Seid ihr auch so pingelig bei Verarbeitungsfehlern an Handys?

  • Ja, das kenne ich auch, versuche es aber zu unterdrücken, da man sonst richtig arm wird. Man darf einfach nicht erwarten, dass ein Gerät, welches unter Serienbedingungen gefertigt wurde, perfekt ist. Die Serie verlangt, dass es billig ist, billig und nochmal billig. Da geben sich die Premium-Hersteller nicht viel, zu denen Samsung auf jedenfall zählt. Man strengt sich zwar an, aber Kunststoffteile bleiben Kunststoffteile, die immer mit gewissen Abweichungen und Schönheitsfehlern auf den Markt kommen. Anders wäre es nicht bezahlbar.


    Wenn ich durch meinen Berufsalltag mal mundgelutschte und perfekte Prototypenteile aus Kunststoff oder Metall bekomme, sind die zwar wie vom Goldschmied, kosten aber soviel wie ein Vertu. Wenn man ein echter Qualitätsfetischist ist, muss man sich seine Geräte in Einzelanfertigung von einem begabten Künstler oder Goldschmied machen lassen, vier- oder fünfstellige Preise dafür bezahlen, und glücklich sein. Ein in Serie zu millionenstückzahlen gefertigtes Produkt kann nicht perfekt sein, denn das könnte keiner bezahlen.

  • Also ich hab es auch mit den Handys, habe 5 verschiedene von 4 Herstellern.
    Und ich muss sagen, dass das Problem beim Kaufpreis und der moeglichen Anwendungen liegt, d.h. je teurer und mehr "Ausstattung" ein Handy hat, desto pingeliger ist man.


    Bei meinem neuen N73 mach ich mir mehr Gedanken, als bei meinem neuen Motofone F3, aber das eine Kostet 10 Euro und das andere mehrere 100 Euro!


    Klar gibt es auch Leute, die oberpingelig mit dem Motofone sind, aber doch wohl eher die Ausnahme.


    Man verschmerzt eventuelle Kratzer und Verarbeitungsfehler bei "guenstigen" Handys, nicht jedoch bei Highend-Geraeten.


    Naja, so denke ich zumindestens.


    MfG

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Man darf einfach nicht erwarten, dass ein Gerät, welches unter Serienbedingungen gefertigt wurde, perfekt ist. Die Serie verlangt, dass es billig ist, billig und nochmal billig. Da geben sich die Premium-Hersteller nicht viel, zu denen Samsung auf jedenfall zählt. Man strengt sich zwar an, aber Kunststoffteile bleiben Kunststoffteile, die immer mit gewissen Abweichungen und Schönheitsfehlern auf den Markt kommen. Anders wäre es nicht bezahlbar.


    Das sehe ich anders. "Billig" ist relativ - keiner von uns rennt mit 10 EUR-Prepaid-Bundle-Handys herum, sondern wir hier haben alle neuwertige High-End-Geräte, die viele hundert Euro kosten. Egal ob über einen Vertrag finanziert oder komplett bezahlt, das sind Geräte für richtig viel Geld und da erwarte ich eine akkurate Verarbeitung als Grundlage. Alles andere ist bei den Preisen inakzeptabel.


    Innen drin steckt modernste, komplexeste Hochleistungstechnik mit dutzenden Schnickschnack-Funktionen, die selbst ein Freak nicht ausreizen wird. Dann erwarte ich dass auch äußerlich präzise Verarbeitung geliefert wird!


    Früher ging es auch, wenn man ein Siemens S25 oder ein Nokia 6310 in der Hand hatte, das waren solide verarbeitete Geräte aus dickem Kunststoff mit untadeliger Paßform und keine Joghurtbecher, bei denen die Tastaturbeleuchtung mehr durch den Kunststoff leuchtet als in den Tasten. Es ging früher, da gab es Geräte, die wie aus einem Block gefräst daher kamen und die stabil funktionierten!


    Und so eine Verarbeitung setze ich auch heute vorraus wenn ich für ein Gerät 500 EUR auf den Tisch lege!
    Gerade das Beispiel Samsung zeigt ja auch dass eine im Vergleich mit anderen Herstellern zumindest halbwegs gute Verarbeitung durchaus machbar ist. Ein Kunde, der 500 EUR in ein Handy investiert, wird auch noch ein paar Cent mehr hinlegen wenn dafür die Qualität der Verarbeitung stimmt. Dann sollte man lieber irgendwelche utopischen Sinnlos-Funktionen einsparen, aber nicht bei den Basics schludern.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Also ich muss echt sagen dass ich bis jetzt eigentlich immer Glück hatte und nie Probleme hatte. Egal ob Nokia, Panasonic oder Siemens. alle waren gut verarbeitet.
    Dass sich nach einer Weile Gebrauchsspuren zeigen ist ja klar.
    Viele die Probleme mit einem Modell hatten konnte ich mit dem geichen Modell nicht nachvoll ziehen. Einzig die Software beim 6230i hängte sich nach ein paar Wochen auf sodass es zum NSC musste. Das dauerte dort nur ne halbe Stunde und ich hatte es wieder.

  • Hallo,


    wenn ich 8810, 8850 und 8910i mit heutigen NOKIA Geräten vergleiche, dann sind die zum Teil schon besser als die neuen. Wenn ich da an N70 oder so denke, da sind die Kanten und der Kunststoff nicht so toll.


    Und das N70 war ja damals als es neu war auch nicht billig.


    ZEUS

  • Werde den Eindruck nicht los, dass die Verarbeitung der meisten Geräte mal besser war.


    Man hat ja Grantie etc. aber das ist im Zeitalter des Versandhandels (bestelle nahezu nur online) irgendwie nicht mein Ding, mein Gerät einzuschicken, nicht zu wissen wann ich es wiederbekomme etc.
    Was folgt also? Man lässt sich schnell abschrecken bei zukünftigen Käufen. Persönlich habe ich die schlechtesten Erfahrungen mit Nokia gemacht, also versuche ich einen Nokia Kauf zu vermeiden, auch wenn mich die inneren Werte vielleicht überzeugen.


    Bei mir ist es außerdem so, dass wenn ich mich anfangs bereits über etwas ärgere, dann wird es mit der Zeit noch schlimmer. Also trotz Anfangseuphorie eben wieder abstoßen das Teil.


    Bei den Preisen kann man eine solide Verarbeitung einfach vorraussetzen.

  • Printus: Ich kann dich einerseits verstehen, dass du für Deine 500 Euro ein untadeliges Gerät haben möchtest. Aber solange Entwicklung, Konstruktion und Marge einen großen Teil der 500 Euro verschlingen, wirst Du kein perfektes Gerät bekommen. Wenn Du allerdings 500 Euro ausgibst, um ein perfektes Kunstoffgehäuse mit Dummy-Tasten und Dummy-Display zu erhalten, wirst du ein perfektes Gerät erhalten, wo alle Maße stimmen und kein Licht durchscheint und nichts knarzt.


    Der Irrglaube ist, wenn man 500 Euro bezahlt, dass man dann ein Gerät erwarten kann, wo 200 Euro in der Fertigung stecken. Das ist bei Handies niemals so.


    Eine grobe Schätzung eines 500 Euro-Handies:
    100 Euro Marge für alle (Hersteller, Zwischenhändler etc)
    30 Euro Fertigungskosten
    100 Euro Teilekosten
    100 Euro Forschung und Entwicklung
    50 Euro Rücklagen für 6 Monate Gewährleistung in Deutschland + 18 Monate Garantie
    der Rest sind Nebensachen, Werkzeugkosten, Sonstiges


    Wie Du siehst, sitzt kein grauhaariger alter Mann mit Monokel an seiner Schreibtischlampe und schnitzt Dir in monatelanger Handarbeit das perfekte Handy. Das wird innerhalb weniger Minuten zusammengekloppt und in mehr oder weniger perfekt passende Kunststoffteile eingepasst.


    Wenn Du das nicht glaubst, einfach mal die Branche wechseln und ein Kunststoffgehäuse konstruieren. Merksatz: "Kunststoff ist nur mit Alkohol zu ertragen." Oder auch sehr beliebt: "Wer Kunststoff kennt, nimmt Stahl".

  • Dann sind 100 EUR für Forschung und Entwicklung und 30 EUR Fertigungskosten eben falsch angelegt weil im Mißverhältnis zueinander.


    Da werden nämlich inzwischen von 90 EUR der Entwicklung Techniken erfunden, die eigentlich keiner braucht, jedenfalls jetzt und hier nicht, und die noch dazu oft unausgereift sind. Die Grundfunktionen, die man tatsächlich braucht, gibt es seit Jahren und ein paar zusätzliche Gimmiks sind ja auch nett, aber das darf nicht zu Lasten der allgemeinen Qualität gehen.


    Als Endkunde interessiert mich was ich für mein Geld faktisch bekomme und da ist eine solide Verarbeitung eine Grundlage, die bei einem mobilen Gerät, das man noch dazu ausgerechnet "draussen" nutzt, nichts wo Zugeständnisse gemacht werden können. Solidität muß normalerweise eine Grundvorraussetzung sein, über die man sich eigentlich erst gar keine Gedanken machen müßte.


    Wie die Hersteller das hinkriegen interessiert mich am Ende wenig, weil ich zahle teures Geld um dafür eine entsprechende Qualität zu bekommen - und die bekomme ich seit langem nicht mehr. Ich bekomme Joghurtbecher in unterirdischer Haltbarkeit und Verarbeitung und mit anfangs instabiler Software. Ich finde das "unentschuldbar". Ein Hersteller, der meint es nicht besser machen zu können, hat nicht verstanden worauf es eigentlich ankommt.


    Die können sich das nur leisten weil sie alle gleich schlecht sind und der Kunde gar keine andere Wahl hat als Schrott zu kaufen...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Schließe ich also daraus, dass ich mich nun mit meiner 2mm-Abschürfung zufrieden geben kann/soll, da wohl jedes Gerät aufgrund der Serienfertigung einen Fehler haben wird, der mich früher oder später wieder genauso stören wird? (Bitte sagt JA :p )


    Ich finde ja auch nicht, dass mein D900 insgesamt schlecht verarbeitet ist, ganz im Gegenteil. Das Teil ist echt klasse und hat auch nen tollen Slider. Was mich nervt, ist immer diese doofe Aufwand, den man betreiben muss, um evtl. ein perfektes Handy zu bekommen...

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