Ich glaube, es fehlt in dieser Diskussion ein wichtiges Detail. Laut ZDF-Filmchen habe nämlich O2 auf die Anfrage zu einer Stellungnahme geantwortet, eine solche nicht abzugeben "weil sich die Ermittlungen nicht gegen uns richten". Das wurde zwar im Film gebracht, aber zuvor war der gegenteilige Eindruck beim Zuschauer erweckt woren, nämlich dass O2 selbst hinter dieser Masche stecke (indem z.B. von "O2-Mitarbeitern" gesprochen wurde).
Tatsächlich ging es wohl, wie hier bereits vermutet wurde, um die Aktivierungsprovision. Dafür spricht auch das Statement im Film "Empfänger war in der Regel das Shop-Handy". Das spricht aber gerade dagegen, dass die O2-Zentrale irgendetwas damit zu tun hat (denn die muss die Provision ja zahlen).
Gerade in diesem "Fall" ist der Film oberflächlich und reißerisch. Aber nicht nur da. An anderer Stelle wird über ein Call-Center mit dubiosen Methoden berichtet, und beiläufig eingestreut, dieses arbeite "unter anderem auch für die Telekom", ohne dass ein konkreter Vorwurf im Zusammenhang mit der Tätigkeit für die Telekom dargestellt wird. Auch da wird ein unsubstantiierter Vorwurf einfach so mal in den Raum gestellt. (Und ja, es gibt Abzocke von Call-Centern im Zusammenhang mit der Telekom, wie ich selber mehrmals am eigenen Leib erfahren habe.)
Leider ist das Fernsehen inzwischen randvoll mit reißerischem, miesem Journalismus statt sauberer Recherche und Darstellung. Als ob letzteres nicht genügend hergeben würde. Ist aber wahrscheinlich einfach zu anstrengend, oder heutige Journalisten sind dazu gar nicht mehr fähig.
(Alle Zitate aus der Erinnerung, ggf. sinngemäß. Ist eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe.)