autares: Da ist aber jemand beleidigt. Tut mir leid, aber es mag aus deiner beruflichen Sicht korrekt sein, sich auf Research und Analysten zu verlassen. Nur ist es IMHO für den Privatanleger ein absolut untaugliches Konzept dies ebenso zu tun.
Die Profis neigen doch permanent dazu einen Einheitsbrei zu verbreiten. Wenn man sich dem anschließt bzw. hinterher hechelt macht man IMHO jeweils mindestens den Zweiten.
Im Übrigen maße ich mir gar nicht an irgendeine Aktie oder irgendeinen Rohstoff oder irgendeinen Markt beurteilen zu können. Ich sehe seit Jahren nur ausgeflippte Herden professioneller Anleger sich in Aktien stürzen, dort Milliarden zu verbrennen und dabei bis zuletzt Analysen heraus zu geben, das ab sofort doch die Bäume in den Himmel wachsen, weil diesmal der Aufschwung GANZ anders ist als bisher üblich... Dann kommt die jeweils überfällige Korrektur und alle propagieren, dass demnächst sogar kein Geld mehr da sein wird, um Regenwolken und Erdrotation zu bezahlen. Anschließend geht es von neuem los... Problem dabei ist nur, dass die offiziellen Meinungen der Profis immer einen Ticken zu spät drehen. Als beispielsweise Google bei über 700 $ stand hat kein Analyst den Schalter auf verkaufen oder wenigstens halten umgelegt. NEIN, Google hatte doch das unendliche Wachstum vor sich. Heute stehen die bei < 300 $ und Analystentechnisch sind die sogar ein Basisinvestment (wie in Deutschland seinerzeit die Telekom).
Ich bin Bauchentscheider und stehe dazu. Dabei versuche ich nach Menschenverstand und zwar nach meinem eigenen zu entscheiden. Wären Analysten tatsächlich so zielsicher, müssten die nämlich nur in den eigenen Empfehlungsmist investieren und bräuchten sich nicht jahrein jahraus krumm zu machen. Dabei sind meine Investitionssummen geradezu lächerlich, da ich das Traden und Anlegen in Einzelwerten als Spiel sehe, bei dem man höllisch aufpassen muss, dass nicht am Ende die Bank gewinnt. Die dabei erzielten Gewinnen sind, wie gesagt, Sahnehäubchen für Urlaube oder mal ein Auto. Die Grundlast für ein angenehmes Leben kommt konservativ aus Häusern und eine Ingenieurbüro (denn das interessiert mich deutlich mehr als Geldschöpfung mit Geld).
Wie gesagt, habe ich hier nur ganz private Meinungen geäußert. Ich wage mir nicht faire Preise für Mais, Weizen, Öl etc. abzuschätzen, vertrete aber gern auch offensiv meine persönliche Meinung. Außerdem investiere ich nicht in Öl, sondern trade da ein bisschen und zur Not auch gegen meine innere Überzeugung, da ich doch nicht am Ende der Woche auf meiner Meinung beharre und dabei 25 % Nasse mache. Wenn die Lemminge runter wollen, sollen sie es tun, um renne mit, setzte Stopps und freue mich wenn mittel- oder langfristig wenigstens mal kurz logische Reaktionen erfolgen.
Ich mache im Jahr so um die 100 - 120 Trades und setze dabei jeweils nie mehr als 20000 € ein. Insgesamt ist das Trading-Budget quasi eine Spielgeldkasse, aufgebaut aus Gewinnen nach Steuern, Abführungen an die Familienkasse und Spenden. Und ich freue mich auf 2009, da dann dank Abgeltungssteuer endlich wieder mehr hängen bleibt. Danke Peer!
Da das Board doch "Welche Aktien kauft ihr im Moment?" heißt, hätte man mit einer regen Diskussion rechnen können, aber weit gefehlt. Wenn man hier seine Meinung äußert und laienhaft begründet, wird man entweder ignoriert oder belehrt. Danke schön, wieder was gelernt...
Erfreulich bleibt trotzdem, dass meine "Infineon-Investition" nunmehr regelrecht explodiert ist. Die habe ich ich aber nur gekauft, weil mein Bruder Administrator ist und mir von irrwitzigen Preisverfällen für DRAMs berichtet und ich von Bekannten bei Infineon und Qimonda das Ganze Elend live berichtet bekomme. Die Damen und Herren Analysten waren hier zu meinem Einstiegszeitpunkt im August eher für Kaufen oder wenigstens Halten. Da bleibt nur zu hoffen, dass beispielsweise die hauseigenen Fonds der Deutschen Bank nicht auf die hauseigenen Analysten gehört haben. Am 04.12.2008 scheint dann auch der Analyst der Deutschen Bank gemerkt zu haben, dass etwas schief läuft, der Markt zerbombt ist und Erholung nicht in Sicht. Warum nur kommt so eine Empfehlung der Profis erst NACH 40 % Kurseinbruch. Zu diesem Zeitpunkt kann das nämlich zur Not sogar ein halbwegs intelligenter Goldfisch abschätzen! Aus eben diesem Grund war ich auch bei Telekom seinerzeit ab 100 € short und habe vom Gewinn in 2002 eine 100 T€-Bohrraupe gekauft. Die Analysten haben damals übrigens die Leute weiter in die Aktie getrieben.
So long, 's ist erstmal genug. Jetzt mache ich mit meiner Kleinen Kalender auf.