Hartz-Kommission: 100 EUR Pflichtabgabe?

  • Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass im Zuge der Pläne der Hartz-Kommission eine Pflichtabgabe eines jeden Haushalts von 100 EUR zur Förderung der Berufsausbildung Jugendlicher ins Auge gefasst wird.


    Die Förderung mit einer eigenen Stiftung ist sicherlich eine lobenswerte Idee.
    Doch sehe ich das Übel nur aufgeschoben. Nehmen wir einmal an, diese Stiftung trage tatsächlich dazu bei, dass Jugendliche eine Ausbildung erhalten, so ist noch lange nicht gewährleistet, dass sie danach auch eine Anstellung finden.
    Die Art und Weise der Finanzierung finde ich ebenfalls inakzeptabel, gibt es doch etliche Sozialleistungen, die entweder gekürzt werden könnten oder bei genauerer Überprüfung teilweise gar nicht ausgezahlt werden dürften.


    Die Meldung in der FR über die Pläne der Hartz-Kommission liest sich eher wie ein Aprilscherz und wird in dieser Art sicherlich nicht umgesetzt werden, da IMHO ein großer Widerstand zu erwarten ist.


    Gruß! Kromi

    Wer oder was ist eigentlich Nachbars Lumpi und warum ist er so spitz?

  • Eine solche Pflichtabge kann man doch gar nicht pasuchalisieren. Da zahl der Single, der gerade mit der Ausbildung fertig ist oder nach dem Studium unterbezahlt als Trainee arbeitet das gleiche wie ein kinderloses Ehepaar Besserverdienender; der Alleinerziehende (der jetzt nicht mehr die Steuervorteile von früher hat) genauso viel wie das Ehepaar mit günstigeren Steuern. Das kanns nicht sein. Daher sollte dieser Beitrag aus den Steuern bezahlt werden, allein schon, damit alles gerecht zugeht. Man kann doch nicht einfach von jedem Haushalt einkommensunabhängig 100 € verlagen.


    Aber Hartz stinkt mir sowieso. Wenn nach seinen Regelungen geht, kann ich ja, wenn ich im September arbeitslos bin und 1 Jahr auf einen Studienplatz warten muss, jeden Job machen, der frei ist, egal wieviel ich da verdiene (ich bin ja Singe, da ist das ja zumutbar). Und wenns weniger ist als das Arbeitslosengeld gibts auch keinen Zuschuß. Die monatlichen Kosten bleiben aber die selben. Wo ist da die Zumutbarkeit definiert, wenn jemand mit einer schlecht bezahlten Hilfsarbeit noch nicht einmal die Verplfichtungen abdecken kann, die er hat, weil er vorher normal verdient hat? Man muss ja auch anerkennen, dass z.B. Kredite gestundet werden, wenn man arbeitslos ist. Wenn man aber eine stark unterbezahlte Arbeit hat, muss man weiterzahlen. Echt super. Welcher Single kauft denn dann bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation noch ein Auto o.a. auf Kredit, wenn die Hartz-Vorschläge so durchkommen wie geplant, hat man doch dann ganz schnell alles wieder verloren was man sich aufgebaut hat und die Versicherungsbeiträge zur Arbeitslosenversicherung sind dann eigentlich nur noch Spenden für ältere Langzeitarbeitslose und kein eigener Versicherungsschutz mehr. Ganz zu schweigen davon, dass die Leute dann auch nicht mehr bereit sind, soviel Geld auszugeben und größere Anschaffungen lieber aufschieben. Auch nicht gerade gut für die Wirtschaft.
    Ein Konzept zur Schaffung von Arbeitsplätzen wäre da allemal besser. Aber die meisten (potentiellen) neuen Arbeitsplätze werden ja durch den Bürokratiedschungel geschickt verhindert.

    "Technisch sind wir Übermenschen; moralisch sind wir noch nicht einmal Menschen." Aldous Huxley

  • Das Problem wird sein, dass 50-60% der abgabe für die Verwaltung draufgehen. (Wenn überhaupt alles zur Förderung Jugendlicher genutzt wird). Ich bin trotzdem gegen diese abgabe!!!:flop: :flop: :flop:

  • hi,
    das dementi folgt auf dem fuße und war ja auch absehbar. solche eine regelung ist leider nicht durchsetzbar, da die verwaltungskosten etc. viel zu hoch wären.


    das problem bei hartz ist, dass viel zu viele vorschläge schon bewußt oder unbewußt an die presse weitergeleitet worden sind und durch die entsprechenden "interessengruppen" (=lobbyisten) zerpflückt worden sind (=ja, aber...).


    leider geht man dort auch von einem ansatz aus, der nicht das kernproblem betrifft: wie kann ich arbeitsplätze schaffen bzw. die schaffung attraktiv machen?


    DAS ist der ansatz, denn welcher mittelständler (und das sind nunmal diejenigen, die nicht im shareholder-value wahn nur permanent arbeitsplätze streichen, sondern auch neue schaffen) schafft neue jobs, wenn er nicht genug arbeit dafür hat?


    das wäre unverantwortlich für sich selber und für seine angestellten, für die er nun mal eine soziale verantwortung hat!


    allerdings wird sich bis mindestens mitte nächsten jahres aufgrund der wahlen nichts tun, da jede interessenspartei ihre pfründe besetzen muss und erst dann mal gaaanz langsam an neue konzepte herangegangen wird...


    greetz
    cm

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!