Grundschullehrer - eure Meinung!

  • Zitat

    Original geschrieben von Muffin-Baker
    Ich studiere zur Zeit Mathematik in Niedersachsen.


    Naja, dann würde ich auf jeden Fall auf Lehramt umstellen, sofern du nicht vor Mathe flüchtest. Aber ob es unbedingt Grundschule sein sollte? Nimm doch lieber Sek I oder noch besser II. Da sind die "Kinder" schon teilweise "erwachsen". Und überhaupt als Beamter auf Lebenszeit lebt es sich wesentlich besser als wenn man z. B. als Mathem. in der Versicherungsbranche etwas durchkalkulieren "darf".

  • Ich habe da auch Einblick; das Grundschullehramt ist kein Zuckerschlecken. Ein Praktikum ist Pflicht, um hier eine sinnvolle Entscheidung zu treffen.
    Die Schülerzahlen können jenseits der 30 liegen, was wirklich schwer zu bändigen ist. Eine phlegmatische Ader kann hier ausnahmsweise sogar ein Vorteil sein. Dazu kommt noch, dass der Druck der Eltern in den letzten Jahren zugenommen hat. Die gesellschaftlichen Verteilungskämpfe wurden in die Schulen getragen, bei der Frage, ob ein Kind aufs Gymnasium übertreten soll, wurden (zumindest hier in Bayern) schon Anwälte eingeschaltet. Da sitzt man als Lehrer schnell mal zwischen den Stühlen. Positiv ist am Grundschullehramt, dass man zumindest in Bayern meines Wissens als Lehrer selbst festlegen kann, wie viele Stunden man im Schuljahr pro Woche arbeiten will. Das heißt, man kann auch weniger arbeiten und eine geringere Bezahlung in Kauf nehmen. Genauso ist es möglich, als verbeamteter Lehrer eine mehrjährige Auszeit (z.B. wegen der Kinder) zu nehmen und dann ohne größere berufliche Nachteile wieder einzusteigen.


    Gegen das Lehramt spricht, dass man mit Mathe momentan auf dem normalen Arbeitsmarkt recht gute Berufsaussichten hat, während nicht alle Referendare übernommen werden.


    Ich würde auf jeden Fall Mathe auf Diplom fertig studieren und versuchen, die Pädagogikscheine nebenbei zu machen. Dann bleibt der Weg in einen anderen Beruff offen. Man sollte nicht vergessen, dass nur die wenigsten Lehrer bis zur Pension durchhalten. Verfrühtes Ausscheiden wegen Krankheit ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Achja, und man ist natürlich extrem unflexibel wenn man das Bundesland wechseln will. So ist es z.B. einfacher, als ausgebildeter österreichischer Lehrer in Bayern eine Stelle zu bekommen, als als Niedersachse. Das kann Ärger geben, wenn der Lebenspartner wo anders hin muss...

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Ich habe da auch Einblick; das Grundschullehramt ist kein Zuckerschlecken. Ein Praktikum ist Pflicht, um hier eine sinnvolle Entscheidung zu treffen.
    Die Schülerzahlen können jenseits der 30 liegen, was wirklich schwer zu bändigen ist. Eine phlegmatische Ader kann hier ausnahmsweise sogar ein Vorteil sein.


    Genau deswegen Sek. II.


    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Gegen das Lehramt spricht, dass man mit Mathe momentan auf dem normalen Arbeitsmarkt recht gute Berufsaussichten hat, während nicht alle Referendare übernommen werden.


    Wenn man nicht Beamter auf Lebenszeit wird, würde das niemand machen!


    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Ich würde auf jeden Fall Mathe auf Diplom fertig studieren und versuchen, die Pädagogikscheine nebenbei zu machen. Dann bleibt der Weg in einen anderen Beruff offen. Man sollte nicht vergessen, dass nur die wenigsten Lehrer bis zur Pension durchhalten. Verfrühtes Ausscheiden wegen Krankheit ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.


    Ist aber dank des Beamtenstatuses alles nicht schlimm! Da kann man sich gut ein paar Jahre krankschreiben lassen ohne gleich rausgeschmissen zu werden.


    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Achja, und man ist natürlich extrem unflexibel wenn man das Bundesland wechseln will. So ist es z.B. einfacher, als ausgebildeter österreichischer Lehrer in Bayern eine Stelle zu bekommen, als als Niedersachse. Das kann Ärger geben, wenn der Lebenspartner wo anders hin muss...


    Deswegen habe ich ja auch nach dem Bundesland gefragt! :rolleyes:


    Ein Niedersächsischer Landesbeamter ist nun einmal Beamter des Landes Niedersachsen und nicht von NRW oder Hamburg, kein Wunder! :rolleyes:

  • Ich widerspreche dir ja nicht, mannesmann. Wir hatten unsere Beiträge gleichzeitig verfasst, deswegen die Überschneidungen...


    Aber du wirst mir doch zustimmen: absurd ist diese Regelung mit den Beamten auf jeden Fall, besonders, wenn man sieht, wie wegen des EU-Rechts sogar Bewerber aus den Nachbarländern bessere Karten haben, als Bürger aus anderen Bundesländern.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von rajenske
    - Arbeitszeit immer um die 60 Std. pro Woche in Schulzeiten in 7 Tagen pro Woche (Neben Unterricht und Vorbereitung: Konferenzen, "Eventplanung", langfristige Konzeptionen, viele Gespräche mit Eltern, Jugendamt, Beratungsstellen, Förderschullehrern usw., Fortbildungen, Materialsichtung u.a.) . In den Ferien weniger und größtenteils selber einteilbar. Da auch viel vom eigenen Engagement der Lehrer abhängt,hier ein Einschätzung: Sie liegt da so im Durchschnitt ihrer Kollegen, ein paar "Faulere" gibt es in jedem Betrieb.


    tut mir leid aber das ist ja wohl nicht glaubwürdig.
    60 stunden / pro woche als grundschullehrerin.
    das ist absolute übertrieben und unrealistisch, ich selbst kenne 2 grundschullehrerinnen.
    wieviel von diesen studen bekommst du denn nicht nur aus erzählungen mit ? 60h/ woche, das sieht mir start nach selbstmarketing aus!

  • Zitat

    Original geschrieben von BaWL
    tut mir leid aber das ist ja wohl nicht glaubwürdig.
    60 stunden / pro woche als grundschullehrerin.


    Ist leider so.

    Zitat

    das ist absolute übertrieben und unrealistisch, ich selbst kenne 2 grundschullehrerinnen.
    wieviel von diesen studen bekommst du denn nicht nur aus erzählungen mit ?


    Ich bekomme jeden Abend und Wochenenden mit und noch mehr. Miteingerchnet sind aber auch Telefonate mit Kollegen, bei denen es 10 min um privates, und dann 30 min um bestimmte Schüler geht. Sie ist auch noch im Fortbildungsbereich sehr aktiv, aber jeder hat da seine unterschiedlichen Schwerpunktgebiete. Keine Ahnung, was bei deinen 2 Bekannten abläuft, ich kenne auch noch andere ;).


    Es wäre gerade für die Threaderstellerin vermutlich interessant, sich also nicht nur den Schulalltag anzusehen, sondern mal wirklich eine (vernünftig arbeitende) Lehrerin mal eine Woche komplett zu begleiten. Aber wer will das schon - auf beiden Seiten? ;)

    Mit Grüßen ...

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Aber du wirst mir doch zustimmen: absurd ist diese Regelung mit den Beamten auf jeden Fall, besonders, wenn man sieht, wie wegen des EU-Rechts sogar Bewerber aus den Nachbarländern bessere Karten haben, als Bürger aus anderen Bundesländern.


    Das gilt nicht nur für Lehrer sondern auch für andere Berufe. Ein Österreicher kann leichter Psychotherapeut in Deutschland werden als ein Deutscher! :rolleyes:


    Sorry for OT!

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