt, 'ne menge wesentlich größerer risiken im leben -- insbesondere im straßenverkehr --, gegen die vergleichsweise wenig bis nichts getan wird),[/small] Aber das ist imho eben kein ausreichender grund, die (grund)rechte der weit (!) überwiegenden anständigen mehrheit mehr und mehr zu beschneiden.



    Es wäre also schön, wenn du, autares *), dich in deinem ton etwas mäßigen würdest. In meinem eingangspost hatte ich ganz bewusst gefragt "Wie seht Ihr das ?", weil ich mir sehr wohl dessen bewusst bin, daß ich hinsichtlich grundrechtseinschränkungen sehr sensibel denke. Bzw. diesbezüglich empfindlicher reagiere als viele andere, eben insbesondere in anbetracht der schleichenden aufweichung von bürgerrechten seit dem 11. september. Aus diesem bewusstsein meiner vielleicht-überempfindlichkeit heraus habe ich mich dem bekannten gegenüber bisher auch noch nicht (bzw. nur sehr dezent) dazu geäußert, weil ich erst einmal die meinungen anderer dazu hören wollte.


    Das hat nix mit "lospoltern" oder "sch...." zu tun, sondern mit einer grundeinstellung, wonach sich der staat bei seinen eingriffen, insbesondere in die grundrechte, auf das unbedingt notwendige beschränken und -- vor allem -- stets die verhältnismäßigkeit [small](opferrisiko (zahl und leid betroffener) zu grundrechtseinschränkung (zahl und "leid" betroffener))[/small] im auge behalten sollte.


    Und um auf den ausgangssachverhalt dieses threads zurückzukommen: ich finde dieses führungszeugnis-ansinnen unverhältnismäßig UND undankbar.
    Wobei, ich gebe es zu, ich bei tätigkeiten, bei denen ein ehrenamtlicher mit kindern als einziger erwachsener allein (!) wäre, ich vielleicht sogar mit mir über ein (auf diesen aspekt beschränktes) führungszeugnis reden ließe, mich dabei aber gleichzeitig selbst als von pädophilie-hysterie infiziert empfinde.



    Oder provokativ nochmals meine frage aus einem vorherigen post:
    Was wäre wohl los, wenn er den spieß umdrehen würde nach dem motto "Ich will ja keinem Verbrecher 'was Gutes tun", und von jedem, der von seinen ehrenamtlichen aktivitäten profitiert, ein führungszeugnis verlangen würde ?



    *) EDIT: dito für Uelmuek

    @ autares


    Stichworte: verhältnismäßigkeit. Menschenwürde. Unzulässigkeit eines generalverdachts und seine entsprechung: die unschuldsvermutung (bis zum beweis des gegenteils -- in unserem rechtssystem muss GsD die schuld bewiesen werden, nicht die unschuld). "Positives menschenbild".


    Alles ohne belang ? Ist die diktatur in diesem unserem lande schon zu lange her ? Wehret den anfängen !

    Was wäre wohl los, wenn er den spieß umdrehen würde nach dem motto "Ich will ja keinem Verbrecher 'was Gutes tun", und von jedem, der von seinen ehrenamtlichen aktivitäten profitiert, ein führungszeugnis verlangen würde ?


    So sehr ich die pädophilen- oder sonstige verbrecher-thematik verstehe:
    a) ist niemand gezwungen, seine ehrenamtliche bereitschaft in anspruch zu nehmen
    b) um ein beispiel aus der medizin zu bemühen: das risiko einer jeden frau, an brustkrebs zu erkranken und zu sterben (!), ist zigmal höher als das risiko, opfer eines pädophilen (oder sonstigen verbrechers) zu werden. Lassen sich die frauen deshalb reihenweise vorsorglich die brust amputieren ?
    c) ich finde einfach, daß man sich viel zu viel sorgen bei viel zu geringem risiko macht (stichwort: verhältnismäßigkeit). Und ich finde dieses führungszeugnis-ansinnen einen unverhältnismäßigen (und undankbaren) eingriff in seine grundrechte. *)
    d) das risiko, im straßenverkehr tödlich zu verunglücken oder schwerstens verletzt zu werden, ist ebenfalls zigfach höher. Meines wissens wird aber für den führerschein kein führungszeugnis verlangt (und falls doch, dann nur einmal im leben).


    Oder um es in zwei überspitzten sätzen auszudrücken:
    1) das leben endet immer tödlich. Sollte man es deshalb verbieten ?
    2) die meisten menschen sterben im bett. Sollte man deshalb betten verbieten ?


    Oder als drittes ein beispiel für etwas mit extrem hohem negativ-erlebnis-risiko, was aber dennoch nichts daran ändert, daß sich sehr viele menschen tagtäglich in das abenteuer stürzen: 1/3 aller ehen wird geschieden. Wie viele andere lebensbereiche gibt es -- wenn überhaupt --, wo jemand freiwillig etwas mit einem derart hohen schiefgehen-risiko anpackt ?



    [small]*) Aber dieser um sich greifende kontrollwahn wird -- imho -- leider von viel zu vielen menschen seit dem 11. september achselzuckend oder gar befürwortend hingenommen.
    Vor zwanzig jahren wäre ein aufschrei der empörung durch's land gegangen, wenn für die ausstellung eines reisepasses die abgabe von fingerabdrücken verlangt worden wäre -- iirc gab's zur thematik der abnahme von fingerabdrücken ohne hinreichenden verdacht einer (schweren) straftat sogar die eine oder andere -- strikt ablehnende -- BVerfG-entscheidung. Seit dem 11. september stört sowas anscheinend keine sau mehr.[/small]

    Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Du hast die nicht ganz unwichtige Information vergessen, was dein Bekannter da ehrenamtlich eigentlich anstellen will.


    Er ist wohl zusammen mit den "ehrenamts-verwaltern" dieser stadtteilzentren noch in der orientierungsphase und daher ist noch nichts konkretes festgelegt. Es geht wohl um so dinge wie fahrdienst, vorlesedienst, hilfe bei behördenkram, seminare, hausaufgabenbetreuung, integrationskurse, gartenarbeit (für leute, die das nicht (mehr) selber können) u.v.m.. Nutznießer also alles zwischen jung und alt.


    Zwei von den vielen möglichkeiten, die man ihm aufzeigte und von denen er erzählte, fand ich ganz witzig:
    1) in einem altersheim gibt's einen stammtisch, die einen vielseitig interessierten, jüngeren mit-plauderer suchen
    2) es gibt alleinerziehende mütter, die stundenweise die anwesenheit eines mannes wünschen -- nicht, was Ihr jetzt denkt ;) (ich musste da auch schmunzeln, als ich das hörte) --, damit das/die kind/er auch eine männliche bezugsperson hat/haben.

    Hallo,


    ein bekannter hat bei mehreren stadtteilzentren, die zum teil in städtischer, zum teil in kirchlicher trägerschaft sind, sein/e bereitschaft/interesse bekundet, ehrenamtlich tätig zu werden. Bei (mindestens) einer dieser stellen hat man ihm gesagt, daß für alle ehrenamtlichen ein führungszeugnis eingeholt werde. Dabei hat man ihm das ganze auch noch so verkauft, daß sich darum bisher die stadt gekümmert hätte, die das jetzt aber nicht mehr mache. Er müsse sich aber trotzdem nicht selbst darum kümmern, weil den papierkram jetzt das stadtteilzentrum übernehme und selbstverständlich müsse er nichts dafür bezahlen.


    Als ich das hörte, dachte ich, mein schwein pfeift. Da bietet jemand seine zeit, sein wissen, sein was-weiß-ich-was kostenlos an und dann soll er, bevor er dieses geschenk an die allgemeinheit abliefern darf, ein führungszeugnis vorlegen ? Geht's noch ? In Abwandlung eines o2-/Beckenbauer-spruchs: "Ja, ist denn heute schon 1984 ?"


    Wie denkt Ihr darüber ?

    Ich meine mich dunkel zu erinnern, daß man spätestens dann, wenn ein mahnbescheid kommt, diesem unbedingt widersprechen muss, weil ansonsten ohne weiteres ein wirksamer (=vollstreckbarer) vollstreckungsbescheid (beantragt und) erlassen werden kann. Inwieweit vollstreckungsbescheide noch angefochten werden können, dazu mögen sich bitte die hiesigen juristen äußern.


    Interessant ist dabei möglicherweise noch die frage, ob überhaupt wirksam zugestellt wurde. Ich fürchte allerdings, daß Dein kollege nicht umhin kommt,
    entweder die rechnung selbst zu bezahlen (und zwar incl. der mittlerweile aufgelaufenen mahnkosten)
    oder es schleunigst (!) seinem vorgesetzten zu beichten.