Beiträge von Jimmythebob

    Das sind doch keine Außerirdischen! Als erstes zu sagen, dass man sich mit deren fremden Riten und Gebräuchen nicht auskenne, aber sehr neugierig sei, halte ich dann doch für übertrieben. Das könnte auch falsch verstanden werden. Einfach freundlich und offen sein, das ganze findet ja auch in Deutschland und nicht in China statt. Also alles halb so wild.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Chinesen haben eh eine ganz eigene Meinung von uns Deutschen und unseren Umgangsformen, die sie auch erwarten, erfüllt zu sehen.


    Ich denke das ist der springende Punkt. Chinesen, die nach Deutschland kommen, insbesondere Geschäftsleute, sind sich den kulturellen Gepflogenheiten hier durchaus bewusst. Das fängt beim Händeschütteln an und hört beim Schnitzel auf. Niemand wird erwarten, dass du mit ihnen in Karaoke-Bars ziehst oder ein perfekt chinesisches Buffet herzauberst. Benimm dich einfach so, wie du es auch Westlern gegenüber tun würdest. Wenn du dann noch auf grobe Fauxpas wie Naseputzen oder lieblose Entgegennahme von Visitenkarten verzichtest, sehe ich überhaupt keine Probleme. Dann noch etwas Smalltalk über die tolle wirtschaftliche Entwicklung Chinas und die leckere Pekingente, die du letzte Woche hattest und du wirst sehen, wie die Delegation erstrahlt. ;)

    Mir ist klar, dass der Verweis auf Tierbedingungen in Deutschland ein Totschlagargument ist: Irgendwo ist es immer schlimmer als in dem Beispiel, das man gerade anspricht. Das bedeutet natürlich nicht, dass man in dem vermeintlich weniger schlimmen Fall nichts tun sollte, da hast du Recht.


    Allerdings hast du konkret gefragt, was man gegen das Fangen der Zugvögel machen kann. Und da lautet die Antwort leider: (so gut wie) nichts! Du kannst Geld an den NABU spenden und hoffen, dass dieser damit seine Öffentlichkeitsarbeit in Afrika stärken kann und so vor Ort Problembewusstsein schafft und langfristig die Ess- und Fanggewohnheiten der Bevölkerung ändert. Nur muss man da schon ein großer Optimist sein, wenn man denkt, dass die Länder Nordafrikas auf einmal den Vogelschutz auf die politische Agenda stellen. Da gibt es ganz andere Herausforderungen (<-- nein, das ist kein Totschlagargument, sondern nüchterne Analyse der Nachrichtenlage).


    Wenn man jedoch, und hier schließt sich der Kreis, Tierfreund ist und fragt, was man konkret tun kann um Tieren möglichst effizient zu helfen, so muss der Verweis auf Deutschland erlaubt sein. Hier kann man nämlich ganz ohne Spenden und wesentlich effektiver gegen den "Tiermord" ankämpfen, indem man z.B. Fleisch viel bewusster genießt. Das bedeutet eben auf den BigMac oder Chicken McNuggets sowie das Hackfleisch vom Lidl möglichst verzichten und dafür Fleisch vom Bio-Händler kaufen. Dort dürfen die Tiere nämlich in artgerechter Weise leben, bevor sie dann geschlachtet werden. Wenn das möglichst Viele machen, wird das Angebot an Ware aus tierquälerischer Massentierhaltung allmählich sinken. Außerdem wäre Deutschland dann eventuell auch ein Vorbild für andere Länder und irgendwann, in ganz ganz ferner Zukunft, wird sich das Bewusstsein den Tieren gegenüber vielleicht so weit geändert haben, dass barbarische Fangmethoden wie Vogelnetze wie Relikte aus einer dunklen Zeit erscheinen. :cool:

    Probleme dieser Art gibt es aber in jedem Land, insbesondere auch in Deutschland. Hier werden zwar keine Zugvögel aus der Natur gefangen, dafür aber millionenfach Hühner gegessen, die in ihrem Leben kein einziges mal die Sonne gesehen haben oder Küken "ermordert" (wenn wir schon bei solchen Schlagbegriffen wie "Vogelmord" sind), nur weil sie männlich sind und daher keine Eier legen können. Von alles anderer als artgerechter Haltung von Schweinen als Geburtsmaschinen ohne Erde zum wühlen, etc. mal ganz abgesehen.


    Versteht mich nicht falsch, das Vogelfangen dieser Art sollte besser heute als morgen verboten werden. Dennoch denke ich, dass wir als Verbraucher erstmal vor unserer eigenen Haustür kehren sollten und insbesondere die Essgewohnheiten verändern müssen. Damit erreichen wir unglaublich viel mehr, als jetzt mit Empörung auf andere Länder zu zeigen. Ich glaube nämlich nicht, dass es den Tieren in Deutscher Massentierhaltung in irgendeiner Weise besser geht, als den Zugvögeln in Afrika. Eher im Gegenteil.

    Was man unternehmen kann, steht doch auf der Seite des NABUS: Spenden und sich an der Unterschriftenliste beteiligen.


    Sicher ein weiteres Beispiel, wie grausam wir Menschen teilweise mit den Tieren umgehen, aber wie du selber sagst, gibt es auch in Deutschland gravierende Probleme. Und da hat man als Verbraucher viel mehr Möglichkeiten.