Der allgemeine Kino - Thread

  • Zitat

    Original geschrieben von real_proximus
    Kann schon jemand was zu "Sweeney Todd" sagen?
    Ich schwanke noch, ob sich dafür das Kino lohnt oder die DVD auch reicht. Außerdem will da niemand mit mir reingehen :rolleyes:


    Gruß,
    Alexander


    Ich persönlich fand ihn großartig.
    Ich bin aber auch ein ausgesprochener Fan von der Depp/Burton Kombi.
    Ich hab ihn allerdings auf englisch angeschaut und kann mir auch nicht richtig vorstellen, daß das auf deutsch auch gut klingt...
    Nettes Detail: Wer die Harry Potter Filme kennt, wird viele bekannte Schauspieler sehen.

    "... infinity’s a great place to start"
    No Line on the Horizon - U2

  • Zitat

    Original geschrieben von seb99
    Ich persönlich fand ihn großartig. Ich bin aber auch ein ausgesprochener Fan von der Depp/Burton Kombi.


    Dito :).



    Sweeney Todd (Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickmann)


    Auch ich mag die Burton/Depp Kombos. Und auch hier funktioniert es. Der Film ist zu ca. 50% ein besseres Musical, aber zu großen Teilen funktioniert es. Depp und auch der Rest sprechen mehr als das sie singen, und das beeinflusst das ganze sehr.


    Nichtsdestotrotz dachte auch ich ab ca. der Hälfte des Films "verf***t nochmal, können die mit der Scheiße aufhören!" (meine Kollegen hassten es vom ersten Wort, das im Film bereits gesungen wird). Aber zum Glück gibt es auch Passagen in denen länger nicht gesungen wird.


    Insgesamt ein typischer Burton - gigantisches Set (düster, extrem dreckig, rau, z.tl. wunderbar überzogen), hervorragende Bilder und ein extrem guter Film/Kamera-Stil, unglaublich guter Depp (auch Carter weiß sehr zu überzeugen), gigantischer Score. Und er kommt mit einer der dicksten Portionen schwarzen Humors die ich kenne daher.


    Zum Schluss hin wendet sich das ganze und die Musical-Einlagen ergeben mehr Sinn und geben dem ganzen mehr Schuss, mehr Pepp. Das letzte Drittel des Film wirkt vielleicht gerade wegen dieser Einlagen so fantastisch und mitreisend.


    Insgesamt hätte ich gerne eine non-Musical Version gesehen, trotzdem macht der Film Spaß, reißt mit und schockiert einen.


    Zu beachten sei, das trotz aller z.tl. deutlichen Übertreibung doch sehr viel Blut spritzt und es z.tl. abartig und ekelhaft wird.



    ***** (5/5)



    Au revoir...

    "A day without laughter is a day wasted." - Charlie Chaplin


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  • Zu Sweeney Todd:


    Auf Deutsch klingt der Film auch gut, da der Gesang einfach mit Untertiteln wiedergegeben wird. Vom Musikalischen her natürlich perfekt, vom Lese-Nerv-Effekt her natürlich eher blöd.

  • Zitat

    Original geschrieben von Chris
    vom Lese-Nerv-Effekt her natürlich eher blöd.

    Aber ein singender David Nathan wäre noch schlimmer, glaub mir! :D

    Nachdem die meisten User, die unter supranasaler Oligosynapsie (und auch Morbus Bahlsen) leiden, hier endlich gesperrt worden sind, wage ich mal wieder den einen oder anderen Besuch hier...

  • No country for old men (Javier Bardem, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Woody Harelson)


    Ein Coen. Wer Ihre bisherige Filme nicht mochte sollte mit nicht allzu hohen Erwartungen rein gehen. Der Film ist auf der einen Seite minimalistisch (keine Musik, viele ruhige Momente und oft Szenen, in denen nicht gesprochen wird), auf der anderen brutal, einerseits mit der Coen-typischen Perfektion gedreht, andererseits aber auch rau und dreckig. Und alles, ab und zu, mit dem ebenso Coen-typischem schwarzen Humor versehen. Im Prinzip ist der Film nichts anderes als ein großes Duell zweier Männer - dies aber bis aufs Detail perfekt inszeniert.


    Eines sticht im ganzen Film hervor - Bardem überragt alle anderen Akteure und spielt DEN Killer schlechthin. Seit Hannibal Lektor hat mir keine Darstellung eines Verrückten so viel Angst und Erfurcht eingeflößt. Er trägt den ganzen Film und sorgt für z.tl. humorvolle, andererseits extrem brutale Momente. Er hat zurecht den Oscar bekommen und ich hoffe, weiteres von ihm zu sehen.



    Zwei Kritikpunkte gibt es leider doch.



    Der Film wird zurecht gelobt, v.a. Bardems Leistung wird mir noch länger in Erinnerung bleiben. Anschauen!



    ****° (4,5/5)




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  • Kommen wir zum 2ten, nicht umsonst hochgelobten, Highlight:



    There will be blood (Daniel Day-Lewis, Paul Dano)


    „I have a competition in me. I want no one else to succeed. I hate most people.“



    Dieses Zitat des Protagonisten ist Ausdruck genug - für den Hass, den Wahn, die Gier, die Daniel Plainview (der Hauptcharakter) täglich antreibt.


    Wer Paul Thomas Andersons Filme nicht gesehen hat, wird hier sicher einiges zu meckern haben. Der Film ist zuerst mal lang (2,5 Stunden) und erfordert ein wenig Sitzfleisch, er ist z.tl. ruhig (z.B. wird in den ersten hervorragenden 15 Minuten kein einziges Wort gesprochen), er ist aber ebenso faszinierend und beeindruckt mit grandiosen Bildern und einer excellenten musikalischen Begleitung, die die Stimmung und die Emotionen der Bilder perfekt wiedergibt und hervorragend verstärkt.


    Man sollte, ebenso wie bei "No country for old men", keinen klassischen Hollywood-Streifen erwarten, sondern eher einen Film kubrick'scher Art - PTA nimmt sich die Regierung G.W. Bushs und die z.tl. fanatische Religiosität der amerikanischen Gesellschaft vor und setzt ihr den Spiegel vor.


    DDL spielt wie bereits vermutet alle anderen Darsteller an die Wand (wobei Paul Dano hier ebenso excellente Arbeit leistet), der Oskar ist mehr als verdient gewesen. Die pure Gier, das Verlangen nach alleiniger Macht und der Hass auf alles andere als auch die Kaltblütigkeit gegenüber anderen Menschen als auch sich selber und seiner eigenen Familie spiegeln sich in einer brillianten Darbietung wieder, die evtl. bis auf einen DeNiro oder Pacino an Egozentrik ihres gleichen sucht. Selten wurde eine verlorene Seele, ein Ahab auf der Suche nach dem weißen Wal, gekonnter in Szene gesetzt.


    Mich hat der Film, noch mehr als "No country for old men", aufs äußerste fasziniert, da auch das Finale überzeugt und den Niedergang des Protagonisten (der bereits von der ersten Minute verloren war) gekonnt vollendet.



    Ein Meisterwerk.



    ***** * (6/5)

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  • Zitat

    Original geschrieben von DJ Wisdom
    Selten wurde eine verlorene Seele, ein Ahab auf der Suche nach dem blauen Wal, gekonnter in Szene gesetzt.


    Gibt es da eine Neuverfilmung? Klassischer Weise ist Moby Dick jedenfalls weiß.
    Nichtsdestotrotz danke für deine Kritiken, ich hoffe ja, dass ich auch noch dazu komme, mir die beiden Filme anzuschauen.

  • Gefixt :).



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  • Darjeeling Limited (Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwartzmann)


    Ein schöner, ein interessanter, ein witziger - und doch nachdenklicher Film. Wes Anderson inszeniert ein "andere" Zugreise, auf der viel passiert, und sich doch eigentlich alles nur um die 3 Brüder und ihr Zusammensein dreht. Wunderbare Bilder, ein Indien, das mal nicht nur als Arm, sondern als unglaublich reich an Kultur, an Tradition und Herzlichkeit dargestellt wird.


    Nichtsdestotrotz ist an Story nicht allzu viel zu erwarten - das, was aber an Substanz vorhanden ist wird herrlich erzählt und von 3 fabelhaften Schauspielern getragen.


    **** (4/5)




    Juno (Ellen Page, Jennifer Garner, Michael Cera, Jason Bateman)


    Zurecht, neben "No country for old men" und "There will be blood", das 3te Oscar Highlight.


    Ellen Page spielt für Ihre noch sehr jungen 18 Jahre formidabel, mit viel pesch-schwarzem Humor, Ironie und Situationskomik. Ich weiß nicht wie Marion Cotillard in "La vie en rose" spielt (hat den Oscar gewonnen), aber ich hätte den Oscar wahrscheinlich doch eher Ellen Page gegönnt. Ihre Performance ist unglaublich - anders kann ich es nicht beschreiben. Neben Ihr verblassen alle anderen Mitwirkenden.


    Der Film erzählt auf zutiefst witzige Weise die Geschichte einer 16-jährigen, die Aufgrund eines One-Night Stands schwanger wird und mit Ihrere Situation klar kommen muss. Anders als in anderen Filmen tut sie dies auf Ihre eigene, humorvolle und sehr lockere Weise, ohne Ihre Verantwortung gegenüber sich selbst und Ihrem Kind zu vernachlässigen.



    Besonders möchte ich empfehlen, denn Film auf englisch zu sehen, da ich von Freunden, die ihn auf deutsch gesehen haben, nur schlechtes gehört habe. Vieles an Humor kann man leider doch nicht 1:1 aus dem englischen übersetzen.


    Anschauen!



    ***** (5/5)





    Ich muss zugeben, das es in den letzten 3-4 Monaten doch einiges an hervorragenden Filmen gab. Einige davon sind definitive DVD (bei mir Blu-Ray) Kandidaten. Nach dem Fortsetzungshype letztes Jahr hoffe ich, das die Studios begriffen haben, das auch nicht auf puren Kommerz ausgerichtete Filme erfolgreich sein können. Weiter so.



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