Zitat
Original geschrieben von kim2
1. "Bei LiIon-Akku gilt auch ein Teilentladen als voller Ladezyklus => immer möglichst leer werden lassen"
2. "Wird ein LiIon-Akku zu sehr entladen, dann nimmt er Schaden => bei Akku-Stand 30% spätestens aufladen"
Zu 1.: Stimmt - aber nur im Prinzip. Da Li-Ion-Akkus nur eine beschraenkte Lebensdauer haben (man sollte von max. ca. 3 Jahren ausgehen, dann duerften die meisten Akkus merklich weniger Kapazitaet haben, und zwar unabhaengig von der Zahl der Ladezyklen), kommt es auf die Zahl der Ladezyklen nicht so sehr an, vorausgesetzt, die Ladeelektronik verhindert eine Ueberladung. Denn ca. 1000 Ladezyklen haelt ein Akku durchaus.
Zu 2.: Stimmt. Ein tiefentladener Li-Ion-Akku ist kaputt, ohne Wenn und Aber. *Eine* Tiefentladung reicht. Allerdings verhindert die Ladelektronik, dass die Akkus tiefentladen werden. Das gilt heute fuer alle Handys, sonst wuerden die Akkus serienweise sterben. Insofern ist es meiner Einschaetzung nach unproblematisch, Akkus bis zum Abschalten des Handys zu benutzen. Die schalten schon frueh genug ab.
Zitat
Original geschrieben von kim2
Der einzige Trick der helfen kann: Den Akku "erziehen", also mehrmals voll Laden und wieder Entladen und hoffen, dass die Ladeelektronik (im Akku!) dadurch merkt, dass ihre bisherigen Annahmen falsch sind. Unbedingt beachten: Dies entspricht NICHT dem Erziehen bei NiCd oder NiMH!! Die haben keine Ladeelektronik, hier geht es um Chemie!
Li-Ion-Akkus kann man nicht "erziehen", obgleich sich nach den ersten Wochen in der Regel leichte Kapazitaetsgewinne einstellen. Die stellen sich einfach dadurch ein, dass der Akku entladen und geladen wird, nicht durch irgendwelche "Ladestrategien", die der Benutzer kontrollieren kann. Alle "Regeln", wonach man die Akkus in der ersten Zeit voellig entleeren sollte, bevor man wieder laedt, sind meines Erachtens unsinnig. Diese Regeln gelten fuer NiCd-Akkus und (sehr eingeschraenkt) fuer NiMH-Akkus (die man so etwa alle 25-30 Ladezyklen einmal voellig entladen sollte, oefter nicht). Moderne Ladegeraete fuer NiCD-Akkus und NiMH-Akkus haben uebrigens sehr wohl eine intelligente Ladelektronik, das nur so nebenbei, daher kann man auch teilentladene NiMH-Akkus unproblematisch wieder aufladen.
Auch die Annahme, die Ladelektronik wuerde sich auf die Akkus "einstellen", man koenne sie also irgendwie kalibrieren, indem man diese oder jene Ladestrategie nutzt, stimmt nur sehr eingeschraenkt. Dies gilt z.T. fuer Notebooks, in deren Akkus etliche Zellen stecken (z.B. Rundzellen vom Typ 18650), dort muss die Ladelektronik auch kleine Unterschiede in der Kapazitaet der einzelnen Zellen beruecksichtigen. Fuer Handyakkus gilt das nur sehr eingeschraenkt.
Zitat
Original geschrieben von kim2
Wissenschaftliches Arbeiten kann echt öde sein... Vor allem wenn man sich ständig mit den Inselmeinungen der werten Herren Forscherkollegen rumschlagen muss. Ist ja anscheinend in der "Akku-Forschung" so...
Eine gute Infoquelle zu Akkus aller Typen ist das entsprechende Forum in den Candlepowerforums.
Ich selbst mache das uebrigens so, dass ich meine Handys in erster Linie *benutze* und vor allem darauf achte, dass ich moeglichst nicht ploetzlich mit leerem Akku dastehe. Ich lade z.B. mein 6310i spaetestens dann, sobald die Akkuanzeige zwei Striche verloren hat, da ich weiss, dass dann nur noch wenig Kapazitaet zur Verfuegung steht. Beim 6210 habe ich meist noch einen Tag laenger gewartet, weil dort die Kapzitaetsanzeige etwas genauer ist. Und wenn dann ein Akku irgendwann deutlich weniger Kapazitaet hat, kaufe ich eben einen neuen, und zwar *immer* einen Originalakku, da ich den Fremdherstellern absolut nicht traue und ziemlichen Respekt vor der Lithiumtechnologie habe. Bei meinem 6310i habe ich uebrigens den Akku nach gut 3 Jahren gewechselt, da mir "nur noch" 260 Stunden Standby zu wenig war ... 
Im Vergleich zu vielen anderen Dingen ist das immer noch ein billiges Vergnuegen. Zu versuchen, ein paar Monate oder auch mal ein Jahr mehr Lebensdauer herauszukitzeln, ist mir den Aufwand nicht wert.