Beiträge von HoldaT

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    Original geschrieben von hottek
    ich denke eher Prepaid sind keine wertvollen Kunden, die meisten Karten liegen in der Schublade rum und vergammeln. Und wenn die doch benutzt werden dann wird spätestens wenn das Handy nichts mehr taugt ( oder der nächste Anbieter 0,1 ct günstiger ist ... ) das nächste Prepaid-Paket gekauft und entweder die Karte von diesem Paket oder eben die alte leer telefoniert und entsorgt.


    Dadurch dass diese Nummern nicht besonders lang bestehen ( oder eben nur zum leer telefonieren genutzt werden ) bekommen Prepaid-Kunden auch nicht so lange eingehende Gespräche und bringen dadurch auch kaum IC-Gebühren.


    Man muss sich bei der Einschätzung von Kundenbeziehungen immer die Frage stellen, was der Kunde kostet und was er andererseits bringt. Was kostet also ein Prepaid-Kunde? Er kauft meist online und geht in Vorkasse, wo ist also das Risiko solange die Aquisekosten im Griff bleiben. Wenn man sich mal die Kostenlos-Aktionen bei Loop (die mit den günstigen SMS-Tarifen) betrachtet, da sind allein in meinem Bekanntenkreis 4 Leute "hängen geblieben" und haben als SMS-Junkies jeweils schon mindestens einmal 30.- € aufgeladen. Allein mit dieser Aufladung haben die den Prepaid-ARPU von 5 Monaten vorweggenommen, werden also bei weiterer Nutzung die Statistik nach oben verzerren.


    Das Rezept bei Prepaid muss sein, lukrative Tarife zu bieten, seine Leistungen aber nicht zu verschenken. Damit kann man IMHO das Abtelefonieren eindämmen und beugt Schubladen-SIMs vor.


    Außerdem glaubst du doch nicht ersthaft, dass die Masse der Leute laufen die SIM und damit die Rufnummer wechselt. Außerdem ist die Masse der Leute nicht gewillt mit 2 Handys rum zu laufen. Also hat man auch Prepaid bei entsprechender Tarifierung alle Chancen tatsächlich genutzt zu werden.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Wobei nicht klar ist, wie stark die Mobilfunker gerade bei diesen Komplettlösungen gegenüber T-Systems und BT Germany sind, die ja wirklich komplette Systemlösungen von A bis Z anbieten.


    Die T-Systems-Lösungen sind ja offenbar so gut, dass sie sich wie geschnitten Brot verkaufen... Deshalb haben die auch einen dicken Personalüberhang.


    Ihr dürft nicht auf Konzernebene denken. Die Masse der Geschäftskunden ist der Mittelstand und der bekommt kaum eine Lösung bei T-Systems oder BT. Die werden von reisenden Vertrieblern beehrt und kaufen üblicherweise sehr stark preisfixiert. Außerdem solltet ihr euch mal fix abschmicken, dass die Netzwahl vom Chef abhängig gemacht wird. Für gewöhnlich, so kenne ich das jedenfalls, kauft der Einkauf ein, der Vertrieb vertreibt und der Chef führt. Zu seinen Pflichtaufgaben gehört da keinesfalls die Netzpriorisierung oder das fegen von Laubhaufen.


    Privatkunden würde ich ebenfalls nicht kleinreden, schließlich gibts davon ganz ganz viele und allein durch deren Anzahl sind sie durchaus interessant. Das Business ist seit Jahren versorgt, wo soll man also wachsen? Etwa den Schichter beim Daimler als Business-Kunden betrachten und dem neben Schrauber und Blaumann noch ein Business-Handy verpassen? Der ist beim Daimler um Schrauben rein zu kloppen und nicht zum telefonieren.


    Man schaue sich nur mal die Kundenverteilung bei Eplus an. Die Neuabschlüsse mit Laufzeitverträgen liegt deutlichst hinter den Prepaidkunden. Und Prepaid ist, sagen wir zu 90 % privat. Prepaid ist außerdem Null Risiko für den Anbieter, im Gegenteil.

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    Original geschrieben von giles_gs
    nur besteht die Welt nicht aus Business-Kunden sondern sehr wohl auch aus viel surfenden und viel telefonierenden Privatkunden, und diese wägen sehr wohl recht kritisch die Preise ab


    Business-Kunden, die die Preise nicht abwägen sind ganz schnell Privatkunden in Privatinsolvenz. Ich sehe zunehmend, dass Mobilfunk analog dem restlichen Einkauf gehandelt wird und man entsprechend ausschreibt und den Markt sondiert. Der Preis ist dabei zunehmend das Hauptargument, bei dem sich auch die Großen auf Gefechte einlassen, von denen die vor 1 - 2 Jahren sicher nicht einmal in Alpträumen geträumt haben. Ich kenne eine Firma, die hat von D1 einen Rahmenvertrag für ca. 500 Karten bekommen, bei dem Festnetz und intern lau geliefert werden. Fremdnetze und Europafestnetze kosten 0,065 € (netto) und Europamobil (inkl. Lichtenstein) wird für 0,12 € (netto) geliefert. Die GG beträgt dabei symbolische 8,65 € (netto) als Mindestumsatz.


    Dieses Paket schlägt selbst den handelsüblichen EPlus-Tarifen den Boden aus und kommt doch vom MagentaRiesen, dem dieser Kunde wichtig zu sein scheint.


    Ach übrigens: Wenn Vodafone Vodafone-Aktien kauft, dann geschieht dies erstens um den Kurs aufzuhübschen, indem man die verfügbare Stückzahl reduziert, zweitens aber auch, weil man derzeit noch Cash produziert, aber offenbar nichts lukrativeres weiß, als das freie Geld in eigenen Aktien zu versenken. Dieses Gebaren ist für meinen Geschmack immer schon das Dümmste, das Vorständen einfallen kann, respektive ein riesiges Armutszeugnis. Noch besser wären Barausschüttungen, damit auch der Letzte merkt, dass der Markt reif und die Marge bald unter Druck ist. In Wachstumsmärkten kauft man keine eigenen Aktien, da baucht man jeden Cent um zu expandieren. Offenbar ist das Wachstum aber endgültig vorbei und man wird absehbar zum austauschbaren Pipelinebetreiber degradiert. Dumm nur, dass die NBs keine Materie transportieren, denn dann hätte man wenigstens ein natürliches Monopol. Aber Bits werden bald billig wie Dreck, da ja Bandbreite in Massen verfügbar ist.

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    Original geschrieben von giles_gs
    die Pressemitteilungen mit statistischen Daten dazu sind spärlich, aber selbst Harlekyn weiß, dass sich Herr Dirks gerne mit 40% Datenanteil E-Plus in der Presse rühmt um zu rechtfertigen, dass E+ kein HSDPA braucht. An der großen Datennutzung in den E-Netzen ist schon was dran, was bei den Preisen auch nicht wundert


    Segmentierte Umsatzangaben bzw. exakte Angaben zu Airtime, GBs etc. werden wir uns wohl abschminken können. Welcher Marktteilnehmer wäre so verrückt dermaßen weit die Hosen runter zu lassen.


    (Der ARPU bei Vodafone und Eplus ist ja nahezu vergleichbar, entsprechend sollte basierend auf den Preisen der Minuten- und Daten-Anteil bei Eplus im Vergleich höher sein.)


    hottek: Hand aufs Herz... Wenn Handy und Tarif funktionieren, wie oft nutzt man dann die Hotlines? Infos zu Konfigurationen etc. gibts doch fixer im Netz. Die Hotliner sind IMHO ein von den Großen gern vorgeschobenes Argument, das nur zieht, da die ja sehr viele "alte" Nutzer haben, die nicht so internetaffin sind. Ich glaube kaum, dass meine Tochter im Traum auf die Idee käme mit einem Hotliner zu plauschen... Meine Oma schon eher...

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    Original geschrieben von harlekyn
    Bei Margen von 30+% braucht man sich eigentlich nicht zu beschweren.


    Problematisch ist aber sicher die Gewöhnung an derartige Margen. Schließlich mussten die NBs in der Vergangenheit kaum kalkulieren, eher konnte man aus dem Vollen schöpfen. Nun sind kaufmännische Qualitäten gefragt, und es wird sicher schwer fallen das Geschäft sturmfest zu machen.


    EPlus macht den anderen, insbesondere den beiden Großen derzeit gehörig was vor. Die wachsen auf Kosten der Wettbewerber. Erstaunlich finde ich dabei, wie rezeptlos die anderen dabei zusehen. Noch immer tönt Vodafone Verächtliches über Discount und beschwört Premium und damit auch die "alten" Preise.


    Wie schon mehrfach beschrieben, sehe ich hier die gefährlichste Entwicklung in der schnöden Biologie des Marktes. Jährlich kommt eine neue fast 1.000.000 Menschen umfassende Kohorte als Teilnehmer auf den Markt und trotz Lenkung und Leitung durch die festgefahrenen Eltern werden sehr viele von denen "neue Anbieter" wählen. Gleichzeitig verabschiedet sich rechnerisch ebensoviel an Kundschaft in Urne und Altersheim, so dass den etablierten Funkern die Stammkundschaft ausgeht. Ähnlich geht es Sparkassen, Parteien, Gewerkschaften, Telekom etc. etc.


    Entweder denen fällt etwas zündendes ein, oder die können perspektivisch alle zusperren.


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    Original geschrieben von oo7x
    Ich will gar nicht wissen, wie hoch die Kosten für die Kundengewinnung bei Vodafone und Co. sind. Die schauen bestimmt neidisch zu Eplus rüber.


    Also eins muss ich schon sagen. Herr Joussen schwört weiter auf die provider. Ich AUCH! Schließlich versorgen die mich mit kostenlosen Handys und Schubladenkarten von Vodafone und T-Mobile. Anscheinend provisionieren die am meisten. :D Der soll ja nicht auf die Idee kommen Debitel/Mobilcom/Cellway die Existenzberechtigung abzusprechen! Deren VERSORGUNSGAUFTRAG ist doch wohl unverkennbar und unabkömmlich sind die damit allemal.

    Das heutige N-TV-Interview des Herrn Joussen klingt irgendwie wie beim Hauptverband der deutschen Bauindustrie abgeschrieben. Die haben auch bereits 1997 die Talsohle durchschritten, nur dass man es in diesem und IMHO auch im Fall des Mobilfunks nicht mit einem klassischen Tal sondern eher einer Kellertreppe zu tun hat...


    Preismäßig liegen ganz gewiss noch einige Stufen vor den Funkern. Schließlich ist der Markt gesättigt und Geld für Preiskämpfe ist noch vorhanden. Außerdem ist preismäßig noch genügend Luft, insbesondere in den (heute schick kleingeredeten) Nischen SMS, Daten etc. etc.


    Die gehen mit tränenden Augen vor die Kameras und nehmen noch immer mehr als nur abschreckende Datenpreise. Offenbar haben die Funker noch nicht begriffen, dass man an der mobilen Datennutzung im Gegensatz zu Butter, Milch und Brot durchaus sparen kann und nicht genötigt ist, jeden irrwitzigen Preis zu zahlen.

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    Original geschrieben von Andreas2107
    Das ist doch der ideale Tarif für die ganzen N95-Freaks. Hauptsache das Telefon für nen Euro bekommen, um damit ordentlich herumzuprollen! Der Intelligenzquotient der Zielgruppe dieses Tarifes verhält sich proportional zum Handypreis! :D


    Korrekt! Da ja da draußen ganz viele Matheschwächlinge auf Schnäppchenjagd sind, die nach objektiven Beratungen in Media-Markt & Co. gieren, wird auch dieser Tarif wieder seine Opfer finden.


    Genau wie sich Leute Ed Hardy-Cabs für 40 € aufsetzen, die man in den Südstaaten für 5 $ zusammenwürfelt, so wird auch so mancher Handyprol auf eben diesen Tarif gewartet haben. Egal, ob die Telefone in der Bucht oder bei Amazon preiswerter zu haben sind. Die SuperNanny-Proleten leben von Stütze und haben somit meist nur kleine Summen, die aber regelmäßig zur Verfügung. Was nützt da eine preiswertere Offerte bei amazon, die haben die 130 € nicht auf einmal und wollen trotzdem was für Ego und Penis. Diese Nische wird IMHO von den Providern bestens bedient.

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    Original geschrieben von schnecke030
    Es geht doch nicht in erster Linie darum, Geld zu sparen, sondern auch darum, sich in verschiedenen privaten Wlan - Netzen mit seinen eigenen Festnetznummern einzubuchen und zwar mit einem Gerät wie dem iphone, dass man sowieso bei sich trägt. Die Telekom verliert damit an mir jedenfalls nichts an Umsatz, da ich sonst halt mein Zweitgerät mitschleppe. Gruß Alex


    Genau aus diesem Grund haben einige meiner Bekannten auch ein Pirelli-Telefon, das GSM und VoIP kombiniert. Die hinterlegen einfach ihre SIP-Accounts und können sich auf Arbeit und zu Hause automatisch ins WLAN einbuchen, um "preiswert" erreichbar zu sein.


    Ich denke mal, dass es rechtlich eine ziemliche Gratwanderung sein dürfte iPhone-Besitzern den Betrieb eines WLAN-VoIP-Clients zu untersagen. Schließlich handelt es sich bei dem Telefon um Eigentum und nicht um ein Leihgerät. Ebenso kann mir doch ein Autohersteller nicht vorschreiben/verbieten an meinem Auto zu bauen, auch wenn dadurch mit Schäden/Funktionsverlusten zu rechnen ist. Meine ist meine... Und VoIP im UMTS-Netz bzw. den eigenen Accesspoints von T-Mobile können die ja technisch blockieren

    Re: Airtime


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    Original geschrieben von gogo65
    @ HoldaT
    Du sprichst davon das bei den aktuellen Tarifen von T-Mobile keiner Airtime generiert wird. Will T-Mobile denn überhaupt Hardcore-User haben die nur das Netz verstopfen? :D;)


    gogo65


    Diese Frage ist durchaus berechtigt. Schließlich kann ja die Telekom als Konzernmutter kein Interesse daran haben, dass zu viele User das Festnetz komplett substituieren. So wie die Dinge heute liegen, braucht man ja sowohl im Büro als auch zu Hause bei den aktuellen Tarifen noch ein Festnetz. Also sind die 1000 min wohl nur für unterwegs gedacht...


    Ich persönlich denke aber, dass die Telekom hier perspektivisch auf dem falschen Dampfer ist. Die werden analog dem Festnetz zu Datenpipelines mutieren und Firmen wie Apple und Google werden die Inhalte liefern. Entsprechend ist es langfristig gedacht IMHO eher gefährlich die First Mover zu maßregeln, denn sind die erstmal weg, kommen die nicht so leicht wieder.


    Man muss doch nur mal in der eigenen Verwandtschaft und Bekanntschaft herumgucken. Wer aufs Festnetz komplett verzichtet ist für gewöhnlich nicht T-Mobile-Kunde.

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    Original geschrieben von handytim
    Die o2-UK-Tarife sind genial, wobei es in UK auch üblich ist, dass sehr große Pakete plötzlich relativ günstig werden. Das 3000er Paket ("Quasi-FullFlat") kostet 75 Pfund, also ca 113 Euro. Weit weg wäre man mit den oben gerechneten "Complete XXL (Max L + RelaxSMS 300)-Special Edition" auch nicht.


    Zur Preisbildung bei Großpakten habe ich weiter oben etwas geschrieben. Ich will keine Netzdiskussion. NEIN! Bitte!