Wie kann ein Betreiber die SMS Kapazität erhöhen?

  • Da ich gerade bei Google den Usenet Thread über die Starmania Wahl (Voting über Telefon oder SMS) gelesen habe, stelle ich mir die Frage wie man auf besonders starkes SMS Aufkommen reagiert.
    Mal ein Gedankenspiel: Es wird NICHT mehr telefoniert, die Leute fangen (aus welchem Grunde auch immer, zum Beispiel Voting NUR über SMS oder sowas) wie die irren an zu SMSen.
    Wie kann man bei einer BTS die Einstellungen verändern dass der Ansturm bewältigt werden kann?
    Soweit ich es kapiert habe werden SMS über den Signalisierungskanal übertragen.


    Schutti

  • Ein Engpass bei SMS kann verschiedene Ursachen haben, entweder an der Luftschnittstelle wie du es beschrieben hast, im SMSC oder im sonstigen Backbone.


    Das die SMS Kapazität an der Luftschnittstelle knapp wird, tritt eigentlich eher bei Partys und Paraden auf, also lokal. Normalerweise werden zu Singalisierung entweder ein oder zwei Timeslots auf dem BCCH verwendet, wenn die BTS Hopping macht, wird meistens ein Timeslot pro CCH verwendet. Das kann man natürlich bei den gegebenen Anlässen ändern, und mehr Kanäle für die Signalisierung verwenden. Allerdings geht das dann zu lasten der Gesprächskapazität. Deshalb werden dann meistens CCHs nachgerüstet oder ganze BTSn.


    Bei landesweiten Abstimmungen treten imho an der Luftschnittstelle keine so grossen Probleme auf, sondern eher bei der SMSC oder sonst wo im Backbone. Da hilft es dann nur die Technik dort aufzustocken.

  • Moin,


    Zitat

    sondern eher bei der SMSC oder sonst wo im Backbone.


    Nicht ganz richtig, bei Televoting usw. werden die SMS nicht übers SMS-C gehandelt sondern über spezielle Voting-System, die vom SMS-C komplett getrennt nicht.
    Ein Engpass durch solche Voting, auch wenn es so Grossaktionen wie DSDS oder ähnlicher Unsinn ist, tritt nicht auf, die Netzkapazitäten sind für die paar Hunderttausen Mehr-SMS vollkommen ausreichend. Schließlich ist eine SMS max. 4xx Byte gross und in Mobilfunknetzen werden weit aus grössere Datenmengen transportiert.
    Wenn eine Limitierung auftritt, ist dies im Grunde eher eine Lizenzsache auf den Votingsystemen selber, die dann eben nur eine begrenzte Anzahl SMS pro Sekunde abarbeiten dürfen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Thomas4711
    Nicht ganz richtig, bei Televoting usw. werden die SMS nicht übers SMS-C gehandelt sondern über spezielle Voting-System, die vom SMS-C komplett getrennt nicht.
    Ein Engpass durch solche Voting, auch wenn es so Grossaktionen wie DSDS oder ähnlicher Unsinn ist, tritt nicht auf, die Netzkapazitäten sind für die paar Hunderttausen Mehr-SMS vollkommen ausreichend. Schließlich ist eine SMS max. 4xx Byte gross und in Mobilfunknetzen werden weit aus grössere Datenmengen transportiert.
    Wenn eine Limitierung auftritt, ist dies im Grunde eher eine Lizenzsache auf den Votingsystemen selber, die dann eben nur eine begrenzte Anzahl SMS pro Sekunde abarbeiten dürfen.


    Wie wirkt sich die Lizenz dieser Voting Systeme auf den votenden Bürger aus, ich würde sagen gar nicht.
    Kann nicht glauben dass das sendete Handy auf dieses Votign System wartet bevor es meldet dass die SMS abgeschickt wurde.


    Schutti

  • Zitat

    Original geschrieben von Thomas4711
    Wenn eine Limitierung auftritt, ist dies im Grunde eher eine Lizenzsache auf den Votingsystemen selber, die dann eben nur eine begrenzte Anzahl SMS pro Sekunde abarbeiten dürfen.

    Das wäre doch ein Grund mehr für Software in Richtung Freeware / GPL. ;)

  • Hallo,


    Zitat

    Kann nicht glauben dass das sendete Handy auf dieses Votign System wartet bevor es meldet dass die SMS abgeschickt wurde.


    Schlimmstenfalls wird die SMS abgewiesen oder verschwindet im Nirvana.
    Aber mach die keine Sorgen, die System sind ausreichend dimensioniert selbst für grössere Votingaktionen für z.b. den Euro-Song-irgentwas-Müll.


    Zitat

    Das wäre doch ein Grund mehr für Software in Richtung Freeware / GPL.


    Nö, kein Grund.
    Wer soll die Software entwicklen ? Wer soll den Support dafür übernehmen ? Wenn macht man verantwortlich und vor allem haftbar wenn es zu längeren Ausfällen kommt ? Die Liste liesse sich fortsetzen.
    Bei jedem System ist dies durch Verträge und Servicelevels geregelt. Hält sich der Hersteller bei Störungen nicht an die selbigen, gibt es einen auf die Mütze und im Wiederholungsfall werden da auch mal Vertragsstrafen fällig.


    Der störungsfreie Betrieb von Mobilfunksystem ist viel zu wichtig um dies in die Hände von Freeware / GPL zu legen, da geht es um verdammt viel Geld.

  • Hi,


    Zitat

    Original geschrieben von Thomas4711
    Nö, kein Grund.
    Wer soll die Software entwicklen ? Wer soll den Support dafür übernehmen ? Wenn macht man verantwortlich und vor allem haftbar wenn es zu längeren Ausfällen kommt ? Die Liste liesse sich fortsetzen.
    Bei jedem System ist dies durch Verträge und Servicelevels geregelt. Hält sich der Hersteller bei Störungen nicht an die selbigen, gibt es einen auf die Mütze und im Wiederholungsfall werden da auch mal Vertragsstrafen fällig.


    Der störungsfreie Betrieb von Mobilfunksystem ist viel zu wichtig um dies in die Hände von Freeware / GPL zu legen, da geht es um verdammt viel Geld.


    Die (natuerlich voellig zutreffenden) Anforderungen an Software fuer den Netzbetrieb widersprechen an und fuer sich nicht den freien Lizenzen. Will sagen, niemand koennte einem Hardware-Hersteller verbieten, aus freier Software ein Produkt zu bauen, und das dann zu verkaufen und die ganze Wartung drumherum gleich dazu (das wird an vielen Stellen ja schon so gemacht). Wenn man jetzt sich nicht unbedingt auf die GPL versteift sondern eine andere Lizenz aus der Opensource-Welt (zB BSD) heranzieht, muss man auch nicht sein Wissen offen legen.


    Ich denke mal, dass es an viel mehr stellen kleine Module gibt, die quelloffene Softwaere beinhalten, als wir uns vorstellen koennen.


    cu
    XlF

  • Hallo,


    Zitat

    Will sagen, niemand koennte einem Hardware-Hersteller verbieten, aus freier Software ein Produkt zu bauen, und das dann zu verkaufen und die ganze Wartung drumherum gleich dazu


    Ja, das ist klar und wird auch sicherlich so gemacht, zumindest in einzelnen Teilbereichen. Linux als Server-OS ist da genauso vertreten wie Software unter GPL, aber eben nur am Rande und in Bereichen, die weniger kritisch sind.


    Bei uns in der Firma wird kein Mensch auf die Idee kommen das Abrechnungssystem auf einem Linux-Cluster laufen lassen. Alleine die Portierung der Softwarelösung währe um ein vielfaches teurer als man in 10 Jahren an Lizenzkosten für SUN Solaris einsparen könnte. Das rechnet sich einfach nicht.


    Zudem betraff mein Beitrag zu den Lizenzen nicht die Software selber sondern die Softwarelizenz, welche eben nur ein bestimmte Anzahl von SMS / sec erlaubt, weil diese so eingekauft wurde. Will man mehr SMS / sec. verarbeiten, wird die Softwarelizenz teurer. Da ändert auf Freeware oder GPL nichts dran.



    Zitat

    Ich denke mal, dass es an viel mehr stellen kleine Module gibt, die quelloffene Softwaere beinhalten, als wir uns vorstellen koennen


    Da hast du Recht, mir fallen sogar mehrere ein.

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