Zitat
Original geschrieben von Shani Ace
Also festlegen würde ich mich da jedenfalls nicht!
Das Ganze hat mit "Festlegen" wenig zu tun. Geburtenraten kann man leicht hochrechnen, da man für steigende Geburtenzahlen beispielsweise mehr Frauen bräuchte, die aber eben leider selbst nicht geboren wurden...
Das der Osten über die Abwanderung ausblutet, ist ein vortrefflich politisch nutzbarer Trugschluss. Wenn man sich die "Gemeindegebietsstatistiken bei http://www.statistik.sachsen.de ansieht, merkt man schnell, dass der Wanderungsverlust im Mittel nur 10 - 15 % zum Bevölkerungsrückgang beiträgt. Hauptursache der Misere ist die Geburtenrate und die ist in West und Ost vergleichbar, trotzdem im Westen der gebärfreudigere Ausländeranteil höher ist.
Du kannst gern auch statistik.bayer.de durchschauen und staunen, die sehr die Landkreise vergreisen. Die Jugend flieht in die Städte und Ballungsräume und die "Außenbezirke" vergreisen tendeziell genau wie im Osten.
Aber ich denke nicht, dass diese Problematik hier wirklich jemanden interessiert, sonst ging die Argumentation über die platte Medien-Leier hinaus...
Mit zukünftiger Mobilität wäre ich nach Wegfall von Eigenheimzulage und tendeziellem Abschmelzen der Kilometerpauschalen auch sehr sehr vorsichtig. Beide Subventionskürzungen wirken eher als ein Katalysator für schnellere Verstädterung. Und Leute ziehen nicht aufs Land, weil es denen gefällt, sondern weil die Infrastruktur stimmte, der Arbeitsweg subventioniert wurde etc. Verschieben sich diese Randbedingungen, wird für viele Dörfler die Stadt zum Traum... Was soll denn aus Siedlungen werden, in denen nahezu alle Bewohner einer Kohorte angehören? Die Kinder gehen weg, die alten Einfamilienhäuser bleiben unverkäuflich und für 1 - 2 Bewohner perspektivisch auch nicht mehr bewirtschaftbar...
Wie gesagt, der Osten ist mit Hoyerswerda der Vorreiter und der Westen liegt mit Gelsenkirchen höchstens eine Nasenlänge dahinter... Ob das die breite Masse nun wahr haben will oder nicht ist eigentlich auch gleichgültig, da es Objektivitäten sind, die das Gemeinwesen in den Ruin führen werden. An diesem Punkt ist es im Osten schon und der Westen kommt letztlich ein wenig zeitversetzt auch dahin, da keine "junge Zuwanderung" mehr stattfinden wird und die dynamischsten Regionen mittlerweile im Osten liegen
Der Westen tut letztlich das Gleiche wie die Ex-DDR und verzehrt seine Substanz. Da der Wohlstand größer war, dauert dieser Verzehr halt ein wenig länger... (siehe Staatsverschuldung, die uns das Genick brechen wird, sobald das deutsche Rating verschlechtert wird...)
Diese Woche hat der USA-Notenbankchef vor demografischen Entwicklungen gewarnt, die die US-Wirtschaft mittel- und langfristig könnten und ein Rückfahren der Staatsverschuldung eingefordert. Die USA wachsen derzeit bevölkerungstechnisch noch, wir schon nicht mehr, machen aber weiter satte Schulden, nur weil der Mut zur Wahrheit fehlt...