Allein das Wort "Mainstream-Medien" ist schon ein Kampfbegriff.
Neue Erkenntnisse bringt dieser *Verzeihung* dahingerotze Artikel des Nordbayerisches Kuriers (selbstverständlich alles andere als ein "Mainstream Medium") leider auch nicht. Da wo es interessant wäre, kommt leider nichts.
Zum Beispiel: "Denn SZ, Nürnberger Nachrichten, einige ARD-Sender und all die anderen haben sich bisher kaum die Mühe gemacht, auch mal die Gegenseite zu hören. Und damit werfe ich den Kollegen nicht vor, dass Mollaths Ex-Frau nicht mit ihnen sprechen wollte. Es gibt genügend andere Quellen, die man hören kann."
--> Ja welche denn? Warum erhellt uns der Nordbayerische Kurier nicht? Soweit ich weiss, hüllt sich der Richter (also die Gegenseite) in Schweigen, ein Schöffe bestätigt (leider) die "Verdachtsberichterstattung" der SZ.
"Ich bin kein Jurist, und ich habe keine Ahnung, ob der Prozess 2006 in Nürnberg, der Mollath als schuldunfähig in die geschlossene Anstalt brachte, rechtliche Fehler enthielt und ohne die gebotene Sorgfalt verhandelt wurde. Ich habe aber – im Unterschied zu den meisten Mollath-Unterstützern – Vertrauen in unser Rechtssystem."
--> Na, das ist schön. Und jetzt? :confused:
"Zumal der Umfang und die Tragweite dieser [Schwarzgeld-]Geschäfte offenbar nicht besonders groß waren. Denn die Kündigung von Mollaths Ex-Frau durch die HypoVereinsbank fiel beim Arbeitsgericht durch."
--> Was für eine krude Schlussfolgerung. Die Kündigungsschutzklage kann aus allerlei, meist auch formalen Gründen unwirksam sein. Damit ist rein gar nicht über das Ausmaß von Schwarzgeldgeschäften gesagt.
"Dass das Attest, das Mollaths Ex-Frau dem Nürnberger Gericht vorlegte, vom Sohn der Praxisinhaberin (damals noch Assistenzarzt), unterzeichnet wurde und damit ein „unechtes Dokument“ ist, mag – rechtlich betrachtet – einen Grund ergeben, dass die Wiederaufnahme erfolgreich sein wird. Über Mollaths tatsächliche Vergehen sagt dies nichts aus."
--> Behauptet das jemand? Es sagt aber viel über die Beweisführung des Gerichts aus, in dessen Fähigkeiten der Autor ja ungebrochenes Vertrauen hat.
"Dass Gustl Mollath sich in Interviews als absolut friedfertigen Menschen darstellt, dass er behauptet Millionär gewesen zu sein und lauter Dinge erzählt, die nachweislich mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, ihn aber in bestem Licht erscheinen lassen, ist sein gutes Recht. Dass Journalisten, allen voran die Nürnberger Redaktion der Süddeutschen Zeitung, dies aber ohne Gegenrecherche wiedergibt, ist ein Missbrauch der journalistischen Macht."
--> Gibt es irgendwelche berechtigten Zweifel, dass Mollath in diesem Punkt lügt? Spielt das irgendeine Rolle in dem Verfahren? Welche "lauter Dinge" meint der Autor zudem? Sehr diffuses Geschreibsel. Ist das der Qualitätsjournalismus, den der Autor bei den "Mainstream-Medien" vermisst?
"Die Zielrichtung der SZ ist dabei ganz klar: Innenpolitik-Chef Heribert Prantl nutzt Mollath als Waffe gegen den von ihm als schändlich angesehenen Paragraphen 63 der Strafprozessordnung"
--> Ähh ja, genau so ist es. ![]()