Beiträge von Lüni

    Moin!


    Ist eigentlich irgendjemandem aufgefallen, dass die Moderation abrupt unterbrochen wurde, als Frau Maischberger während der Nationalhymne hemmungslos plapperte?


    Wäre interessant zu erfahren wer dort den Stecker gezogen hat. Darauf wurde im weiteren Verlauf der Moderation auch nicht eingegangen...

    Richtig, das ist hier auch so korrekt was Du schreibst, Martyn, aber:


    Einem Bankmitarbeiter vertraut man sein Geld an, manchmal sogar das gesamte Vermögen und davon hängt nunmal bei vielen die Existenz ab. Dementsprechend muss ich ihm auch mehr vertrauen können, als einem Eplus- oder BMW-Mitarbeiter / Verkäufer.


    Und gerade unbedarfte und ältere Kunden werden hier oft schamlos ausgenutzt, dass ist es was mich so stört. Aber ich fürchte wir kommen langsam gewaltig vom Thema ab.


    Konsens dürfte in dieser ganzen Diskussion sein, dass man wieder einmal keine allgemeingültige Empfehlung geben kann was die persönlichen Vorsorgebedürfnisse angeht, sondern man ein individuelles Konzept benötigt. Dabei sollte man sich möglichst von unabhängiger Seite beraten lassen und nicht von jemandem dessen eigene finanzielle Interessen im Vordergrund stehen.

    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer Drauf zu verzichten "zumal ja die Banken profitieren" finde ich merkwürdig. Kaufst Du auch kein Bier, weil der Bierhersteller davon profitiert? Kein Auto, weil der Autohersteller davon profitiert?


    Hmm..okay, da habe ich mich vielleicht ein bisschen unpräzise ausgedrückt. Es geht mir einfach darum, dass die meisten Bankmenschen, mit denen ich bisher so zu tun hatte, einfach zu 99% immer nur die Produkte an den Mann bringen wollten, die entweder zu ihrer Zielvereinbarung passten oder ihnen die meiste Provision einbringen. Und das immer unter dem Vorwand, dass man mein Anlageverhalten optimieren wollte...das war das was mir immer sauer aufgestoßen ist bei Banken, da kann ich dann einfach kein Vertrauen mehr haben.


    Hab mich natürlich zu Beginn des Gespräches erstmal dumm gestellt und mir brav angehört was man mir verkaufen wollte. Wenn ich dann später andere Produkte ins Spiel gebracht habe, sah man plötzlich Schweißperlen rinnen als man bezüglich der Vergleichsrechnungen, in Bezug auf meine persönlichen Bedürfnisse, in Erklärungsnöte kam.


    Und wenn ich mir die Bilanzen der Banken so ansehe, dann kann man glaube ich tatsächlich behaupten, dass hier nicht im Sinne einer fairen Partnerschaft mit dem Geld der Kunden agiert wird...außer wieder bei den richtigen Großkunden, die sich verständlicherweise auch nicht über den Tisch ziehen lassen.


    Das Argument, dass eine Bank ein Wirtschaftsunternehmen ist mag zwar stimmen, aber eine gewisse Kundenorientierung sollte da dennoch bleiben und man kann eben nicht immer darauf hoffen, dass alle Kunden dem Bankmann blind vertrauen.


    Und ja, ich suche alle Produkte die ich kaufe, also auch Autos, Nahrungsmittel etc nach dem besten Preis-/Leistungsverhältnis aus. Und das stimmt in meinen Augen bei solchen Produkten wie Lebensversicherung, Riester-Rente und Bausparverträgen eben nicht.


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    Damit bist Du tatsächlich in einer deutlich komfortableren Position als viele andere. Für Dich mag Deine gewählte Strategie auch richtig sein. Aber deswegen muss sie das nicht für alle anderen auch sein. Ich wünsche Dir, dass Du (falls doch nötig) in der Lage sein wirst, auch weiterhin arbeiten zu gehen.


    Genau das habe ich ja in meinem Posting zuvor auch relativiert, dass dies keine Empfehlung für Jedermann sein kann. Aber dennoch sollte jeder darüber nachdenken, ob die zuvorderst angebotenen Anlageprodukte wirklich das richtige für einen sind.

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    Original geschrieben von Erik Meijer Aber was, wenn es nicht so kommt und dann hab ich nix getan? ...


    Wie gesagt, es handelt sich dabei tatsächlich um eine Wette. Ich will auch niemandem empfehlen das so zu handhaben, wie ich es vor habe, aber in meiner speziellen Position kann ich eben auch gut auf Produkte wie "Riester-Rente" verzichten, zumal gerade auch die Banken ziemlich gut von diesen Produkten profitieren (wie Du ja sicher aus erster Hand weißt).


    Dabei muss man sich immer zwei Fragen stellen:


    1. Wieso wird ein Produkt massiv beworben?
    2. Woher kommt das Geld für diese Werbung?


    Die Antworten liegen auf der Hand: Die Banken verdienen nicht schlecht dran und zweitens wird das Geld für die Werbung und Provisionen von meinen eingezahlten Raten finanziert. Geld das später dann nicht mehr für meine Rente zur Verfügung steht.


    Ich bin jedoch in der komfortablen Situation, dass ich Beamter bin und somit noch ein bisschen mehr Hoffnung auf Zahlungen aus der Pensionskasse habe und zweitens Single bin (und bleibe), keine Kinder habe und somit lediglich für mich selbst verantwortlich bin. Somit kann ich also gut das Risiko eingehen als Pensionär nur noch von der Hand in den Mund zu leben bzw. weiterhin arbeiten zu gehen, statt mir einen ruhigen Lebensabend zu machen.

    Die Renten sind sicher...


    Also, ich habe da eine etwas andere Philosophie:


    Das Geld in private "Rentenkassen" (Riester & Co.) einzuzahlen halte ich für höchst Riskant. Es ist absehbar, dass von einer staatlichen Rente früher oder später auf eine "Grundsicherung" umgeschwenkt wird.


    Dies bedeutet aber auch, dass man mit ziemlicher Sicherheit auf die Idee kommen wird auf den Grundsicherungsbetrag die private Rente anzurechnen. (Schließlich hat der Staat ja die private Rente mitgefördert.)


    Ich für meinen Teil werde nicht viel Geld ansparen, sondern eher dafür sorgen, dass ich später nur noch geringe Kosten habe, also zum Beispiel ein eigenes Haus zu besitzen, um dann keine Miete mehr zahlen zu müssen. Auch will ich im Rentenalter keinen Mercedes fahren, also werde ich nur wenig Geld benötigen und dieses lieber heute für mich ausgeben.


    Das ganze kann man immer als Wette darauf ansehen, ob man lange und gesund lebt. Und wenn ich mir die Wahrscheinlichkeiten ansehe, dann ist die Chance zu gewinnen in meinen Augen eher relativ gering. Entweder erlebe ich die Rente gar nicht oder bin dann alt und gebrechlich und kann mit dem Geld nicht mehr viel anfangen.


    Bei Gesundheit weiß ich ohnehin schon, dass ich dann rentnergerechte Jobs machen werde, allein schon um mir die Zeit zu vertreiben, denn ohne Arbeit kann ich nicht. Sollte ich das aus körperlichen Gründen nicht mehr können, dann könnte ich mein Geld vermutlich auch nicht mehr richtig genießen. Und dann hat man immer noch die Option freiwillig zu gehen...das ist gottseidank auch noch umsonst. ;)

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    Original geschrieben von HappyDay989 Daraus folgt aber nicht, daß der Staat nun seinerseits das Recht hat, ebenfalls Straftaten zu begehen, und das vor allem nicht, wenn er sich (bzw. seine ausführenden Organe) dabei auch noch anklage- und straffrei stellen will.


    Ach nein? Das macht der Staat über seine Amts- und Organwalter (sprich Vollzugsbeamte) täglich hundertfach.


    - Festnahme -> Freiheitsberaubung
    - jemanden zur Verkehrskontrolle anhalten -> Nötigung
    - unmittelbarer Zwang -> evtl. Körperverletzung
    - unmittelbarer Zwang gegen Sachen -> Sachbeschädigung
    - "großer Lauschangriff" -> das nicht öffentlich gesprochene Wort aufzeichnen


    Du siehst, der Staat begeht tatsächlich jede Menge Straftaten jeden Tag zur Strafverfolgung und Gefahrenabwehr und hat sich dafür mit der StPO und den Landespolizeigesetzen für alles Mögliche Rechtfertigungsgründe geschaffen.


    Sollte mal kein spezialgesetzlicher Rechtfertigungsgrund für die Begehung einer Straftat vorliegen, dann kann man auch über die § 32 Notwehr/Nothilfe gehen (Beispielhaft).


    Und nun nochmal zur Klarstellung: Das EGMR hat ja deutlich klargestellt, dass hier eben nicht in die Menschenwürde eingegriffen wurde, sondern nur der Straftatbestand der Nötigung erfüllt wurde.


    Also Absätze wie:


    Zitat

    Bei Verhören wird selbstverständlich gefoltert (da bleibt's nicht bei einer Drohung), und es werden auch immer noch Hände, Köpfe und sonstige Gliedmaßen abgehackt, nicht nur bei Mord, sondern auch wg. Diebstahls usw., natürlich auch noch öffentlich, damit der Blutdurst, die geifernde Sensationslust und die sonstigen niederen Instinkte eines rasenden Mobs befriedigt werden können.


    hätten nicht schöner am Stammtisch diskutiert werden.


    Das Handlungen wie Du sie dort schilderst indiskutabel sind, steht außer Frage.


    Diskussionsgrundlage war hier jedoch ursprünglich die Nötigungshandlung von Herrn Daschner und nicht die tatsächliche Folterung von Menschen in staatlichem Gewahrsam. Das will, soweit ich das einschätzen kann, niemand.


    Ergänzend dazu nochmal der Hinweis, den ich bereits gegeben habe:


    Das Verhalten von Herrn Daschner hätte in einer höhergerichtlichen Instanz durchaus noch als gerechtfertigt gewertet werden können, davon bin ich überzeugt. Man hatte sich eben nur dagegen entschieden Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen, weil es faktisch keine Besserstellung gegeben hätte und Herrn Daschner anscheinend gesundheitlich nicht mehr zuzumuten war.

    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989 Der Artikel 1 GG gilt immer und ohne jegliche Einschränkung! Das ist ja schließlich Sinn und Zweck des uneingeschränkten und uneinschränkbaren Grundrechts auf menschliche Würde, dessen "Achtung und Wahrung Verpflichtung aller staatlichen Gewalt" ist. Davon ist niemand ausgenommen, auch nicht die Polizei im Rahmen der "Gefahrenabwehr."


    Es geht hier also nicht um eine Abwägung des höherrangigen Rechtsgutes, weil das Grundrecht auf menschliche Würde eben per Definition durch die für alle in Deutschland lebenden Menschen verbindliche Verfassung das höchstrangige Rechtsgut ist, das wir überhaupt haben. Alles andere hat dahinter zurückzustehen, auch der polizeiliche Wunsch nach einer Verbesserung der Effektivität der Gefahrenabwehr durch die Genehmigung von Folter oder Folterandrohung.


    Vielleicht vergisst Du dabei, dass das Opfer ebenfalls eine Menschenwürde besitzt?! Und gleichrangige Rechtsgüter sind sehr wohl untereinander abwägbar.


    Die Wesentlichkeitsgarantie bestimmt ja auch, dass das Recht auf Leben ein indisponibles Rechtsgut ist und der Kernbereichsschutz hier eingreift. Daher ist eine aktive Sterbehilfe ja auch nicht erlaubt. Ein Eingriff in diesen Kernbereich ist auch dem Staat nicht erlaubt.


    Demgegenüber steht aber z.B. das Eingriffsinstrument des "finanalen Rettungsschusses", denn hier kann das Leben des Täters mit dem des gegenwärtig erheblich gefährdeten Lebens des Opfers aufgewogen werden.


    Hier hat der Täter schließlich die Ursache gesetzt und demnach stünde ein Eingriff in das Grundrecht des Täters auf Leben auch nicht in einem krassen Mißverhältnis zum Recht auf Leben des Opfers.


    Anders wäre es widerum wenn der Staat eine Handvoll Menschen töten möchte, die ihrerseits keine Ursache gesetzt haben, um eine größere Anzahl von Menschen retten zu wollen. Darum ist das Gesetz zum Abschuß gekaperter Flugzeuge ja auch vom BVerfG zu Recht gekippt worden.


    Eine ähnliche Abwägung muss man hier nun vornehmen und diese ist meiner Meinung nach auch möglich und sinnvoll. Hier ging es schließlich nicht um sowas wie eine abstrakte Terrorgefahr mit einer Vielzahl mehr oder minder Verdächtigen, sondern um einen konkreten Einzelfall mit einem dringend Tatverdächtigen.

    Ihr vergesst hier in der Diskussion noch eins:


    Die Polizisten hier haben den Täter nicht genötigt um an Geständnis zu kommen, sondern lediglich um herauszufinden wo der Junge sich befindet, um eventuell sein Leben noch retten zu können!


    Wenn es nur darum ginge, eine Bestrafung herbeizuführen, wäre das Nötigen absolut verwerflich...aber hier ein "erhöhten" Druck auszuüben um einem Menschen das Leben zu retten, kann eben durchaus auch über eine Nothilfe/Notstandslage gerechtfertigt sein!


    Den Polizisten war auch sicher durchaus bewusst, dass sie mit dieser Vorgehensweise das folgende Strafverfahren wegen gesetzlicher Beweisverwertungsverbote gefährden würden, doch gilt bei der Polizei immernoch der Grundsatz "Gefahrenabwehr VOR Strafverfolgung".


    Alle weiteren Diskussionspunkte sind hier einfach Sachfremd und gehören nicht hierher.