Das ist doch eine sinnlose Streiterei! Wie oft muß man denn noch erwähnen daß mal hier das eine Netz, und da vielleicht ein anderes gut ausgebaut ist? Diese pauschalen Aussagen "XY hat ein schlecht ausgebautes Netz." sind doch genauso uralt wie unsinnig.
Aber mal etwas anders. Man muß auch mal sehen daß es die Discounter sehr einfach haben gute Preise zu machen, denn die satteln ja nur auf eine bestehende Technik der Netzbetreiber auf. Würden Simyo, Simply, Tchibo, Penny, Aldi und wie sie alle heißen eigene Masten aufstellen müssen wären die Preise da auch ganz anders.
Insofern habe ich erstmal Verständnis daß es für die No frills natürich einfach war/ist sich als kleiner Nischenanbieter hinzustellen, der nur eine handvoll Kunden haben will - nur so viele daß der Netzbetreiber, der sein Mobilfunknetz dazu zur Verfügung stellt, nicht den Eindruck hat Kunden durch den Billiganbieter zu verlieren, sondern im Gegenteil durch eine Billigmarke unter dem eigenen Dach noch zu profitieren.
Als Kunde kann ich natürlich einfach nur Minutenpreise und Grundgebühren vergleichen und feststellen daß die No frills-Anbieter fast immer preiswerter sind als der Netzbetreiber. In Zeiten knapper Kassen und hoher Arbeitslosigkeit und auch weil unsere Mobilfunkpreise eh sehr hoch sind, im Vergleich mit dem Ausland, ist es legitim wenn der Verbraucher dann lieber zum Billiganbieter geht, bei dem er im gleichen Netz genauso gut telefonieren kann.
Nur muß man als Verbraucher dann auch sagen: wer nicht die höheren Gebühren der Netzbetreiber zahlen möchte, darf sich nicht beschweren daß die Mobilfunknetze hier oder da mal nicht gut ausgebaut sind. Wie gesagt, Aldi und Co. sorgen nicht dafür daß E Plus mehr Sendemasten bekommt...
Man sollte also unabhängig von den konkreten Preisen in diesem oder jenem Vertrag auch sehen daß zu angenehmem mobilen telefonieren doch ein bißchen mehr gehört als einfach nur ein preiswerter Discounter, der sich in irgendeinem Netz draufsattelt.
Im übrigen fallen auch die Preise der Netzbetreiber. Vielleicht nicht so rasant wie bei den Discountern, aber letztlich müssen sich auch die teuren Anbieter bewegen, bzw. wenn sie es nicht tun und alle zu den Preiswert-Anbietern rennen "stirbt" irgendwann der Netzbetreiber - und der Billiganbieter aber auch, weil seine Betriebsgrundlage weg ist.
Ich verstehe auch daß ein Netzbetreiber, der vor 1, 2 Jahren die doppelten Gebühren verlangen konnte, jetzt erstmal schauen muß wie er sich bei immer weiter fallenden Einkünften durch Flatrates oder den Kostendruck durch die Discounter weiter finanzieren kann.
Natürlich vergleiche ich als Verbraucher auch die Preise und frage mich auch warum ich bei Netzbetreiber A das Doppelte bezahlen soll wie bei Discounter B, der im selben Netz alles anbietet, was ich brauche. Ich sehe aber andererseits auch über den Tellerrand und bin mir darüber klar daß Dinge einen gewissen Wert haben, finanziert werden müssen, und ein "Hauptsache billig, am besten kostenlos" nicht funktionieren kann.
Wir alle möchten leben, mit unseren Jobs gutes Geld verdienen, ohne ständig im Vergleich mit dem billigsten Billiganbieter stehen zu müssen. Man sollte nicht völlig überhöhte Preise zahlen, aber auch verstehen daß manche Dinge ihren Wert haben und fair bezahlt werden müssen, und das kann nicht gehen wenn jeder immer nur den kurzfristigen Nutzen durch den absolut günstigsten Preis sieht aber nicht bereit ist sich auch Dinge wie Service, Forschung, Entwicklung, nachhaltige Denkweise usw. etwas wert sein zu lassen.
Es geht mir da weniger um konkrete Zahlen und "wieviel zahle ich hier zuviel oder da zu wenig", sondern mehr darum daß sich in den Köpfen die Einstellung verändert daß es alleine nur um den Preis geht. Wir müssen uns heute auch Gedanken darum machen daß neben dem Preis auch weitere Faktoren in Kaufentscheidungen einfliessen müssen, weil wir uns sonst langsam aber sicher kaputt rationalisieren.