Welche Aktien kauft Ihr im Moment?

  • Das mit Benzinpreis ist in der Tat ne Schweinerei!


    Aber jetzt wo die Konzerne wissen, das die Kunden bereits sind 1,50€ für nen Liter Benzin zu bezahlen, werden sie den Preis nur widerwillig an den Kunden weiter geben....


    BTW: WoW. VW Aktie hat heute ja fast 10% gemacht.

    Handy Verträge sinnvoll nutzen? Ohne VoIP für 2 Cent/Min telefonieren? Dies und noch mehr in meinem Blog.

  • Ich beteilige mich an diesem Thread normalerweise nicht, weil mich das Thema Null interessiert und ich auch nicht wirklich Ahnung davon habe. ;)


    Aufgrund der aktuellen Ereignisse, und da es keinen anderen Thread dazu gibt, schaue ich im Moment dann aber doch ab und zu hier rein und lese mit, was die (mehr oder weniger ;) ) Experten zum Thema sagen.


    Korrigiert mich, wenn ich völlig daneben liege, aber dies hier:

    Zitat

    Original geschrieben von DJ Wisdom
    Wenn es schlecht läuft trifft es halt jeden - und das ist gut so.


    ... ist IMHO eher unpassend. Das, was wir momentan erleben, ist ja kein durch die Allgemeinheit verursachtes Problem. Schuld sind vielmehr vermeintliche Finanzexperten, die solange ihre Quasi-virtuellen Finanzspielchen betreiben, bis irgendwann die Hütte brennt. Warum ist es dann gut so, wenn die Auswirkungen dieses Treibens JEDEN treffen? Von den zig-tausenden Mitarbeitern von Lehman, die vielleicht irgendwann mal ohne Job dastehen, sind vermutlich nur die Wenigsten mehr oder weniger unmittelbar als Teil dieses ganzen durchgeknallten Systems mitschuld an der Misere. Und Menschen, die gänzlich außerhalb der Finanzwelt arbeiten, haben gleich gar nichts damit zu tun.


    Warum also eine Sippenhaftung der Gesellschaft ausgerechnet für das Finanzwesen? Ist bei anderen Branchen doch auch nicht so... :confused:


    Ich persönlich halte aus prinzipiellen Erwägungen heraus halt so rein gar nichts von Aktien & Co. und dem ganzen System dahinter. Eine Firma sollte sich aus sich selbst heraus entwickeln, und nicht mit dem Geld von anderen. Lustigerweise passiert es ja hin und wieder, dass der vermeintlich kleine, familiär geführte Mittelständler die große Aktiengesellschaft übernimmt, die sich in ihrem unbändigen Expansionsstreben irgendwann überhoben hat und kurz vor dem Bankrott steht. ;)


    Aber das ist eine Grundsatzdiskussion, die hier nicht nur fehl am Platze ist, sondern vermutlich auch kaum Anhänger finden dürfte. Ich gebe auch zu, dass mir das nötige Wissen fehlt, um meine Meinung mit harten Fakten unterlegen zu können... :D

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Zitat

    Original geschrieben von HoldaT
    Ich bin gespannt auf deutsche Reaktionen, sollte hier auch eine Bank kippen. Schaut man sich die CoBa an, könnte einem nämlich auch Angst und Bange werden, die haben in 48 Stunden gute 20 % verloren... Dermaßen gecrashte Kurse sind nicht vertrauensbildend und können zu Kettenreaktionen führen. Mal sehen, wann die ersten Privatiers anfangen ihre Konten zu plündern und so die Kettenreaktion auslösen.


    Vermutlich gar nicht. Es wäre auch völliger Nonsens. Der Absturz der Coba-Aktien ist ja nicht irgendwelchen negativen Nachrichten aus dem Hause Commerzbank geschuldet, sondern der aktuellen News von gestern und heute. Es wird mal wieder alles über einen Kamm geschoren, man trennt sich von allem, was es so gibt. Angst, Panik, Sorge, wie auch immer man das nennen will. Bei den wenigsten wird es fundierte Gründe haben. Woher sollen die auch kommen?

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • robert & BigBlue: Ein Weltwirtschaftskriese sehne auch ich nicht herbei, aber man muss sich vor Augen halten wer hier alles wie exorbitant viel Risiko eingegangen ist.


    Die gesamte Finanzbranche, von Versicherern über jegliche Art von Banken, sind da involviert. Teilweise durch den einfachen Aktionär verschuldet (wie gesagt, wir wollen alle kräftige Rendite, nicht umsonst legen die Institute solch hoch komplexen Produkte mit absurden Rendite- & Absicherungsversprechungen auf) über den Bankmanager den die Gier über Jahre greift (ja, dazu zählt auch der "normale" Investmentbanker) bis über Politiker, die das ganze Thema bis heute nicht richtig angreifen und jeden mehr oder weniger frei agieren lassen. Und auch nach der Kriese wird sich nicht viel ändern, das hat das Beispiel USA und Bear Stearns gezeigt (was wurde danach nochmal beschlossen?).


    Es geht mir nicht darum hier irgendjemanden leiden zu sehen, nur müssen die Menschen (v.a. die Politiker) begreifen was da schief gelaufen ist. Und das sehe ich bisher nicht - momentan versucht jeder zu retten was zu retten ist, und der Staat greift da munter unter die Arme. Was dabei heraus kommt sieht man an der IKB (ging für 'nen Pfennig und 'nen Ei an einen Investor, und dafür Milliarden von Steuergeldern ausgeben?).


    Wenn sich in 1-2 Jahren alles gelegt hat wird das ganze Spielchen wieder von neuem losgehen. Der Mensch reagiert leider erst wenn es wirklich ernst wird.



    BTW: Sich über Fremdkapital zu einem Teil zu (re-)finanzieren kann sehr nützlich sein. Gründe mal ne eigene Firma, dann wirst du es erleben ;).



    Au revoir...

    "A day without laughter is a day wasted." - Charlie Chaplin


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  • DJ Wisdom, wir stimmen sogar weitgehend überein, vermute ich. Natürlich darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Finanzinstitute gefahrlos die absurdesten Produkte anbieten können. Auf mehreren Ebenen muss dagegen angegangen werden: durch ein starkes Verbraucherschutzrecht und durch staatliche Zurückhaltung bei selbstverschuldeten Krisen.


    Aber das Ganze ist ein Abwägungsprozess. Wenn die potentielle Pleite eines Giganten wie AIG, der auf allen möglichen Ebenen in die Weltwirtschaft verstrickt ist, die gesamte Finanzwirtschaft ins Chaos zu stürzen droht, dann ist kein Platz mehr für solche grundsätzlichen Erwägungen. Und dann ist auch kein Platz mehr für Lektionen an die Finanzwirtschaft. Dann muss Politik gemacht werden, weil es nicht mehr nur um das Schicksal eines Instituts geht, sondern um die Stabilität des Finanzsystems und mithin um überragende öffentliche Interessen.


    Zumindest ich hoffe, die Meldung von CNBC war keine Ente.

  • Hier meine Meinung zum Thema AIG:


    Auch ich halte es grundsätzlich für falsch, börsennotierte Unternehmen durch Steuergelder vor dem Konkurs zu bewahren.


    Sollte es jedoch aus gesamtwirtschaftlichen Gründen notwendig sein (und AIG könnte durchaus so ein Fall sein), so sollte eine staatliche Unterstützung nur in Zusammenhang mit einem massiven Kapitalschnitt erfolgen, damit auch die Aktionäre entsprechende Verluste zu tragen haben.



    Andy :)

  • Hier kann man übrigens ganz gut nachlesen, warum AIG tunlichst nicht pleite gehen sollte.


    Ein Auszug:
    AIG is saying here that it has insured $307bn of corporate loans and prime residential mortgages that are on the balance sheets of banks, mostly European banks.
    The banks have bought this insurance to protect themselves against the risk that these loans would go bad, that borrowers would default.
    Their motive for doing so was to reassure their respective regulators - such as the FSA for UK banks - that these loans are of minimal risk.
    (...)
    If AIG went down, a number of banks' balance sheets would be mullered - there would a dangerous risk to the stability of the global financial system.


    Or to put it another way, AIG is so pivotal in the global financial system, it can't be consigned to the dustbin of history in a precipitous way.

  • Und danach sieht es immer mehr aus:


    "Fed Readies A.I.G. Loan of $85 Billion for an 80% Stake"


    http://www.nytimes.com/2008/09….html?_r=1&hp&oref=slogin



    Das Bernanke den Zinssatz nicht angerührt hat finde ich außerordentlich sympatisch, da es die richtige Entscheidung ist. Da hat jemand mal nicht auf die Marktstimmen gehört.




    EDIT: Jetzt ist es passiert - AIG ist gerettet:


    http://www.nytimes.com/2008/09/17/business/17insure.html?hp



    "The decision, only two weeks after the Treasury took over the federally chartered mortgage finance companies Fannie Mae and Freddie Mac, is the most radical intervention in private business in the central bank’s history.


    Representative Barney Frank, Democrat of Massachusetts and chairman of the House Financial Services Committee, said Mr. Paulson and Mr. Bernanke had not requested any new legislative authority for the bailout at Tuesday night’s meeting. “The secretary and the chairman of the Fed, two Bush appointees, came down here and said, ‘We’re from the government, we’re here to help them,’ ” Mr. Frank said. “I mean this is one more affirmation that the lack of regulation has caused serious problems. That the private market screwed itself up and they need the government to come help them unscrew it.


    House Speaker Nancy Pelosi quickly criticized the rescue, calling the $85 billion a "staggering sum." Ms. Pelosi said the bailout was "just too enormous for the American people to guarantee." Her comments suggested that the Bush administration and the Fed would face sharp questioning in Congressional hearings. President Bush was briefed earlier in the afternoon.


    A major concern is that the A.I.G. rescue won’t be the last. At Tuesday night’s meeting, lawmakers asked if there was any way of knowing if this would be the last major government intervention. Mr. Bernanke and Mr. Paulson said there was not, but that the economic situation would certainly get worse without this bailout."



    Mehr muss man glaube ich nicht sagen. Damit hat man mit Fannie & Freddie mal eben 285 Mrd. $ (!) hingeblättert, alle anderen Summen nicht mitgerechnet.





    Au revoir...

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  • Ich finde die Entscheidung absolut richtig. Es ist schon richtig, dass prinzipiell die Unternehmen für ihre Fehler haften müssen.


    Aber bei AIG, um mich zu wiederholen, standen überragende öffentliche Interessen auf dem Spiel, wie auch Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker heute morgen im Deutschlandfunk hervorgehoben hat. Unter einer Pleite hätten eben nicht nur die gut 100.000 Angestellten von AIG zu leiden gehabt, die Folgen für das internationale Finanzsystem wären völlig unabsehbar gewesen. Das kann man einfach nicht zugunsten ordnungspolitischer Reinheit aufs Spiel setzen.

  • Wenn man sowas tut, sollte man dann aber auch hergehen und wirklich radikal ALLE im Unternehmen, die eine Mitverantwortung an der Entwicklung tragen, auswechseln. Aber das passiert halt leider entweder gar nicht oder nicht konsequent genug. Und da darf man sich dann nicht wundern, dass der Mann auf der Strasse den Eindruck gewinnt, dass man, je höher man in der Hierarchie steht, umso weniger für seine Fehler in Anspruch genommen werden kann. Wobei die Leute in z.B. den USA damit aufgrund ihrer Mentalität weit weniger ein Problem haben als z.B. bei uns. Was möglicherweise auch insgesamt gesehen mit ein Grund dafür sein mag, dass so etwas, wie wir es momentan in den USA sehen, tendenziell auch wirklich am ehesten in den USA möglich ist. Ich glaube, dass dort die Hemmschwellen einfach deutlich niedriger sind...

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