Zitat
Original geschrieben von schmidt3
Und zu glauben, daß die USA unter Obama wegen eines konventionellen russischen Angriffs auf Mitteleuropa einen Nuklearkrieg beginnen würden, halte ich auch für eher naiv. Diese Erkenntnis ist für mich allerdings ein Grund mehr, daß es aus deutscher Sicht nicht sehr weise wäre, Rußland für die geopolitischen Interessen der USA in der Ukraine weiter zu provozieren.
Die USA vielleicht nicht, aber es gibt ja noch ein paar Atommächte in Europa. Im Übrigen bestätigt deine Argumentation meine persönliche These, warum es plötzlich so viele "Putin-Versteher" gibt.
Aus Angst vor einem Krieg in Europa, möchte man den vermeintlich starken Russen milde Stimmen und ja alles unterlassen, was ihn provozieren könnte (sogar dein O-Ton). Die Tatsache, dass Russland in höchstem Maße aggressiv vorgeht und zur Machterweiterung Mittel des finstersten 19 Jahrhunderts nutzt, wird entweder ignoriert oder schlicht so lange geleugnet, bis man es wahrscheinlich selber glaubt. Man fängt an mit zweierlei Maß zu messen, demokratische und selbstbestimmte Entscheidungen zu NATO-Mitgliedschaften von bestimmten Ländern als illegitim zu bezeichnen ("ist doch klar, dass Russland sich bedroht fühlt"), usw.
Genauso haben die USA, England und alle Mächte auch zwischen '33 und '39 reagiert, weil nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf. Doch diese Appeasement-Politik ist gescheitert und sie würde auch bei Putin scheitern. Das wird von diesen Personen leider übersehen und so sind in deren Augen einfach alle Handlungen derer falsch, die aus der Geschichte gelernt haben. Das ist schade, aber psychologisch sicher zu erklären.