Ist natürlich immer ein subjektives Gefühl; aber meins sagt mir, dass die Zahl derer, die verbissen im Auto sitzen und nur darauf warten, dass jemand anders einen Fehler macht, auch zunimmt.
Das Auto scheint für viele das letzte Refugium zu sein, wo sie noch Macht haben (glauben sie). Und die wird mit wüstem Schimpfen auf Alles und Jeden demonstriert.
Aber vielleicht kommt das auch tatsächlich daher, dass viele durch die stetig steigenden Anforderungen des Alltags überfordert sind.
Ich finde es schöner, sich im Auto entspannt zu unterhalten und/oder Musik zu hören und sich evtl. auf das Ziel zu freuen (wenn man nicht gerade auf dem Weg zur Arbeit ist).
Und wenn man mal 1 Minute warten muss, weil jemand an der Ampel sein Fahrzeug abwürgt. - So what? - Hat derjenige bestimmt nicht mit Absicht gemacht und ist bestimmt jedem von uns auch schon einmal passiert. - Ich fange an der Supermarktkasse ja auch nicht an, zu schreien, nur weil jemand ein bisschen länger nach seinem Geld sucht.
(Klar, da sitze ich ja auch nicht in einem 'schützenden' Blechkasten...)
Ok, bei den Schleichern ist es noch etwas anderes, weil die evtl. den ganzen Verkehrsstrom durcheinanderbringen. - Aber auch damit muss man rechnen und leben. - Wer ohne Fehler ist, der werfe ... ständig das Fernlicht an. (Ein dezentes einmaliges Antippen ist ja ok, vergleichbar mit einem "Entschuldigen Sie...", wenn ich in der Fußgängerzone an zwei quatschenden Tanten vorbei möchte.) - Aber wenn ich sehe, wie manche Leute eine ganze Lightshow veranstalten und unbeherrscht am Steuer toben, dass man Angst bekommt, dass sie gleich einen Herzinfarkt erleiden, dann frage ich mich auch, ob diese Leute so viel besser für den Straßenverkehr geeignet sind, als die träumenden Schleicher?
