Müllstreik - Miete reduzieren ?

  • Wenn sie "nicht mal stören", dann liegt vermutlich gar kein Mangel im Sinne des Mietrechts vor. :rolleyes:


    Es muss schon eine nicht nur unerhebliche Beeinträchtigung gegeben sein. M.E. könnte das etwa in größeren Wohnanlagen eintreten, wenn sich z.B. der Müll von zahlreichen Bewohnern vor den Fenstern eines Mieters im Erdgeschoss stapelt.


    Dass in einem solchen Fall eine spürbare Beeinträchtigung der Nutzungsmöglichkeit eintreten kann, dürfte klar sein. Und dann ist die Frage danach, wer diesen "Schaden" tragen soll, durchaus legitim (und vom Gesetz auch eindeutig beantwortet).

  • Printus, das sind aber immer die gleichen Leute, die auf solche Ideen kommen. Nämlich die, die es toll finden, ihre Loop-Karte per XXL "aufzuladen", oder die UMTS-Datenflatrate jeden Tag bis zum Abregeln auszuschöpfen, und generell alles abgreifen und mitnehmen, was irgendwie geht. Herr Schröder hat das mal "Mitnahmementalität" genannt, und obwohl ich sonst kaum seiner Meinung bin, hat er damit voll ins Schwarze getroffen.


    Wenn einer meiner Mieter damit ankäme, wäre der in Nullkommannichts draussen, so ein Asipack *sorry* kann keiner gebrauchen.

  • Mal wieder eine sehr differenzierte und ausgewogene Äußerung zum Thema. :top: :rolleyes:


    Auf diesem Niveau könnte man auch argumentieren, dass ein Vermieter, der trotz geminderter (nicht vertragsgerechter) Wohnqualität die volle Miete verlangt und nicht freiwillig auf einen Teil verzichtet, eine - um Deine Worte zu verwenden - "Mitnahmementalität" an den Tag legt sich somit als "Asipack" outet. :rolleyes:


    Vermutlich sind das dann auch die Vermieter, die "es toll finden, ihre Loop-Karte per XXL "aufzuladen", oder die UMTS-Datenflatrate jeden Tag bis zum Abregeln auszuschöpfen, und generell alles abgreifen und mitnehmen, was irgendwie geht". :D

  • Nein. Ich sehe das deshalb anders, weil ich versuche, Situationen sachgerecht zu bewerten und mich nicht damit begnüge, sie und die betroffenen Personen schematisch in irgendwelche vorgefertigten "Schubladen" zu stecken.

  • Und mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass der Vermieter aber auch gar nichts mit meinem Müll zu tun hat. Ich habe nen Mietvertrag für ne Wohnung, aber der Müll wird von so Leuten in Orange abgeholt. Und die bezahle ich dafür. Wenn ich dem Mieter jetzt Geld abziehe, dann triffts den falschen.


    Aber das werden nur normale Leute nachvollziehen können, keineswegs Juristen. :D

  • Es gibt auf allen Seiten und allen Ebenen "Abzocker", die ohne Wenn und Aber alles mitnehmen, was geht.


    Die wichtige Frage dabei ist doch immer: was "lohnt" sich wirklich für mich?
    Ist der finanzielle Vorteil so gut daß ich dafür das Verhältnis zum Vermieter riskieren möchte? Oder versaue ich mir für die Zukunft jedes Entgegenkommen des Vermieters indem ich jetzt mal kurzfristig 20 EUR spare?


    Oder kann man ruhig eine Mietkürzung vornehmen weil das Verhältnis eh schlecht ist oder der Vermieter einen auch ständig abzockt...?


    Das muß jeder für sich selber und seine Situation abwägen. Allerdings dürfte es hier meistens um relativ kleine Beträge gehen, die man sparen wird, und ich denke mal daß die meisten Leute ein halbwegs gutes Verhältnis zum Vermieter haben. Insofern dürfte es in den meisten Fällen geschickter sein die Möglichkeit zur Mietkürzung nicht kurzsichtig hinzunehmen und für den Preis einer Pizza das Verhältnis zum "Gastgeber" zu versauen...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Und mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass der Vermieter aber auch gar nichts mit meinem Müll zu tun hat. Ich habe nen Mietvertrag für ne Wohnung, aber der Müll wird von so Leuten in Orange abgeholt. Und die bezahle ich dafür. Wenn ich dem Mieter jetzt Geld abziehe, dann triffts den falschen. ....


    Es kann den Falschen treffen oder auch nicht. Wenn man die Müllgebühren direkt an den Müllentsorger bezahlt, dann hat man selbstverständlich kein Recht die Miete zu mindern, denn man würde tatsächlich den Falschen treffen. Zahlt man aber für die Müllentsorgung über die Nebenkosten, dann hat man wohl ein Recht zu mindern und man trifft den Richtigen. Der Vermieter kann sich seinerseits dann gegenüber dem Entsorger weigern die Gebühren zu zahlen, ggf. Schadensersatz verlangen.


    Jedenfalls ist grundsätzlich nicht einzusehen, daß für eine Dienstleistung Geld bezahlt werden soll, die nicht ausgeführt wird. Dies sagt mir mein gesunder Menschenverstand und dies hat auch nichts mit Abzocke, "Geiz ist Geil" oder Mitnahmementalität zu tun.


    Gruß


    muli

  • muli: Dann zieh eben die 2,66 Euro von den Nebekosten ab, streichle Deinen gesunden Menschenverstand und lebe ab dann im Krieg mit dem Vermieter oder den Nachbarn, weil grössere Sanktionen seitens des Vermieters stattfinden. Beispiel: Geduldete Nutzung eines Kellerraumes als Trocknerraum. Vermieter denkt sich: "Ihr Penner!" und weg ist der Raum, Schloss davor. Da freut sich das ganze Haus drüber. Sowas habe ich in ähnlicher Form selber erlebt, da gabs auch ganz viele "Schlauberger", die irgendwo immer Recht hatten

  • Hallo , Miete kürzen ist IMHO eine schlechte Idee, oder liegt der Müll in der Wohnung, wohl kaum und wenn doch , bring ihn raus.
    Es würde aber den Gewerkschaften ein ordendliches Loch in ihre Streikkasse reißen, wenn sie für die Schadensersatzforderungen aufkommen müssten.
    Vielleicht überlegen die sich das dann beim nächsten Mal, ob sie wieder streiken. Ich würde den Stadtwerken für die Streikzeit sowieso kein Geld bezahlen und mehr auf private Entsorger setzen , wie es in einigen Bundesländern bereits geschiet.
    Zu deutsch : ich bin für die totale Privatisierung der städtischen Dienste.
    Also, Entsorgung, Busse und Nahverkehr, außer natürlich Polizei, Justitz und Ämter.
    M.

    "Die, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu bekommen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit." Benjamin Franklin

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