Original geschrieben von Vengo
Ich stand auf der mittleren Spur und wollte nach links. Blinker war entsprechend gesetzt.
Nach dem ich fast ein viertel der Kurve geschafft hatte, merkte ich, wie mir jemand von links hinten gegen das Auto fuhr.
Kurzer Blick in den Seitenspiegel bestätigte die Vermutung; Auto links neben mir hatte rechten Blinker gesetzt.
Nachdem wir die Autos am Seitenstreifen geparkt hatten, tauschten wir uns über den Unfallhergang aus.
Mein Unfallgegner (ein älterer, sehr netter Herr) wollte aus einer Seitenstraße auf die dreispurige Straße und anschließend geradeaus fahren. Da aber durch eine Rotphase die rechte und mittlere Spur belegt waren, ordnete er sich auf der linken Spur ein (ansonsten hätte er in der Seitenstraße warten müssen).
Nachdem die Ampel auf grün schaltete, fuhr er los, setzte den rechten Blinker und fuhr - in der Annahme, dass ich geradeaus fahren will - nicht in die Linkskurve, sondern in meine Spur hinein.
Er sagte, er hätte meinen Blinker nicht gesehen. Sein Beifahrer bestätigte dies später. Ich bin mir dagegen sicher, dass ich den Blinker gesetzt hatte. Andere Zeugen gab es nicht (es war Berufsverkehr und alle wollten so schnell wie möglich nach Hause).
...
Wir wurden dann noch gefragt, ob wir wollen, dass der Hergang polizeilich aufgenommen wird. In dem Fall müsste mein Unfallgegner mit einem Bußgeld rechnen.
Ich fragte meinen Unfallgegner, ob er auch später bei seiner Aussage bleiben wird. Er bejahte dies. Daraufhin sah ich von einer polizeilichen Aufnahme ab, denn ich wollte nicht mehr Ärger als notwendig verursachen. Bei der Verabschiedung entschuldigte sich mein Unfallgegner noch mal bei mir.
Nun kommen mir aber Bedenken, ob ich richtig gehandelt habe oder zu gutgläubig war.