s: Meinungen,Gedanken, Hilfe und Anregungen beim Aufbau einer fiktiven Seniorenreside

  • Moin liebe Leute,



    im Rahmen meiner Fortbildung haben wir eine Gruppenaufgabe bekommen. Um meinen Beitrag dazu möglichst gut abzuliefern,dachte ich an TT,da hier ja „Profis“ für alles rumlaufen. Eigentlichwollte ich nur zu Punkt 2 etwas fragen,aber vielleicht hat ja auch jemand etwas zu den anderen Punkten konstruktiv beizutragen. Um den wahrscheinlich bald aufkommenden Stimmen
    den Wind aus den Segeln zu nehmen:“ Nein,ich möchte mir nicht von anderen die Aufgabe lösen lassen. Ich möchte einfach fruchtbare Anregungen und Informationen erhalten,da ich relativ „fachfremd“ bin.“


    Man ist Mitglied einer Erbengemeinschaft eines Schlosses,das z.Zt. vermietet ist. Der Mietvertrag geht noch 4 Jahre. Der Mietpreis liegt unter der Kostendeckung und der Mieter kann bald evtl. nicht mehr seine Miete bedienen, somit ist eine vorzeitige Vertragsauflösung aus der Sicht der Erben nicht uninteressant,wenn sie es selber gewinnbringend nutzen könnten.
    Das Gebäude soll nicht verkauft werden.,sondern selber genutzt werden.
    Das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig.


    Ich bin nun ein Diplom-Pflegepädagoge und möchte ein Konzept entwickeln, das vorsieht, dass das Schloss als Seniorenresidenz umgebaut werden soll. Teils für Selbstzahler, teils für Leute wo die Sozialversicherung die Kosten trägt.



    Zitat

    Aufgabe 1: Rechtsform:


    welche Rechtsform währe sinnvoll. Die Miterben wollen
    sich nicht am Tagesgeschäft beteiligen,ich soll das Tagesgeschäft übernehmen. Sie wollen nur bei „grundlegenden Dingen“ mitentscheiden“.


    Hier schwebt mir eigentlich nur eine GmbH vor, und ich als Geschäftsführer. Durch die Gesellschafterversammlung können die anderen bei den wichtigen Sachen mitbestimmen.


    Zitat

    Aufgabe 2: (und die war eigentlich mein Anstoss zum Posting,da wir das nie behandelt haben)


    Eine Beratungsfirma soll beim Aufbau hinzugezogen werden. Ich soll ein Anforderungsprofil mit folgenden Punkten erstellen:
    in welchen Rechtsbereichen muß die Firma Kompetenz mitbringen?
    Welche Kompetenzen müssen im EDV-Bereich vorhanden sein?
    Welche Kompetenzen und Erfahrungen sollen im Bereich des Organisationsmanagements vorhanden sein?


    da dachte ich mir:
    rechtliche Anforderungen: Heimrecht, Pflegerecht,
    EDV-Bereich: Netzwerke, keine Ahnung, imho sind ide Anforderungen an die EDV bei ner Seniorenresidenz überschaubar ;)
    Organisationsmanagement: auch hier steh ich auf dem Schlauch.
    Wozu solte ich hier extra ne Beratungsfirma bezahlen? Hat jemand so etwas (o.Ä.) mal in der Praxis durchgemacht?



    Zitat

    3. Was für eine Marketingstrategie ist empfehlenswert? Was beinhaltet sie und was für konkrete Vorschläge habe ich ?


    Kennt jemand gute Seiten,wo es eine Übersicht dazu gibt? Wir hatten zwar Marketing, aber verschiedene Strategien sind mir nicht bekannt :confused:




    greetz

  • Warum frägst du nicht den, der euch die Aufgabe gestellt hat? Der wird wohl am besten wissen, was er damit gemeint hat...
    Ich verstehe

    Zitat

    Welche Kompetenzen und Erfahrungen sollen im Bereich des Organisationsmanagements vorhanden sein?


    so: Du sollst eine Firma finden, die den Betrieb des Pflegeheimes übernimmt. Da davon auszugehen ist, daß keiner der Erben (auch nicht du) sich mit dem Betrieb einer solchen Einrichtung auskennt, müssen Fachleute hinzugezogen werden. Und die sollst du auswählen bzw das Anforderungsprofil erstellen.
    Oder hab ich da jetzt nen :gpaul: :gpaul:
    Imho ganz schön umfangreich diese Aufgabe, ich hoffe, ihr habt genug Zeit??

  • Moin,



    "ich" soll als einziger Erbe mich um das Tagesgeschäft kümmern.


    Zitat

    Die Miterben wollen
    sich nicht am Tagesgeschäft beteiligen,ich soll das Tagesgeschäft übernehmen. Sie wollen nur bei „grundlegenden Dingen“ mitentscheiden“.


    Die Beratungsfirma soll insbesondere beim Aufbau der Residenz helfen.
    Danach soll mein virtuelles ich die Leitungsfunktion wohl übernehmen.
    Diese drei Aufgaben sind weniger als 1/3 der Gesammtaufgabe, die wir innerhalb von zwei Wochen neben der Vollzeitschule lösen dürfen.


    greetz & thx

  • Zitat

    "ich" soll als einziger Erbe mich um das Tagesgeschäft kümmern.


    Aha. Daß du keine ahnung davon hast, ist egal? Wie realistisch... Dann kannst du ja auch gleich deine nach wenigen Monaten anstehende virtuelle Verhaftung mit einbauen in dein Spiel. :D:D Imho ist es eher unrealistisch, solch eine Einrichtung ohne Ahnung davon leiten zu können/dürfen.




    Zitat

    Diese drei Aufgaben sind weniger als 1/3 der Gesammtaufgabe, die wir innerhalb von zwei Wochen neben der Vollzeitschule lösen dürfen.


    Memo an mich: Nie wieder Schule besuchen!

  • Moin,



    im Moment tendiere ich doch eher zur GmbH § Co. KG.

    Zitat

    Der Kommanditist ist im Regelfall von der Geschäftsführung ausgeschlossen; er kann lediglich bei außergewöhnlichen Geschäften sein Widerspruchsrecht ausüben(Quelle wikipedia.de)


    Kann mir jemand erklären,was außergewöhnliche Geschäfte sind? Meint Ihr,das ist Deckungsgleich mit der Formulierung in der Aufgabe

    Zitat

    Sie wollen nur bei „grundlegenden Dingen“ mitentscheiden“.

    ?



    greetz

  • Was ausergewöhnliche Geschäfte sind wird idR durch den Gesellschaftervertrag festgelegt. Meistens sind das der Kauf und Verkauf von Grundstücken oder Geschäfte die das Gesellschaftsvermögen um XXXXX € belasten.


    Ein Mitentscheidungsrecht wie in der Aufgabenstellung gefordert bringt die Stellung als Kommanditist allein noch nicht mit sich.

  • Zur EDV...
    Da kommts ganz drauf an, was du den Leuten zur Verfügung stellen möchtest - oder auch nicht.


    Sinnvoll wäre sicher ein Voice-Over-IP mit einer Zentrale am Empfang... Das könnte man mit Office Communication Server lösen.
    Für Senioren brauchst du PC-mässig nicht wahnsinnig viel, da fragt sich ob du PC's installieren möchtest in den Räumen oder nicht.
    Wenn ja, würde ich das ganze verkabeln mit einem Netzwerk und das ganze an eine Domäne hängen, die Geräte administrierst du mit einem Windows Small-Business-Server (bis zu 75 Geräte). Da hast du dann auch die Geräte vom Empfang, Verwaltung etc. dran.
    So kannst du sicherstellen, dass auch die Senioren einfach und sicher den PC bedienen können, weil du (bzw. dein Netzwerk-Techie) schaust, dass alles funktioniert.
    Das hat auch den Vorteil, dass du beispielsweise News direkt auf dem PC-Bildschirm anzeigen lassen kannst, wenn sich der User anmeldet.
    Dann gibts natürlich noch so nette spielereien wie Exchange, wo man beispielsweise dann von allen in dem Seniorenheim anwesenden Personen Namen und Nummern speichert, die Leute eMails verschicken können und direkt mit dem VoIP-Phone dem Nachbarn anrufen können (Direktwahl am Phone oder via Outlook).
    Oder W-Lan in der Lobby, damit der Sohn Mama & Papa besuchen und nebenbei noch kurz die eMails checken kann.
    W-Lan in den Zimmern ist fraglich ob das die Senioren nicht abschreckt, einige sind wohl der Meinung das das viiel zu schädlich ist.


    Dafür ziehst du aber am besten eine Outsourcing-Unternehmung bei welche dir sowas einrichten & offerieren kann.
    Möglich ist viel, fragt sich halt nur was Sinn macht. Eine intelligente IT-Lösung spart Kosten und vereinfacht das Leben. Also das nicht vernachlässigen und besonders nicht vernachlässigen, dass in der Zukunft Systemadministratoren, IT-Gurus etc. Senioren sein werden, also besser von Anfang an etwas sauberes bauen, was leicht erweitert werden kann.

    Some experiences only impress you once.
    The special ones do it again and again.

  • GmbH & CoKG oder GmbH & Co. KGaA.
    Letzteres könnte noch interessanter damit du nicht jeden Investor als Gesellschafter aufnehmen musst und gerade in den ersten Jahren wirst du Kapital und möglichst kompakte Unternehmensstrukturen brauchen.
    Die Aufgabe ist allerdings so wischwaschi... keine Ahnung. Da kann man fast machen, was man will.
    Ich würde wahrscheinlich wirklich eine GmbH & Co. KGaA und die Prämisse stellen, dass einer der Miterben BWL studiert hat und einer Medizin :D oder 2 Miterben an entsprechende Personen ihre Anteile verkaufen... sonst gibt alles überhaupt keinen Sinn. Den Pflegepädagogen stellst du ja dar ;)
    Alle anderen bekommen keine Befugnisse, was sich über Satzungen regeln lässt.


    Du brauchst nicht nur eine Beratungsfirma. Vorher würde ich mich nach einem Business Angel umschauen. Noch davor selbst einen Geschäftsplan aufstellen, mit dem BWLer und dem Mediziner.
    Mit dem Business Angel kann man auch die Unternehmensform nochmals diskutieren. Nach diversen anderen Aufgaben (an Banken und mögliche Investoren herantreten,...) ist (möglichst ebenfalls begleitend) eine Beratungsfirma nicht schlecht.
    Da das eine Unternehmensgründung in großem Maße ist (mal davon abgesehen, dass kein 'normaler' fachfremder Erbe ein unrentables und renovierungsbedürftiges Schloss zu einer Residenz umbauen wird, zumal du als "frischer" Pädagoge auch [im Normalfall] vorher keine Millionen verdient haben wirst, die du investieren könntest) und du als Gründer auf der rechtlichen Ebene keine ausreichenden Kenntnisse haben wirst, sind neben den "Pflege"-spezifischen Rechten auch sämtliche andere rechtliche Kompetenzen gefragt, die bei einem Unternehmen (und als solches wirst du den Laden führen müssen, willst du rentabel sein) eben gefordert sind (Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Personalrecht,...).
    Ich kenne nicht allzu viele Seniorenheime, aber in der Regel sind PCs in den jeweiligen Wohnungen das so ziemlich letzte, was dort fehlt. Ich würde mich bei der EDV also auf die unternehmenstypischen EDV-Elemente stützen und vielleicht mal nach ein paar Pflegeheim-Besonderheiten googlen. Sowas wie "den Gottesdienst der zugehörigen Gemeinde per Konferenz auf den Fernseher bringen" ist für mich keine EDV-Aufgabe einer Unternehmensberatung.


    Beim Organisationsmanagement bin ich mir auch nicht sicher, was in diesem Zusammenhang gemeint sein soll. Grundsätzliche Unternehmensstrukturen? Flache vs. schmale Hierarchie? Unternehmensverfassung? Oder Prozessmanagement? Pff... keine Ahnung


    Marketingstrategien:
    Was ist dein "Produkt" bzw soll dein Produkt sein?
    Wie willst du deine Preise gestalten?
    Wie willst/kannst du deine Leistungen erbringen und kommunizieren?
    Was ist dein KKV?
    Qualitätführer? Preisführer?
    Da es sich um ein Schloss handelt, läge für mich die Strategie auf der Hand. Hochpreisstrategie mit entsprechender Qualität.
    "Marketing" von Meffert kann ich dir ans Herz legen. Viele Fachtermini, aber für fast alles gibt es Beispiele und v.a. : das Buch ist so gut strukturiert,dass man wirklich nur die Teile lesen muss, die in dem Moment relevant sind, in diesem Fall eben Marketingstrategien. Ich als Null-Marketing-Fan behaupte aber: such dir irgendeine Strategie blind aus, denn wenn die Argumentation stimmt, "stimmt auch das Marketing" (oder eben nicht ;) ).

  • In meinen Augen eine völlig schwachsinnige Aufgabe, die nicht vernünftig zu lösen ist.


    Es ist schon mal völliger Unsinn einen einzelnen ein Konzept für ein Altenheim entwickeln zu lassen, denn dazu braucht es ausgefeilte Spezialkenntnisse im juristischen Bereich, finanzielle und steuerrechtliche Kenntnisse, medizinisches Wissen und einiges mehr.


    Dazu kommt dass man in einem Schloss niemals ein rentables Altenheim führen kann wenn da auch "Sozialfälle" untergebracht werden sollen, für die Krankenkassen möglichst wenig zahlen möchten.


    Es ist auch widersinnig sich ein eigenständiges Altenheim ans Bein zu hängen anstatt einfach nur die Immobilie zu vermieten - an eine Altenheimkette. Allerdings wird jemand, der Kohle verdienen will, sicher alles machen, nur kein Altenheim in so ein Schloss integrieren. Wenn überhaupt ein hochpreisiges Hotel oder so...


    Ich weiß dass dir das jetzt so gar nicht hilft, aber das mußte ich trotzdem los werden. Auf so eine Aufgabe hätte ich absolut keine Lust weil es völliger Nonsens ist.


    Was ansatzweise in die gewünschte Richtung gehen könnte wäre ein Vertrag mit der Nobel-Altenheim-Kette Rosenhof.


    Anyway, alles Gute und viel Erfolg bei dieser schwachsinnigen Aufgabe!

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Moin,


    vielen Dank für Eure Tips und Denkanreize :top: :top: .
    Ich finde die Aufgabe auch nicht glücklich gewählt,bzw. gestellt,aber da kann ich nun mal nix dran drehn.
    Ich will die mir gestellten Fragen einfach gut beantworten. Nur irgendwie schade,das die Aufgabenstellung wirklich so weltfremd ist.



    greetz

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