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Original geschrieben von mostwanted
Klar gibt es die. Einem dieser Typem vom Schlag "S-Bahn Schläger" würde ich nichts spenden wollen. Solange man sich das Recht anmasst, den Empfänger nicht zu benennen, bremst das sicher auch die Bereitwilligkeit.
Was für ein Unsinn! Wenn man ein Leben retten kann, ohne selber dadurch Schaden zu nehmen oder jemanden anders lebensbedrohlich zu gefährden, dann wäre es eine Anmaßung, da ein Urteil fällen zu wollen.
Und weißt Du, ob Maxi (falls er das Glück hat, einen Spender zu finden), nicht als Erwachsener ein Schwerverbrecher wird?
Und vielleicht wird ja ein "Schläger" nach meiner Spende auf einmal ein ganz friedliebender Mensch?
Eine Spende ist ein Geschenk ohne Gegenleistung. Wer sich anmaßt, auszuwählen, ob jemand "spendeswert" ist, der hat das nicht verstanden.
Und in Notfallsituationen muss (soweit es möglich ist) spontan geholfen werden. Alles andere wäre unethisch.
Oder wie würdest Du das finden, wenn Du schwerverletzt ins Krankenhaus kommst, und der Arzt lehnt die Behandlung ab, weil er erfahren hat, dass Du betrunken Auto gefahren bist?
Oder wenn man jemanden bewusstlos auf der Straße findet, recherchiert man ja auch nicht erst, ob derjenige einen Schlaganfall hatte oder Drogen genommen hat?
Oder wenn jemand ertrinkt, lässt man ihn auch nicht absaufen, weil es Gerüchte gibt, dass er seine Frau schlägt?
etc... pp...
Und ein weiterer - praktischer - Vorteil der Anonymität (was ich z.B. auch beim Organspenden sehr wichtig finden): Keiner kann - subjektiv empfundene - "Schuldgefühle" bekommen, weil "sein" Empfänger es dann doch nicht geschafft hat...
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Und warum bereichern sich alle in der Kette (Ärzte,Kliniken, Hilfsorganisationen ect.) bei z.B. Organspenden, aber der Spender geht leer aus, weil er den Gutmenschen spielen soll? Selbst Blutspenden werden an Kliniken verkauft und nicht verschenkt, warum arbeiten die nicht alle für eine Tafel Schokolade? Fragen über Fragen 
Weil es ganz einfach deren Job ist und sie von einem "Dankeschön" allein nicht leben können? 
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Ist es ethisch in Ordnung, nur mit den "süssen" Patienten zu werben?
Klar, Werbung soll "aufrütteln" und was bewirken. Es wäre nur nicht ok, wenn der "süsse Patient" gar nicht krankt wäre. Und es hindert ja niemanden daran, so eine Aktion auch für "weniger süße" Erwachsene zu machen. Bei denen ließen sich dann andere "Argumente" finden. Etwa, dass sie selber eine Familie / einen Partner /Kinder haben...
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Eine Lösung könnte ich mir so vorstellen: Nur wer unwiderruflich gibt, kann auch nehmen. Helfe, dann wird Dir geholfen. Aber das wird an zig Gesetzen scheitern, dabei wäre es so einfach.
Und was wäre dann z.B. mit Kindern, und anderen Personen, die das (noch) nicht selber entscheiden können?
Außerdem dürfen viele Spenden-Empfänger vermutlich selbst nicht spenden, da sie viel zu krank dafür sind.
Ergo: Sonst wollen doch immer alle den "Helden" spielen. - Warum also hier nicht, wo es doch so einfach wäre? Vielleicht, weil man doch in Wirklichkeit Angst vor dem kleinen Eingriff hat oder weil man hinterher keinen Orden bekommt und sich nicht so damit brüsten kann wie mit 'ner durchzechten Nacht oder dem neuesten Handy? 