Wollte das Thema eigentlich auch nicht wieder aufwärmen, aber die Art und Weise wie Roland Koch sich selbst disqualifiziert, ist schon bemerkenswert:
Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/…and/0,1518,343773,00.html
1. (Carstensen hat) "einen moralischen Anspruch darauf, Ministerpräsident zu werden. Rot-Grün hat weniger Stimmen und Sitze errungen als CDU und FDP"
Die Gruppierungen rot-grün bzw. schwarz-gelb sind nicht in Beton gegossen. Es gab schon Ampelkoalitionen und auch schwarz-gelb-grün oder große Koalition sind nicht unmöglich. Wenn diese Parteien nicht mir der CDU oder diese nicht mit jenen zusamenarbeiten will, ist das nicht das Problem des SSW.
Und noch eine persönliche Meinung: Wer mit einer zumindest fragwürdigen populistischen Aktion gegen zweite Staatsbürgerschaften Ministerpräsident wurde, sollte nicht unbedingt die Moralkeule schwingen, da diese Aktion nicht gerade moralisch einwandfrei war. Das wirkt etwas lächerlich.
2. "Alles andere würde nicht nur im hohen Norden auf Unverständnis und Ablehnung stoßen. Es könnte - egal, was CDU oder SPD dazu sagen - auch zu Debatten kommen, ob der Wählerverband zukünftig als ganz normale Partei behandelt werden sollte. Das hieße: Um in den Landtag zu kommen, müsste er die Fünf-Prozent-Hürde überwinden."
Diese verklausulierte Drohung zeugt von einem Demokratieverständnis, das diesen Namen nicht verdient.
So nach dem Motto, den Kleinen werden großzügig Rechte gewährt, aber sobald sie etwas tun was uns Großen nicht gefällt, also nicht mehr brav kuschen, nehmen wir ihnen diese Rechte einfach wieder weg.
Im Thread wurde schon erläutert, dass die 5% Hürde für eine Minderheit keinen Sinn macht.
Und zum Schluss nochmal eine persönliche Meinung: Ich würde hohe Summen darauf verwetten, dass in einer symmetrisch gespiegelten Ausgangslage, würde also der SSW eine CDU-FDP Regierung tolerieren, kein Wort von Koch zu hören wäre. Das zeugte von billigstem Opportunismus.