Aus dem Hamburger Abendblatt:
Die Resterampe in Mannheim ist ein Pilotprojekt. Bewährt sich das Konzept, wird die Billigkette zusätzliche Filialen mit schwerverkäuflichen Toastern, T-Shirts und Filzpantoffeln im Süden Deutschlands eröffnen. Möglicherweise wird auch das Schwesterunternehmen Aldi Nord, das unter anderem in Hamburg aktiv ist, das Modell kopieren. "Wir schließen nicht aus, daß wir ebenfalls solche Märkte aufmachen werden", sagte eine Sprecherin dem Abendblatt.
Die Eröffnung des ersten Restpostenmarkts kommt dem Eingeständnis gleich, daß das Geschäft mit der vielbeworbenen Aktionsware bei weitem nicht mehr so gut wie früher läuft. Die Zeiten, in denen sich auch in Hamburg lange Schlangen bildeten, wenn es wieder einen der begehrten "Volkscomputer von Aldi" gab, sind lange vorbei.
"Da mittlerweile alle Discounter die sogenannten Non-Food-Artikel verkaufen, gibt es ein massives Überangebot", sagt Herbert Kuhn, Marktforscher bei Tradedimensions M+M Eurodata, dem Abendblatt. "Fahrräder gibt es zweimal pro Jahr bei allen Billigketten, aber wer braucht schon so oft ein neues Rad?"
Erstaunlich auch dies hier:
"Nach Informationen aus Branchenkreisen schiebt Lidl bei zwölf Milliarden Euro Jahresumsatz für 500 Millionen Euro unverkäufliche Ware aus Aktionen vor sich her. Branchenweit hat sich der Prozentsatz der Produkte, die bei wöchentlichen Sonderaktionen weggehen, von 80 auf etwa 70 Prozent reduziert. Dabei spielt auch das gesunkene Image der Non-Food-Artikel eine Rolle. Eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem vergangenen Jahr hatte ergeben, daß viele Kunden mit der Qualität der erworbenen Produkte nicht zufrieden sind. Die Studie über Elektroartikel hatte gezeigt, daß vier Fünftel der Kunden, die ein Gerät bei dem Discounter erworben haben, bei einem Ersatzkauf lieber zu einem anderen Produkt greifen. Fast die Hälfte bevorzugt dabei eine bekannte Marke. "
Neben Aldi hat bislang noch kein anderer Discounter angekündigt, eigene Resteläden einführen zu wollen. Üblicherweise wird zunächst versucht, die Ware zu reduzierten Preisen in den Filialen loszuschlagen. Auch wird geprüft, ob sich Waschlappen, Gartenscheren oder T-Shirts nicht noch im Rahmen einer anderen Aktion verkaufen lassen. Im schlimmsten Fall stellen die Händler Zelte vor den Filialen auf, in denen die Produkte dann angeboten werden.
erschienen am 14. April 2005 in Wirtschaft
War auch zu erwarten,so wie die Märkte den Markt mit Aktionsware überschwemmen... ![]()