Netzneutralität ist unbedingt notwendig und hier müssen die Behörden konsequent durchgreifen. Denn man darf nicht vergessen, dass nur Firmen, welche die Telekom als Partner einstuft, in eine der Zero-Rating-Kategorien kommen. Das führt dann dazu, dass alternative Anbieter benachteiligt werden, mittelfristig vom Markt verschwinden und so die Preise steigen (bspw. Netflix und Amazon Prime erhöhen ja bereits regelmäßig ihre Gebühren, das würde bei flächendeckendem Zero-Rating wesentlich stärker erfolgen).
Ich faende es schon fair man auch Content-Anbieter deren Inhalte die Netze uebermaessig belasten an den Ausbaukosten beteiligt. Und Streaminganbieter belasten nun man die Netze deutlich staerker als Onlineshops oder Soziale Netzwerke.
Und fuer die kleinen Anbieter die da nicht mitmachen wollen kann es auch eine Chance sein anderweitig innovativ zu werden. Seien es exklusive Inhalte, bessere Kompression, Downloadmoeglichkeit, etc.
Zusätzlich wird auch keinerlei Anreiz geschaffen, dass die Provider eine echte Flatrate (also ohne Drossel) zu einem vernünftigen Preis anbieten (derzeit nur als Vertrag um 80 Euro pro Monat).
Ich sehe das Full-Flat Konezpt generell kritisch. Denn Full-Flat bedeutet das sich die Anbieter um die Moeglichkeit bringen an Hardcore-Usern zu verdienen. Also muss alles auf die Normalnutzer umgelegt werden.
Das fuehrt zu dem Dilemma das eine Full-Flat entweder so teuer sein muss das sie kaum jemand bucht. Oder aber dann die Einnahmen fehlen, und Netz und Service massiv leiden.
Das mit dem Netzausbau ist ne andere Sache. Das liegt eher daran, dass man idiotischerweise die Mobilfunk- und Telefonnetze privatisiert hat. Eigentlich müssten die sofort verstaatlicht werden, weil es ja offensichtlich Unsinn ist, dass überall drei Netzbetreiber Masten aufstellen müssen. Und vor allem stellen die dann eben nur dort LTE und Glasfaser zur Verfügung, wo es sich lohnt, also in Ballungsräumen, während der Rest in die Röhre schaut.
Denn das sind eben gewinnorientierte Unternehmen, die den Gewinn gegenüber uns Kunden machen müssen. Ein am Gemeinwohl orientiertes Staatsunternehmen könnte dagegen die Preise stark senken, weil man eben keine Dreifachinfrastruktur braucht und nicht die Aktionäre eine Dividende brauchen und die Manager Millionengehälter.
Daher müssen alle Telefonleitungen und Funknetze sofort verstaatlicht werden, der Betrieb wird mitverstaatlicht und in ein staatliches Unternehmen überführt, da es sich um ein natürliches Monopol handelt (bspw. privatisiert man auch keine Straßen und Eisenbahnschienen, wo dann konkurrierende Unternehmen parallel zur existierenden Straße noch eine weitere bauen).
Übrigens ist JEDE Argumentation dagegen, die privaten Netzbetreiber könnten das besser, erwiesenermaßen falsch. Das ist ja die derzeitige Situation und das hat sich wohl ganz unzweifelhaft nicht als besser erwiesen.
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Wenn man jetzt mal von Ausnahmen wie Kuba und Nordkorea absieht, dann ist Mobilfunk aber ueberall entweder ganz oder zumindest ueberwiegend in Privaten Haenden, und es gibt in manchen Laendern nicht nur drei, sondern gleich vier oder fuenf landesweite Anbieter.
Trotzdem haben die meisten Anbieter bessere Netze und zugleich bessere Tarife.
Erstens weil es dort reine 3G Anbieter gab, und sich dadurch der Fokus frueh auf UMTS Netz und Datentarife statt auf Sprachtelefonie gerichtet hat.
Zweitens aber auch weil die Anbieter dort nicht so doof waren sich ihre Einnahmen durch Sprachtelefonie durch Allnet-Flats zu deckeln. Sondern die Anbieter dort haben eher Pakete mit so 1.000 oder 1.500 Sprachminuten aufgelegt, die normalen Kunden locker reichen, sich aber trotzdem die Moeglichkeit bewahrt an den Hardcore-Usern zusaetzlich zu verdienen.